Ein Drittel der deutschen Unternehmen bietet Home Office an

7. Februar 2017

Flexibles und agiles Arbeiten wird zunehmend von deutschen Arbeitgebern zugelassen. Neue Arbeitsmodelle wie Home Office sind hierbei nicht nur von Vorteil für Arbeitnehmer. Erfahren Sie, wie flexible Arbeitsplätze zu einer Effizienzsteigerung in Ihrem Unternehmen führen können.

Arbeitsbeginn ist in Zukunft 7 Uhr, am Nachmittag machen Ihre Mitarbeiter frei und zwischen 21 und 23 Uhr gibt es nochmal ein Meeting mit den Kollegen aus Übersee. So oder so ähnlich sind Arbeitsmodelle in einigen Unternehmen bereits modern ausgelegt. Klassische Office Hours von 9 bis 17 Uhr sind hingegen vermehrt obsolet – gearbeitet wird, wenn es für die jeweilige Branche oder die jeweilige Fachabteilung Sinn macht.

Und nicht einmal der Arbeitsplatz muss hier festgelegt werden. Durch digitale Lösungen können Mitarbeiter heute überall arbeiten, wo sie möchten – zu Hause, im Café oder am Strand.

Neue Arbeitsmodelle für neue Anforderungen

Eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom zeigt deutlich, wie weit neue Konzepte klassische Arbeitsweisen ablösen. Über ein Drittel der deutschen Unternehmen gibt hierbei an, dass ihre Mitarbeiter bereits flexibel aus dem Home Office arbeiten können.

Viele Jobs können dank digitaler Technologien zu jeder Zeit und von jedem Ort aus erledigt werden. Nach anfänglicher Zurückhaltung wird Home Office bei vielen deutschen Unternehmen zum Alltag. Aber die Erfahrungen zeigen auch, dass dieses Modell nicht in jedem Fall geeignet ist“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.


Drei Vorteile von Home Office:

✔ Die Leistung von Mitarbeitern kann um bis zu 13 Prozent ansteigen.
✔ Eine Effizienzsteigerung kann um bis zu 22 Prozent erfolgen.
✔ Arbeitnehmer arbeiten durch Home Office durschnittlich zwei Stunden mehr pro Woche.

(Diese Vorteile stammen aus einer Studie der US-Universität Stanford)

Erschweren geltende Gesetze flexible Arbeitsmodelle?

Die wachsende Bereitschaft seitens Arbeitgebern und -nehmern zu Home Office und Co. zeigt, dass neue Arbeitsplatzkonzepte und entsprechende digitale Lösungen offen angenommen werden. Jedoch kommt vermehrt Kritik von Arbeitnehmerverbänden auf. Flexibles und agiles Arbeiten wird hier durch gesetzliche Regelungen erschwert. Stichworte wie mögliche Ausbeutung bei unklaren Arbeitszeiten oder eine elfstündige Mindestruhezeit pro Tag wären zu nennen.

Eine interessante Aussage hier auch von Rohleder: „Vorgaben wie die starre elfstündige Mindestruhezeit und der Acht-Stunden-Tag statt einer flexiblen Wochenhöchstarbeitszeit sind nicht mehr zeitgemäß und müssen reformiert werden.

Mögliche neue Arbeitsmodelle stellen hier im Gegensatz zu einer 40-Stunden-Woche in den Vordergrund. Auf Basis dieser könnten Arbeitnehmer eigenständig entscheiden, wann sie ihre Arbeitszeit ableisten – ähnlich der Gleitzeit.

Videos von CANCOM.info

Wichtig ist jedoch, dass Unternehmensverantwortliche, im Idealfall gemeinsam mit den Mitarbeitern, klare Regeln für Heimarbeit und andere flexible Arbeitskonzepte aufstellen. Zusätzlich sollten Aspekte wie Rechtslage und Gesundheitsschutz klar formuliert werden.

Außerdem muss Home Office auch nicht immer gewährt werden: Arbeitnehmer, die beispielsweise kein hohes Maß an Eigenverantwortung aufbringen, sollten auch nicht mit dieser Möglichkeit vertraut gemacht werden. Vielmehr sollten Arbeitgeber bei der Einführung neuer Arbeits(platz)konzepte starke Kontrollmechanismen in den ersten Monaten einführen, um jederzeit prüfen zu können, wie und ob sich die Arbeitsqualität verändert.

Quelle Titelbild: Evernine

Schreiben Sie einen Kommentar

Mit einem Netzwerk anmelden, oder das Formular ausfüllen. Die E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Notwendige angaben sind mit * gekennzeichnet.