Europa im Fokus von Ransomware

3. Februar 2017

Digitale Erpressungen und Angriffe auf Datenbanken von Unternehmen könnten das Jahr 2017 prägen. Das zeigt auch eine neue Studie über Ransomware. Warum vor allem Europa im Visier der Cyberangreifer steht, lesen IT-Entscheider hier.

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Das Dauerthema Ransomware könnte 2017 ein neues Ausmaß erreichen. Das geht aus einer aktuellen Studie des israelischen Security-Anbieters Radware hervor. Demnach war bereits 2016 Ransomware weltweit das am häufigsten eingesetzte „Tool“ für Angriffe auf Netzwerke, Server und Anwendungen von Unternehmen und Privathaushalten.

Besonders interessant: Europa ist Ransomware-Spitzenreiter und kann fast schon als beliebtestes Angriffsziel von cyberkriminellen Gruppierungen bezeichnet werden. Bei rund der Hälfte aller europäischen Unternehmen, die im vergangenen Jahr Opfer eines Cyberangriffs waren, war Ransomware nachweislich das eingesetzte Mittel – damit liegen die europäischen Länder über dem weltweiten Durchschnitt.

Drei Fakten im Überblick:

✔ Am häufigsten setzen Cyberkriminelle Malware und Bot-Netze in Europa ein.
✔ Ein beliebtes Ziel sind zudem Web-basierte Applikationen und IoT-Devices.
✔ Angriffe von Insidern in Europa sind seltener als beispielsweise in den USA oder Asien.

Internet of Things als neuer Risikofaktor?

Durch das Internet of Things versprechen sich immer mehr Unternehmen effiziente, automatisierte und voll vernetzte Prozesse. Eine Voraussetzung für den Einsatz von IoT-Devices sollten aber vor allem entsprechende Security-Lösungen in den Unternehmen sein. (Bild: iStock via Evernine)

Immer häufiger werden komplette IoT-Lösungen, aber auch einzelne vernetzte Endgeräte wie Drucker, Smartphones oder sogar Glühbirnen,  in Unternehmen eingesetzt. Bis 2020 schätzen unterschiedliche Experten das globale Wachstum auf 26 Milliarden IoT-Devices ein.

Ein häufiges Problem: Viele Anbieter von IoT-Devices sichern Ihre Produkte und Services häufig nicht ausreichend ab, wie auch eine Studie von HP zeigt. Das nutzen einige Cyberkriminelle aus, um beispielsweise Botnets mit bisher unbekannter Leistungsfähigeit (jenseits der 1-TBit/s-Marke) ohne Probleme in den jeweiligen Ziel-Unternehmen aufzubauen.

Unternehmen sollten demnach nicht ausschließlich auf IoT-Anbieter vertrauen, sondern selbstständig ihre eingesetzten IoT-Lösungen oder einzelnen vernetzten Geräte absichern.

IT-Entscheider, die IoT-Devices oder komplette Lösungen in ihrem Betrieb einsetzen, sollten gegebenenfalls auf die Unterstützung externer IT-Dienstleister zurückgreifen, die beim noch relativ jungen Thema IoT bereits Expertise und praxisnahes Know-how vorweisen können – hier erfahren Sie mehr.

Kleine und mittlere Unternehmen verstärkt betroffen

Viele Ransomware-Angriffe konzentrieren sich neben dem Internet of Things auch auf ganz klassische IT. Telefone, Notebooks, Clients und Server sind hier beispielsweise zu nennen.

Ein Grund: Diese simpleren IT-Devices sind wiederum gerade in kleinen und mittleren Unternehmen vorzufinden, die in vielen Fällen ihre IT noch weniger absichern, als Großunternehmen ihre IoT-Lösungen. Fachkräftemangel und fehlende Budgets sind bei den KMU zu nennen.

Für die Cyberangreifer lohnen sich jedoch genau diese mittelständischen Unternehmen, die kaum oder gar keine Schutzmaßnahmen für ihre IT bereithalten – das geht aus der Radware Studie hervor. Je geringer die Kosten für eine Attacke werden, desto lohnender werden die Cyberangriffe auch auf weniger lukrative Ziele.

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Quelle Titelbild: Evernine

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