Neue KI spielt besser Poker als Profis

1. Februar 2017

Künstliche Intelligenz (KI) ist dem menschlichen Gehirn in vielen Punkten schon weit voraus – etwa beim Verarbeiten und Analysieren großer Datenmengen und komplexer Zusammenhänge. Einen beeindruckenden Beweis liefert beispielsweise auch die KI „Liberatus“, ein Forschungsprojekt der US-amerikanischen Carnegie Mellon University.

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Computer-Algorithmen, wie sie in KI-Programmen verwendet werden, sind dafür geschaffen, Strategien anhand umfangreicher Zusammenhänge zu erarbeiten.

Was ohnehin schon beeindruckend ist, wird noch viel interessanter, wenn die Maschinen nun in einem gewöhnlichen Pokerspiel auf echte Turnier-Profis losgelassen werden – und diese gnadenlos dominieren.

KI beweist glückliches Händchen beim Poker

Beim Turnier „Brain vs. Artificial Intelligence“ durfte Libratus sein Können am Pokertisch gegen vier Top-Profis zeigen.

Experten räumten dem Programm bei einem Spiel, bei dem das Bluffen über Sieg oder Niederlage entscheiden kann, im Vorfeld geringe Chancen ein.

Doch Libratus konnte Skeptiker eines Besseren belehren: Die KI erleichterte die vier Poker-Asse um ganze 800.000 Dollar. Erst am vierten Tag des Turniers konnten die menschlichen Gegner zum ersten Mal eine Partie gewinnen.

Libratus ist immer einen Schritt voraus

Was es den Profi-Spielern besonders schwer machte: Das Programm lernte mit jedem Tag und jedem Spiel dazu. „Immer wenn wir eine Schwachstelle gefunden haben, hat er von uns gelernt und am nächsten Tag war die Schwachstelle verschwunden“, sagte einer der besiegten Poker-Profis.

Genau darin liegt die große Stärke des Programms. Es nutzt einen Supercomputer, um am Ende eines jeden Tages detaillierte Analysen durchzuführen und seine Strategien entsprechend anzupassen.

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Bluffen? Kein Problem für Libratus

Besonders beeindruckend ist die Tatsache, dass die KI in der Lage ist, wie ein menschlicher Spieler zu bluffen, um seine Mitspieler bewusst in die Irre zu führen – sprich gute Karten auf der Hand vorzutäuschen. Mangels sozialer sowie emotionaler Intelligenz hielten es Experten nicht für möglich, dass ein Bot ein sogenanntes „Pokerface“ aufsetzen kann.

Die Schöpfer des Programms sind jedoch anderer Meinung: Es sei in der Lage, ein „Spiel der unvollkommenen Informationen zu spielen, das von der KI verlangt zu bluffen und Desinformationen korrekt zu interpretieren.“

KI auch für Geschäftsverhandlungen interessant

Die Ergebnisse dieser ungewöhnlichen Pokerrunde sind auch deshalb äußerst interessant, da das Programm nicht nur zum Pokerspiel eingesetzt werden kann.

Die Fähigkeit des Programms, Entscheidungen auf Basis unvollständiger Informationen zu leisten, können auch im Business-Umfeld von großem Nutzen sein.

Die Carneige Mellon University schreibt etwa, dass die Analyse-Algorithmen auch in Geschäftsverhandlungen oder gar bei der Planung von Militärstrategien von Vorteil sein könne.


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Quelle Titelbild: iStock via Evernine

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