18. Oktober 2013 | pArtikel drucken | kKommentieren

Der Weg für Mobile Payment bleibt steinig


Geht es nach den Mobilfunkanbietern, Handelsunternehmen und Finanzdienstleistern, dann ist Mobile Payment das nächste große Ding in der Technologiebranche. Verschiedene elektronische Bezahlverfahren treten inzwischen an, um das Bargeld und die etablierten EC- und Kreditkarten abzulösen. Im Fokus der Anbieter steht dabei vor allem das Smartphone als universeller Ersatz für den Geldbeutel.

PrintBlickt man auf den nahezu unüberschaubaren Markt der Mobile-Payment-Anbieter, dann sticht eine Technologie deutlich heraus: NFC, also Near Field Communication. Bei diesem Verfahren kommen Chips zum Einsatz, die wahlweise in EC-Karten eingebettet, als Aufkleber oder inzwischen auch als Komponente in vielen neuen Smartphones eingebaut sind. NFC verspricht eine sichere Datenübertragung über kleine Distanzen bis zu zehn Zentimeter. Der große Vorteil gegenüber etablierten Funkverfahren wie Bluetooth ist, dass zum Datenaustausch keine Benutzereingabe erforderlich ist. Bei einem Bezahlvorgang mit NFC beispielsweise reicht es, den Chip in die Nähe des Lesegeräts zu halten, um eine Transaktion anzustoßen.

Viele Anbieter drängen in den Markt

Der Chip allein reicht aber noch nicht zum Einkaufen aus, denn zusätzlich bedarf es noch eines Kontos bei einem Bezahldienstleister und unter Umständen auch noch einer App. Zu den ersten Anbietern gehören vor allem Banken, Kreditkartenunternehmen und Telekom-Anbieter. Visa beispielsweise kooperiert mit Samsung und bietet sein Bezahlsystem in Verbindung mit dem NFC-Chip des neuen Galaxy S4 an. Mastercard arbeitet am eigenen System Masterpass, das sowohl Smartphones als auch Plastikkarten mit NFC unterstützt. Die drei großen Telekommunikationsfirmen Telekom, Vodafone und O2 haben mit Mpass ein gemeinsames System an den Markt gebracht, das in Verbindung mit Smartphones funktioniert. Die Sparkassen wiederum gehen mit dem eigenen Dienst Girogo an der Markt, der über die Sparkassen-Card genutzt werden kann. Daneben versuchen sich derzeit noch einige Dutzend meist kleinerer Unternehmen in dieser Zukunftsbranche.

Technisch funktioniert der Bezahlvorgang mit NFC so, dass der Verkäufer an der Kasse zunächst den Betrag eingibt, anschließend hält der Käufer sein Gerät oder die Karte einfach nahe ans Terminal, und sobald die Transaktion erfolgreich beendet ist, quittiert ein optisches oder akustisches Signal den Vorgang. Je nach Zahlungsanbieter können Beträge bis zur Obergrenze von 20 bis 25 Euro ohne Eingabe der PIN beglichen werden. Unterschiede gibt es bei der Abrechnungsweise. Manche Dienstleister arbeiten mit einem Prepaid-Verfahren, bei dem Geld auf eine elektronische Geldbörse (englisch: Wallet) geladen wird, bei anderen wird der Betrag über das Bank- oder Kreditkartenkonto abgebucht.

Trotz der bisher großen Resonanz in der Industrie ist die NFC-Technik nicht unumstritten. Zum einen hapert es an deren Verbreitung, denn Telefone mit diesem Chip sind dünn gesät, und auch Kundenkarten mit dieser Erweiterung sind noch Mangelware. Ein anderes Problem sind mögliche Sicherheitsrisiken. So gab es bereits erste geglückte Versuche, Kreditkarten mit NFC-Funktion auszuspionieren.

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Übersicht dieses Artikels:
  1. SEITE 1: Der Weg für Mobile Payment bleibt steinig
  2. SEITE 2: Bezahlen mit Smartphone-App und Strichcode

Hier schreibt Wolfgang Miedl für Sie

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