20. Oktober 2013 | pArtikel drucken | kKommentieren
In vielen Kommunen gibt es Handlungsbedarf in Sachen IT-Optimierung

Leere Kassen und Angst um Datensicherheit

Für 66 Prozent der Kommunen sind Datensicherheitsbedenken die Bremse beim Ausbau von E-Government. Die Mehrheit fühlt sich außerdem durch Datenmissbrauch bedroht. Für Investitionen in entsprechende Lösungen ist allerdings kaum Geld da. Cloud-Computing, Virtualisierung und Shared Services wären ein Ausweg aus dem Dilemma.

Kommunen reagieren skeptisch auf das aktuelle Thema E-Government. Für viele Entscheider aus den deutschen Gemeinden wiegen die Bedenken schwerer als der mögliche Nutzen beim Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechniken. So ein Ergebnis des Branchenkompass Public Services von Steria Mummert Consulting. Zwei Drittel der Kommunen befürchten demnach Probleme mit Datensicherheit und Datenmissbrauch. „Gerade für Kommunen, die im engen Kontakt mit ihren Bürgern stehen, ist Datenschutz ein wichtiges Thema. Sie müssen sich rechtzeitig Gedanken um sinnvolle Verschlüsselungstechniken machen“, sagt Peter Krolle, Public-Services-Experte von Steria Mummert Consulting.

Doch Investitionen in mehr Datensicherheit stehen einem kleinen Budget gegenüber. „Die klammen Kommunen müssen einen Großteil von Kosten und Aufwand tragen. Doch von ihrem Engagement hängt das Gelingen des E-Government-Projektes ab“, sagt Peter Krolle, Public-Services-Experte bei Steria Mummert Consulting. Gerade dort sei noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Und die Budgets sinken weiter. Daher sollten die Entscheider dringend Maßnahmen ergreifen, um effizienter zu werden. 90 Prozent der Entscheider versuchen laut Steria Mummert, dieses Ziel durch IT-Konsolidierung zu erreichen. 2012 waren das noch 68 Prozent. Denn eine vereinheitlichte und damit skalierbare IT-Infrastruktur helfe, Kosten zu sparen. Auch eine verbesserte Ausrichtung der IT-Leistung stehe ganz oben auf der To-do-Liste. In dieser schwierigen Finanzsituation „sollten Verwaltungen auf langfristige Effizienz und Effektivität setzen. Diese lässt sich beispielsweise mit Auslagerungen in Shared-Service-Centern, Prozessautomatisierung und –standardisierung und durch Aufgabenabbau erreichen“, so Krolle. Was dagegen nichts bringt, sei die „Rasenmähermethode“, die immer häufiger zum Einsatz komme. Sie demotiviere die Mitarbeiter und schade dem Ansehen der öffentlichen Verwaltung.

Einsparpotenziale sind vorhanden, wie der Branchenverband Bitkom darlegt. So sind allein mit verwaltungsinternen Dienstleistungen – Personalwesen, Haushalt, Beschaffung, IT, Organisation und Innere Dienste – nach Untersuchungen des Bundesministeriums des Innern rund 700.000 Mitarbeiter in Bund, Ländern und Kommunen beschäftigt. Daher liegt es „auf der Hand, dass sich mit der Bündelung dieser Aufgaben Geld sparen lässt. Aber Geld sparen durch die zeitgemäße Nutzung von Informationstechnik, nicht durch das pauschale Einsparen an IT.“ Insgesamt gebe es in der öffentlichen Verwaltung in Deutschland heute noch rund 400 Rechenzentren, die in der Regel unter der kritischen Größe liegen. Dort laufen etwa 12.000 unterschiedliche Applikationen, von denen viele dieselben Funktionen abbilden. Höchste Zeit, um über Virtualisierung, Shared Services oder Cloud-Dienste nachzudenken.

 Quelle Bild: Pixelpart/Pixelio.de

Hier schreibt Heide Witte für Sie

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