17. Oktober 2013 | pArtikel drucken | kKommentieren
Bring Your Own Device

Mobile Device Management wird überschätzt

Bring Your Own Device (BYOD) bewegt die Unternehmen: Private Smartphones und Tablets werden in vielen Unternehmen für berufliche Zwecke genutzt – meistens ohne klare Regeln. Stattdessen versuchen Firmen, das Problem mit Mobile Device Management (MDM) technisch zu lösen. Oftmal ein untauglicher Versuch.

Die Studie „Beyond Your Device“ der Marktforscher von Vanson Bourne für BT und Cisco zeigt: Die überwiegende Mehrzahl der über 2000 Befragten (76 Prozent) weltweit billigt mobilen Endgeräten das Potenzial zu, die Produktivität von Mitarbeitern zu steigern und hält es für sinnvoll, dass Firmen Maßnahmen ergreifen, um dieses Potenzial besser zu nutzen. Allerdings verfügt nur ein gutes Drittel (36 Prozent) über eine BYOD-Richtlinie als Grundlage dafür. Das heißt, sie sind auf die Folgen von Diebstahl, Verlust oder Manipulation von Endgeräten nicht ausreichend vorbereitet. Gleiches gilt im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Es gibt eine starke und gewollte BYOD-Mentalität in Firmen. (Quelle BT & Cisco – Siehe Link zur Studie.)

Eine der Hauptursachen für diesen Missstand sehen viele Beobachter in der Tatsache, dass vor allem Top-Manager und hochqualifizierte Knowledge-Worker das Problem in die Unternehmen getragen haben. Vom IT-Leiter oder CIO auf die Risiken des BYOD-Prinzips angesprochen, antworten diese „VIP-Anwender“ nicht selten: „Dann kümmern Sie sich mal um die Absicherung. Mit Mobile Device Management ist das ja keine Rocket Science, oder?“ Tatsächlich stellen Mobile-Device- Management-Systeme wichtige Funktionalität zur unternehmensweit einheitlichen Verwaltung mobiler Geräte bereit – von der Bestandsaufnahme der mobilen Geräte inklusive Übersicht über installierte Applikationen mit Versionsangabe, installierte Hardware und SIM-Karten bis hin zur Registrierung von Geräten oder zum automatisierten Ausrollen von Anwendungen, Daten und Konfigurationseinstellungen für eine breite Palette von mobilen Geräten.

Funktionen wie ein Self-Service Portal für Benutzer, das den  Helpdesk entlastet, gehören ebenso zum Standard führender Lösungen wie die Möglichkeit, die Roaming-Gebühren für Reisende rollenbasiert zu begrenzen und Daten auf den Geräten durch Backups automatisch zentral zu sichern und der Schutz vor Datendiebstahl durch Funktionen zum Zurücksetzen, Sperren und Löschen von Daten per Fernabfrage.

Allerdings sind der Nutzung von MDM im Zusammenhang mit privaten Geräten enge Grenzen gesetzt: So müssen die privaten Daten auf den Geräten der Nutzer geschützt bleiben, das heißt, sie dürfen nicht einfach durch Fernlöschung vernichtet werden. Damit lassen sich die oben skizzierten Bedrohungen gerade in BYOD-Szenarien mit Mobile Device Management allein nicht abwenden. Wer beispielsweise beim Ausscheiden eines Mitarbeiters aus dem Unternehmen Geschäftsapplikationen remote löschen will, ohne private Daten zu gefährden, benötigt neben dem reinen Geräte- ein betreutes Applikations-Management für mobile Anwendungen. Damit lassen sich Apps zentralisiert einrichten, rollenbasiert verteilen und auf effiziente und sichere Weise verwalten. So wird die Beschäftigung mit Bring-Your-Own-Device-Strategien häufig zum Pilotprojekt für ein unternehmensweit zentralisiertes System-Management sämtlicher IT-Ressourcen.

Hier schreibt Uwe Küll für Sie

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