28. November 2013 | pArtikel drucken | kKommentieren

ARM-Server erobern die Rechenzentren

Noch dominiert Prozessorhersteller Intel die Rechenzentren dieser Welt mit seinen CPU-Marken Xeon und neuerdings Atom. Noch, denn nach Einschätzung des IDC-Analysten Andreas Olah stehen neue, ARM-basierende Server kurz davor, Intel das Revier streitig zu machen. Bei einem Umstieg auf die neue Technik können RZ-Betreiber mit deutlichen Kosteneinsparungen rechnen.

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Dicht gepackt: HP Moonshot-Serverrack mit zahlreichen Servereinschüben

Bei ARM handelt es sich um eine Prozessorarchitektur des britischen Unternehmens ARM Limited, deren Ursprünge in den 80er Jahren liegen. In den letzten Jahren erlebte sie durch den breiten Einsatz als stromsparende Smartphone-CPU einen rasanten Aufstieg.

Zu diesem Erfolg beigetragen hat auch der Umstand, dass ARM die Chips nur entwickelt, während die Herstellung durch große Produzenten wie Samsung, AMD, IBM und sogar durch Intel in Lizenz erfolgt.

In Kürze gibt es auch ARM mit 64 Bit

Inzwischen entdecken auch Serverhersteller die Vorteile dieser Rechenkerne: Die ARM-Prozessoren sind mittlerweile relativ leistungsfähig und in Kürze wird es neben den aktuellen 32-Bit-Typen auch 64-Bit-Varianten geben.

Ein Vorteil der neuen Generation ist das Anwachsen des maximal adressierbaren Hauptspeichers (RAM) von vier Gigabyte auf einige Terabyte. Neben dem niedrigen Preis pro Chip fällt in Rechenzentren auch noch der geringere Stromverbrauch ins Gewicht. Damit sinkt nämlich nicht nur die Stromrechnung selbst, sondern die gesamte Rechenzentrums-Infrastruktur inklusive der kostspieligen Klimatisierung kann dann einfacher aufgebaut werden.

IDC rechnet damit, dass ARM im ersten Schritt eine Alternative bei statischen oder Web-orientierten Workloads sein wird, wo eine geringe Rechenleistung erforderlich ist.

Olah prognostiziert als Reaktion darauf Preissenkungen bei Intels x86-Produkten, was insgesamt den Ausbau von Rechenzentren beflügeln dürfte.

Vor dem Einsatz ausgiebig Testen

Die Empfehlung des Analysten lautet, dass Betreiber großer Datacenter sich mit der ARM-Technik befassen und Tests durchführen sollten. Dabei sollte zum einen die Eignung für die bestehenden Workloads überprüft werden, aber auch die Kompatibilität vorhandener Management- und Virtualisierungsumgebungen.

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ARM Cortex-A57: 64- und 32-Bit-Verarbeitung mit bis zu vier Kernen

Auf Seiten der CPU- und Serverhersteller laufen die Entwicklungen in Richtung ARM bereits auf Hochtouren. Während derzeit bereits vereinzelt Server mit 32-Bit-Rechenkernen angeboten werden, steht der Umstieg auf die deutlich leistungsfähigeren 64-Bit-Pendants vor der Tür.

AMD, einer der größten Prozessorhersteller, verkündete bereits im Sommer die Produktion der neuen 64-Bit-Generation „Seattle“ in großen Stückzahlen ab Mitte 2014. Seattle basiert auf dem neuen ARM-Design mit der Bezeichnung Cortex-A57, das aus bis zu vier Kernen bestehen kann.

Auch die beiden größten Serverhersteller HP und Dell wollen ihr Engagement deutlich erweitern und setzen dabei auf X-Gene-Chips von Applied Micro. Dell zeigte Ende Oktober bereits ein Vorserienmodell, und auch HP kündigte seinen Markteintritt im nächsten Jahr an.

 

Hier schreibt Wolfgang Miedl für Sie

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