4. November 2013 | pArtikel drucken | kKommentieren
Die Top-Level-Domains von Morgen

.gmbh, .app & Co.: Die neuen Webadressen

Die Website der Münchner new Domains-Konferenz kann dem Besucherandrang kaum standhalten. Denn bei den neuen Top-Level-Domains (TLDs) herrscht Goldgräberstimmung. Das Web wird neue Nachnamen bekommen, die vermutlich bald auch deutsche Firmen nutzen können.

Die begrenzte Anzahl der heute nutzbaren Domains hat zu einem Kampf zwischen Personen, Unternehmen und Organisationen geführt: Immer weniger kurze und damit einprägsame Adressen unter den bestehenden Endungen sind verfügbar. Insbesondere die generischen Domains.com, .net und .de verzeichnen seit Jahren eine große Nachfrage.

Aus diesem Grund hat die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) bereits vor Jahren die Möglichkeit geschaffen, bestimmte Erweiterungen einzuführen und durch einen Sponsor verwalten zu lassen. Allerdings nur unter sehr strengen Auflagen. Aufgrund des anhaltenden Interesses der Branche wurde im Juni 2008 beschlossen, die Regeln für neue Domains radikal zu lockern. Praktisch jeder denkbare Begriff, der nicht gegen die Grundsätze der ICANN verstößt oder einer anderen TLD zu ähnlich ist, sollte registriert werden können. Für Markennamen gelten besondere Bestimmungen. Bei geografischen Bezeichnungen ist in der Regel immer die Zustimmung der jeweiligen Gebietskörperschaft erforderlich. Allgemein gelten 5 000 Top-Level-Domains als technisch realisierbar, mehr werden äußerst schwierig.

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Die neuen Städte Top-Level-Domains: .berlin, .wien, .koeln werden noch in diesem Jahr verfügbar sein.

Nur wenige Monate nach dem Beschluss, neue gesponserte Top-Level-Domains einzuführen, wurden die ersten Initiativen für bestimmte Adressen gegründet. Beispielsweise wurde die dotBERLIN GmbH & Co. KG ins Leben gerufen, um sich für eine eigene Domain der Hauptstadt zu bewerben.

Was ist mit .muenchen?

Für die TLD .muenchen gibt es noch keinen Interessenten. Laut einem Schreiben des Oberbürgermeisters der Stadt München vom 20.07.2011 haben die Flughafen München GmbH und die Messe München GmbH mitgeteilt, dass sie am Erwerb der Domain .muenchen nicht interessiert sind. Für die bayrische Community wurde die TLD .bayern bereits genehmigt. Bisher wurde die Domain .by gerne für bayrische Inhalte verwendet. Was viele aber nicht wissen: .by ist die offizielle Domain-Endung (ccTLD) von Weißrussland.

Für jede einzelne Domain, die eingeführt werden sollte, mussten Bewerber eine Gebühr in Höhe von 185.000 US-Dollar entrichten. Der Betrag ist unabhängig davon, ob die Top-Level-Domain letztendlich gestartet wird oder nicht. Falls die Prüfung tatsächlich positiv ausfällt, müssen Bewerber noch einmal 25.000 Dollar je Domain entrichten.

Besonders große Nachfrage verzeichnete nicht — wie zunächst erwartet — die Top-Level-Domain .sex, auf die sich lediglich die Vergabestelle von .xxx beworben hat, sondern .app mit insgesamt 13 Bewerbern. Deutsche Organisationen haben knapp 70 Adressen beantragt, darunter befinden sich auch Top-Level-Domains von prominenten Unternehmen wie der Adidas SE, Linde AG oder Deutsche Post AG. Unangefochtener Spitzenreiter unter den Bewerbern ist Google Inc., das über 100 neue Top-Level-Domains vergeben möchte.

Laut der öffentlichen Statistik einzelner Anbieter wurde bereits Interesse an mehreren hunderttausend Domains angemeldet, was die neuen Top-Level-Domains in ihrer Gesamtheit bereits wichtiger macht als einzelne länderspezifische Adressen.

Eine Top Level Domain (TLD) .berlin wird den Nutzer zwischen 29 und 49 Euro pro Jahr kosten. Der Geschäftsführer von dot.berlin, Dirk Krischenowski , rechnet damit, dass Nutzer ab Ende 2013 Domains wie meinefirma.berlin oder meinname.berlin registrieren können.

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Übersicht dieses Artikels:
  1. SEITE 1: Die Top-Level-Domains von Morgen: .bayern, .app und .adidas
  2. SEITE 2: Wissenswertes zu den TDLs

Hier schreibt Alexander Hoffmann für Sie

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