19. Januar 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren
Software Defined Networking (SDN)

Neuer Trend: Virtualisierte Netzwerke

Der Trend im Datacenter geht in Richtung Virtualisierung der Netzwerkfunktionalitäten als Basis für Software-gesteuerte Netzwerke (Software Defined Networking, SDN).

Big Data, Cloud Computing und das Internet der Dinge erfordern leistungsfähige, flexible und effiziente Rechenzentren. Daher setzen weltweit immer mehr Unternehmen auf Software Defined Networking (SDN).

Bei SDN wird das Netzwerk, vereinfacht gesagt, in separate Ebenen für Netzwerkdatenanalyse und -steuerung (Control plane) sowie den Netzwerkdatentransport (Data plane) getrennt.

Dadurch ist es möglich, die Analyse- und Steuerungsebene vollständig zu virtualisieren. Ein physischer Netzwerkzugriff ist nicht notwendig.

Die Steuerungsebene spricht die einzelnen Hardwarekomponenten meist über ein Application Programming Interface (API) an. Das eröffnet umfassende Automatisierungspotenziale etwa für Konfigurationsänderungen oder Update-Rollouts.

Letztendlich wird hier die Virtualisierung – über Server und Storage hinaus – auch auf das Netzwerk ausgedehnt. Ergebnis ist ein Software Defined Datacenter als lose gekoppeltes Set aus Softwarekomponenten, das Hardwareressourcen wie Storage, Rechenleistung, Netzwerke und weitere Systeme virtualisiert und zusammenfasst.

Mehr Flexibilität und Skalierbarkeit

Ziel ist es, diese unterschiedlichen Ressourcen im Rechenzentrum intelligent zu verknüpfen und das komplette Datacenter in Form eines integrierten Services zur Verfügung zu stellen.

SDN-Schichten

Übersicht von SDN-Technologien (Quelle: Brocade)

Die Idee ist bestechend: Ein vollständig virtualisiertes Netzwerk bietet eine völlig neue Dimension von Flexibilität und Skalierbarkeit. Die gesamte IT-Infrastruktur funktioniert losgelöst von der Hardware und ist damit in alle Richtungen elastisch.

Jede zentrale Komponente des Netzwerks – Server, Speicher, Switches/Router und Security – steht zu jedem Zeitpunkt genau in der Menge und Weise zur Verfügung, wie sie gerade gebraucht wird. Herausforderungen durch Lastspitzen würden damit ebenso der Vergangenheit angehören wie die Anschaffung teurer und nur teilweise ausgelasteter Hardware-Ressourcen.

Management-Tools werden wichtiger

Doch bis Software Defined Networking zum Standard in Unternehmen oder bei Cloud-Providern wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Schließlich gibt es bislang noch zu wenige Produkte, die offene SDN-Protokolle wie OpenFlow unterstützen. Mit OpenFlow lassen sich auch über Anbietergrenzen hinweg virtuelle Netzwerke managen.

Genügend Software-Controller hierfür gibt es bereits. Allerdings sind bisher nur sehr wenige Hardware-Komponenten kompatibel zu OpenFlow. Denn für die Hersteller von Netzkomponenten bedeutet SDN, dass proprietäre Hardware wie etwa Switches an Bedeutung verliert. Dafür werden SDN-Controller und entsprechende Management-Tools wichtiger.

Fazit: SDN ist ein Schritt in die richtige Richtung hin zu offenen, flexibleren, effizienten und programmierbaren Netzwerkinfrastrukturlösungen.

 

Hier schreibt Jürgen Mauerer für Sie

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