15. Januar 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren
Innovativer Service im Einzelhandel

Knauber fördert Kunden-Kreativität mit 3D-Druck

Der Bonner Freizeitmarkt Knauber macht mit einem innovativen Service Kunden zu Designern – und erschließt sich neue Umsatzpotenziale.

Die Innovationskraft des 3D-Drucks wird von Experten als revolutionär eingestuft.

Immer wieder machten Wissenschaftler und Designer in der Vergangenheit Schlagzeilen, indem sie Körperteile wie etwa eine Ohrmuschel mit integrierter Antenne oder Kunstobjekte aus dem 3D-Drucker präsentierten. Der Freizeitmarkt Knauber, ein Familienunternehmen mit mehr als 100-jähriger Geschichte, macht jetzt in seiner Bonner Filiale vor, wie die neue Technik dem Einzelhandel neue Geschäftsmodelle und Umsatzpotenziale eröffnet: Als bundesweit erstes Einzelhandelsunternehmen seiner Art bietet der Freizeitmarkt Endverbrauchern die Möglichkeit, Alltagsgegenstände selbst zu gestalten und auszudrucken.

knauber_3d-druck-serviceSo entstehen individuelle Geschenke oder einfach schöne, praktische Dinge für den Alltag des jeweiligen „Designers“, wie etwa Smartphone-Hüllen, Halterungen für Schreibgeräte oder Gitarren-Plektren mit dem Bild des Lieblings-Gitarristen. Und das zu vertretbaren Preisen: So kostet beispielsweise ein individuelles Plektrum mit Jimi-Hendrix-Porträt 3,99 Euro und die iPhone Hülle gibt es für 9,99 Euro.

Zunächst setzen Knauber und seine Kunden vor allem auf die Nutzung von Designvorlagen aus dem Web, doch auch individuelle Eigenkreationen sind möglich.

Verbraucher werden Produzenten
„In dieser Technik sehen wir eine völlig neue Dimension des Einkaufens. Denn der Endverwender wird zum Produzenten vor allem von Ersatzteilen oder Produktergänzungen. Nach dem Motto ‘Reparieren statt wegschmeißen‘ können diese Gegenstände schon bald in unseren Märkten im 3D-Druck gefertigt werden“, erklärt Dr. Nektarios Bakakis, Geschäftsführer Knauber Freizeitmärkte. „Dazu muss man sich nur noch beim jeweiligen Anbieter die passende Druckvorlage herunterladen und kann so unter anderem Lieferzeit und -kosten sparen.“

Unter fachkundiger Anleitung speziell geschulter Mitarbeiter können die Marktbesucher ihre Objekte vor Ort in Eigenregie produzieren. Wer sein selbstgedrucktes Einzelstück lieber zuhause entwerfen möchte, erhält dazu auf dem Knauber-Blog eine ausführliche Anleitung, die auch als PDF zum Download bereitsteht.

Und falls die Ideen des Kunden bei der Umsetzung mehr Know-how verlangen, als er mitbringt, können 3D-Experten des Freizeitmarkts die Druck-Vorlagen von den selbst entworfenen Objekten anfertigen.knauber_3-druck_stiftehuellen

Inspirierender Service
Mit dem Angebot will Knauber die Kreativität der Marktbesucher wecken, so dass vor Ort immer mehr eigene 3D-Ideen und -Pläne realisiert werden. „Unser Startsortiment steht stellvertretend für die vielfältigen Möglichkeiten dieses Themenfeldes. Es soll unseren Kunden und Mitarbeitern zunächst beispielhaft die brandneue Produktionstechnologie näher bringen“ so Bakakis.

Die möglichen Anwendungsszenarien des neuen Dienstes sind breit gefächert:
• Bastler erhalten aus dem 3D-Drucker perfekt passende Objekte aus einem Stück in allen Farben und Formen. Und das ohne Schneiden, Sägen, Kleben, Hämmern oder Schrauben.
• Ersatzteile für Gebrauchsgegenstände im Haushalt lassen sich auch dann noch beschaffen, wenn der Hersteller sie nicht mehr im Programm hat.
• Geschenke bekommen mit individueller Gestaltung eine zusätzliche persönliche Note.
Bei soviel Anwendungs- und Umsatzpotenzial dürfte das neue Angebot nicht nur die Kunden von Knauber inspirieren, sondern die gesamte Einzelhandelsbranche.

Die Technik
Der bei Knauber eingesetzte 3D-Drucker MakerBot Replicator 2X kann Objekte bis zu einer Größe von 25 Zentimeter Länge, 16 Zentimeter Breite und 15 Zentimeter Höhe produzieren. Zwei Druckdüsen ermöglichen die Produktion von zweifarbigen Modellen aus dem technischen Kunststoff ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol). Als Dateiformat für die Druckvorlagen wird STL verwendet.

Hier schreibt Uwe Küll für Sie

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