7. April 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Wie ein Youtube-Video den Umsatz vervierfacht

Auf Shoes of Prey können Frauen ihre eigenen Schuhe designen. Das Unternehmen ist damit auf eine Goldader gestoßen, die durch virales Marketing und einem Youtube-Wunder noch vergrößert wurde. Wir lüften das Geheimnis der Online-Plattform Shoes of Prey.

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Die drei Gründer von Shoes of Prey: Michael Fox, Mike Knapp und Jodie Fox. Quelle: Shoes of Prey.

Die drei Gründer lernten sich während des Jura-Studiums kennen. Mike Knapp und Michael Fox arbeiteten bei Google und hätten sich angesichts einer sicheren Karriere ausruhen können. Stattdessen sammelten sie ständig Geschäftsideen für ein eigenes Startup. Der gemeinsame Nenner war, dass sie im Online-Retail durchstarten wollten.

Jodie Fox ließ sich auf ihren Reisen in Asien selbstentworfene Schuhe fertigen. Die Nachfrage im Freundeskreis wurde immer größer.

Die Geschäftsidee war zum Greifen nah: Ein Onlineshop für selbstentworfene Schuhe!

Das Unternehmen verzeichnete in den ersten zwei Jahren ein massives Wachstum von 300 Prozent.

In den ersten 24 Monaten wurde der Online-Schuhdesigner bereits über 10 Millionen Mal getestet. Frauen verbrachten dabei rund 20 Millionen Minuten mit dem Design ihrer Traumschuhe. Das entspricht einer Person, die über 40 Jahre lang (und das bei 24 Stunden/Tag) Schuhe designt.

Wie eine 17 jährige Video-Bloggerin den Umsatz von Shoes of Prey vervierfachte

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Juicystar07 bloggt über Makeup-Tutorials und Mode-Trends. Damals hatte sie über 200.000 Follower auf Youtube. Shoes of Prey hat sie überzeugen können, einen Wettbewerb auszurufen.

Teilnehmer sollten auf der Website einen eigenen Schuh designen und ihn dann als Kommentar im Video beschreiben. Unter den Kommentaren wurde eine kostenlose Bestellung verlost. Das Ergebnis war ein Marketing-Wunder:

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Besucherzahlen der Shoes of Prey Website, als das Youtube-Video von Juicystar07 online ging.
Quelle: www.22michaels.com

Am Tag der Veröffentlichung war das Video auf Platz fünf, der weltweit am meisten angesehenen und kommentierten Videos auf YouTube. In der Woche der Veröffentlichung hielt es sich auf Platz 58.

Insgesamt hatte das Video damals über 450.000 Views und 90.000 Kommentare. Jeder Kommentar entsprach einer potenziellen Kundin.

Der Großteil der Teilnehmerinnen war zwischen 13 und 17 Jahren alt und entsprach nicht der Zielgruppe von Shoes of Prey, da sie sich die Preise der Schuhe (195 €-350 €) nicht leisten konnten.

Doch das war nicht schlimm, denn die jungen Mädchen wirkten wie Multiplikatoren. Sie hatten zwar kein Geld, aber sie verbrachten sehr viel Zeit auf der Website und teilten ihre Schuhdesigns mit ihren Freundinnen auf Facebook, Twitter & Co. Shoes of Prey wurde damit automatisch von den älteren Schwestern/Müttern der Teilnehmerinnen wahrgenommen.

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„Ich wollte Ihnen eine E-Mail senden um Ihnen mitzuteilen, wie schön und komfortabel die Schuhe waren! Sie haben perfekt zum Hochzeitskuchen gepasst!!“  Quelle: Shoes of Prey

eCommerce ohne Lagerhaltungskosten

Shoes of Prey wählt das Material, kauft es aber nicht selbst. Das übernehmen die Schuh-Hersteller in China. Das Unternehmen muss dafür zwar einen leicht erhöhten Preis für die Schuhmanufaktur bezahlen, aber es rechnet sich dennoch: Kosten für ein Lager werden gespart, und es kann der Mengenrabatt und die guten Beziehungen der Schuh-Hersteller genutzt werden.

 

Hier schreibt Alexander Hoffmann für Sie

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