26. Mai 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Der Mittelstand plant weiterhin mit Excel

Der deutsche Mittelstand nutzt für sein Projektmanagement vorzugsweise Microsoft-Produkte, gefolgt von SAP Business Project One. Dies ergab eine Studie, die techconsult im Auftrag von Microsoft in 250 Unternehmen mit 20 bis 1.999 Mitarbeitern durchgeführt hat.

Derzeit setzen deutsche Mittelständler vor allem auf zwei Anbieter von Projektmanagementsoftware: Microsoft und SAP. Microsoft ist dabei gleich mit zwei Produkten vertreten. Den höchsten Einsatzgrad weist mit 53 Prozent Microsoft Excel auf und ist so mit Abstand das meist genutzte Tool im Projektmanagement.

ExcelDahinter folgen Microsoft Project mit einem Einsatzgrad von 38 Prozent und SAP Business One Project mit 30 Prozent. Weitere Lösungen folgen mit deutlichem Abstand, sie erreichen maximal Einsatzgrade von 5,4 Prozent, viele sogar nur Einsatzgrade von weniger als einem Prozent (darunter auch die Eigenentwicklungen).

Diese geringen Einsatzgrade der Speziallösungen seien nicht ausschließlich Folge der Unübersichtlichkeit auf dem Markt und der Unbekanntheit dieser Lösungen. Vielmehr setzen sich viele der kleinen und mittelständischen Unternehmen aus Zeitgründen oder mangelnder Kompetenz offensichtlich nicht mit verschiedenen Lösungen auseinander und wählen daher eine gängige Alternative.

Weiterhin sei hier auch der variierende Funktionsumfang als Faktor anzuführen. Während Microsoft Project und SAP Business One eine große branchenneutrale Palette an Funktionen bieten, die sich nahezu für jedes Projekt eignen, seien viele der anderen je genannten Lösungen auf spezielle Einsatzbereiche zugeschnitten.

So habe sich RPLAN in der Fertigungsbranche etabliert, weil es besonders Cross-Company-Management unterstützt, also die in der Fertigungsbranche weitverbreitete verteilte Entwicklung und Produktion.

Active Collab, Salesforce Do und BaseCamp hingegen richten ihren Fokus eher auf die effiziente Kommunikationsunterstützung und Kollaboration. ClockingIT konzentriere sich ursprünglich hauptsächlich auf Zeiterfassung und Aufgabenverwaltung, weshalb es gerne von Software-Entwicklern genutzt wird.

SaaS hat sich noch nicht durchgesetzt

Ein Gros der Unternehmen setze zwei oder mehr Projektmanagementlösungen ein. Vor allem Microsoft Excel liegt mit Einsatzgraden von über 50 Prozent in einem Bereich, in dem davon auszugehen ist, dass es auch häufig zusätzlich, beispielsweise als begleitendes Dokumentations- und Reporting-Tool, neben Spezial- oder Branchenlösungen eingesetzt werde.

Insgesamt nutzt die Hälfte der mittelständischen Unternehmen ihre Lösung ausschließlich oder hauptsächlich für das Single-Projektmanagement, die andere Hälfte für das Multi-Projektmanagement. Dabei betreiben laut der Untersuchung kleinere Unternehmen nur zu einem Drittel Multi Project Management, bei den größeren Unternehmen sei der Anteil doppelt so groß. In 85 Prozent der Unternehmen, die mehrere Projekte mit ihrer Lösung managen, wird die Projektmanagementsoftware auch zur abteilungsübergreifenden Koordination von Projekten genutzt.

Die Software werde überwiegend auf den eigenen Systemen betrieben (on-premise): Lizenzen werden gekauft und auf der eigenen Hardware installiert. Nur 22 Prozent der Unternehmen nutzen bereits Software-as-a-Service-Lösungen (SaaS). Dabei seien keine Differenzen oder Trends zwischen den Unternehmensgrößen oder Branchen feststellbar.

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

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