18. Juni 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Datenexplosion: Auch während der WM

Video-Streaming und IP-Übertragungen während der Fussball-WM in Brasilien erzeugen 4,3 Exabyte an Internet-Traffic – dreimal mehr als der monatliche Breitbandverkehr in ganz Brasilien. Das ist ein Ergebnis aus einer aktuellen Cisco-Studie und ein Indiz für die weiter gehende Datenexplosion.

Die Cisco-Analyse „Visual Networking Index Global Forecast and Service Adoption for 2013 to 2018“ nimmt den weltweiten IP-Datenverkehr in den nächsten vier Jahren unter die Lupe. Fazit: Er wird um das Dreifache anwachsen und 1,6 Zettabyte erreichen.

Der Anstieg sei vor allem auf die zunehmende Zahl von Internet-Nutzern und -Geräten, höhere Breitbandgeschwindigkeiten und stärkere Videonutzung zurückzuführen.

In Deutschland wachse der IP-Verkehr von ein auf drei Exabyte pro Monat. 81 Prozent davon machen Videodateien aus.

Die Zusammensetzung des IP-Traffics werde sich in den kommenden Jahren wesentlich verändern. 2018 stammt erstmals in der Geschichte des Internets der Datenverkehr mehrheitlich von Geräten, die keine PCs sind. Die Übertragung per WLAN werde diejenige über feste Leitungen zum ersten Mal übertreffen.

Datenexplosion geht weiter

In den nächsten vier Jahren wird laut Cisco weltweit mehr IP-Traffic über Netzwerke übertragen als in allen bisherigen „Internet-Jahren“ zusammen. Von 1984 bis 2013 wurden insgesamt 1,3 Zettabyte erzeugt.

Diese Datenexplosion unterstreichen auch aktuelle Großereignisse wie die FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Video-Streaming und IP-Übertragungen sollen dabei 4,3 Exabyte an Internet-Traffic erzeugen – dreimal mehr als der monatliche Breitbandverkehr in ganz Brasilien.

Und alleine die 60.000 Zuschauer pro Spiel übertragen laut Cisco im Stadion und während der Anreise mehr Daten als alle Smartphones in Brasilien zu normalen Spitzenzeiten.

Auch das Internet of Everything, das Daten, Objekte, Menschen und Prozesse miteinander verbindet, wird zum Wachstum des IP-Verkehrs wesentlich beitragen. So gebe es 2018 fast so viele vernetzte M2M (Maschine-zu-Maschine)-Module wie Menschen auf der Erde. Zum Beispiel besitze dann jedes Smart Car etwa vier M2M-Verbindungen.

Ergebnisse für Deutschland

In Deutschland betrage die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für den IP-Datenverkehr 19 Prozent. 2018 soll jeder Deutsche über sieben vernetzte Geräte verfügen, im Vergleich zu vier im vergangenen Jahr.

Insbesondere die IP-Nutzung über tragbare Geräte steige in Deutschland. Der Anteil von übertragenen Daten über das Mobilnetz wachse von zwei auf neun Prozent und über das WLAN von 47 auf 50 Prozent. Alleine der Traffic über Mobilnetze steigt von 2013 bis 2018 um das Zehnfache, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 59 Prozent.

Der Anteil an Videos am gesamten Internetverkehr wird 2018 in Deutschland 81 Prozent betragen, im vergangenen Jahr waren es 58 Prozent. Vom gesamten IP-Traffic werden in vier Jahren 47 Prozent von PCs (2013: 77%), 23 Prozent von TV-Geräten, 25 Prozent von tragbaren Geräten wie Smartphones und Tablets sowie 4 Prozent von M2M-Modulen übertragen.

„Die Anforderungen der Nutzer steigen rasant: Schnelligkeit, große Datenmengen, immer und überall verfügbar, lautet die Devise“, kommentiert Oliver Tuszik, Geschäftsführer von Cisco Deutschland. „Das extreme Wachstum des Datenverkehrs erfordert einen raschen Breitbandausbau der Netzbetreiber und Service-Anbieter in Deutschland, um hier nicht den internationalen Anschluss zu verpassen.“

Weitere Ergebnisse der Studie gibt es hier.

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

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