15. Juli 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

BMW: 3D-Druck schont Mitarbeiter

Mithilfe von 3D-Druckern erstellt die BMW Group individuelle Orthesen für die Fahrzeugmontage. Mitarbeiter sollen damit vor Überlastungen der Daumengelenke geschützt werden.

Der Automobilhersteller geht damit einen weiteren Schritt in Richtung Industrie 4.0. Für das Unternehmen bedeutet die vierte industrielle Revolution den Einsatz moderner Technologien, um die Mitarbeiter in der Produktion optimal zu unterstützen.

In Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Ergonomie der TU München entwickelt die BMW Group nun den ergonomischen Schutzhandschuh. Das Besondere daran: Er wird individuell für die Hand des Mitarbeiters produziert. Dazu wird der Daumen des Mitarbeiters mit einem mobilen 3D-Handscanner vermessen.

Selective_laser_melting_system_schematic

Selektives Lasersintern Quelle: Wikipedia

Auf Basis der gescannten CAD-Daten wird der Fingerling virtuell in einzelne Schichten unterteilt und schließlich durch selektives Lasersintern hergestellt. Selektives Lasersintern ist ein 3D-Druck-Verfahren, um räumliche Strukturen aus einem pulverförmigen Ausgangsstoff herzustellen. Dabei wird thermoplastisches Polyurethan mittels Laser in einer vorgeheizten Baukammer selektiv aufgeschmolzen. So verbindet sich der Kunststoff in die gewünschte Form.

Wann werden die Orthesen eingesetzt?

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Das Einsatzgebiet der Orthesen: Ablauflöcher für den Karosserielack mit Stopfen verschließen. Quelle: BMW Group

Ablauflöcher für den Karosserielack werden mit Stopfen aus Hartgummi mit dem Daumen eingedrückt und verschlossen. Die Arbeit kann das Daumengelenk unnötig überstrecken. Durch die Orthese wird die Kraft, die für das Drücken notwendig ist, bis zur Handwurzel verteilt.

Die Mitarbeiter sind von der Technik begeistert. Die BMW Group prüft aktuell, wie sich die Technik flächendeckend in der Produktion einsetzen lässt.

Hier schreibt Alexander Hoffmann für Sie

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