25. Juli 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren
Wirtschaftsspionage 2.0 - lautlos, zielgerichtet und verheerend

CANCOM: Wie man Angriffe erkennt und abwehrt


Die Sicherheitsarchitekturen reichen für aktuelle IT-Bedrohungen nicht mehr aus. Viele CIOs fühlen sich machtlos und wissen nicht, was in ihren Netzwerken passiert. Auf dem IT Solution Workshop „Wirtschaftsspionage 2.0 – lautlos, zielgerichtet und verheerend“ hat CANCOM zusammen mit seinen Partnern Trend Micro und IBM einige Lösungen vorgestellt.

“Es gibt zwei Arten von Unternehmen: solche, die schon gehackt wurden, und solche, die es noch werden“, sagte Robert Mueller, Direktor des FBI im März 2012. Wirtschaftsspionage ist in Deutschland ein einfaches Spiel für Cyberkriminelle.

Viele Unternehmen vertrauen weiterhin auf ihr Glück

Martin Kreuzer ist Spezialist für Wirtschaftsspionage vom Landesamt Verfassungsschutz, Fachbereich für Wirtschaftsschutz. In seinem Vortrag auf dem CANCOM-Workshop erklärt er: „Seit Edward Snowden sind die Mitarbeiter polarisiert: Entweder sind sie in absoluter Paranoia oder vertrauen weiterhin auf ihr Glück. Letzteres wird auch durch das trügerische deutsche Sicherheitsgefühl ausgelöst. In Deutschland hält sich jeder an Regeln: nicht über rote Ampeln laufen, Reißverschlussverfahren auf der Autobahn einhalten und Hotelzimmer sind – zumindest während dem Buchungszeitraum – das eigene Hoheitsgebiet und damit für Fremde tabu.“

Der Schein trübt – Wirtschaftsspione lauern überall

Mitarbeiter des chinesischen Nachrichtendienstes durchsuchen in der Abwesenheit von potenziellen Spionagezielen regelmäßig deren Hotelzimmer. Kreuzer empfiehlt daher, so wenig sensible Daten wie möglich im Koffer zu lassen.

Dank Visa können Nachrichtendienste ihre potenziellen Ziele auswählen – abhängig von Titel, Firma und Position

Ein Vorstand eines DAX-Unternehmens wollte mit der Bestellung eines Aktenvernichters den Datendieben einen Schritt voraus sein. Leider ging der Schuss nach hinten los: Bei genauerer Betrachtung entdeckte der deutsche Unternehmer neben dem Stromkabel ein Datenkabel. Das Gerät wurde als scannende Schneidemaschine entlarvt, das die Dokumente vor dem Vernichten irgendwo sicherte. Die Vernichtung (und geheime Sicherung) einer Klopapierrolle war das Abschiedsgeschenk des Deutschen.

Staatlich geprüfte Wirtschaftsspionage

Bis 2003 wurde in Air-France-Maschinen jedes Gespräch aufgenommen. Kreuzer geht davon aus, dass jetzt jeglicher Wifi-Verkehr mitgeschnitten wird. Für eine effektivere Wirtschaftsspionage sorgt auch die „Ecole de Guerre Economique“. Eine Schule für den Wirtschaftskrieg, die 120 Absolventen pro Jahr ausbildet und das seit 17 Jahren.

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Übersicht dieses Artikels:
  1. SEITE 1: Wirtschaftsspione lauern überall
  2. SEITE 2: Faktor Mensch ist die beste Firewall
  3. SEITE 3: Sicherheitsarchitektur reicht für aktuelle Bedrohungen nicht mehr aus

Hier schreibt Alexander Hoffmann für Sie

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