11. September 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Big Data: Gefühl schlägt weiterhin Kalkül

Datenanalysen bieten neue Möglichkeiten für strategische Entscheidungen. Jedoch sehen sich mehr als die Hälfte der von der Managementberatung PwC befragten Entscheider bisher nicht dazu in der Lage, die Daten adäquat zu nutzen. Sie verlassen sich vielmehr auf ihr Gefühl.

Big Data verändert die Art, wie unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Daran haben laut der PwC-Untersuchung rund zwei Drittel der CEOs weltweit keinen Zweifel. Wenn es um große strategische Entscheidungen geht, vertrauen 30 Prozent der befragten Unternehmenslenker jedoch auch im Zeitalter von „Big Data“ immer noch mehr ihrer Intuition und Erfahrung als den harten Zahlen.

PwC

Gerade Führungskräfte der obersten Hierarchieebene („C-Level“) sind laut PwC nicht immer sicher in der Auswertung von Big Data.

Eine gewisse Skepsis gegenüber dem praktischen Nutzen von Big Data bestehe weiterhin, so die Ergebnisse der Studie „Gut & gigabytes. Capitalising on the art & science in decision making“, die das britische Marktforschungsunternehmen Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von PwC durchgeführt hat.

Verbesserte Entscheidungsfindung mit Hilfe von Datenanalysen

Datenanalysen können für Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil durch verbesserte Entscheidungsfindung bedeuten. So berichten datengesteuerte Unternehmen dreimal so häufig von verbesserter Entscheidungsfindung als Unternehmen, die sich nicht auf umfangreiche Datenanalysen verlassen. Dabei beschreibt lediglich ein Drittel der befragten CEOs den Entscheidungsprozess als stark datengesteuert.

In der Studie gab ein Drittel der Befragten an, dass die letzte Entscheidung einen Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar hatte. Die Mehrheit der Führungskräfte, 44 Prozent, trifft mindestens einmal im Monat eine gewichtige Entscheidung, während 35 Prozent angaben, dass sie einmal im Quartal einen großen Beschluss treffen müssen.

Die fünf wichtigsten strategischen Entscheidungen in den nächsten zwölf Monaten

Ausschlaggebend für strategische Entscheidungen ist in der Regel der Wunsch nach Unternehmenswachstum. An zweiter Stelle stehe die Zusammenarbeit mit Wettbewerbern und an dritter Stelle folge die Verkleinerung des eigenen Unternehmens. Auf Platz vier der strategischen Entscheidungen stünden die Erschließung neuer Branchen und neue Geschäftsmöglichkeiten. Platz fünf belegen strategische Finanzierungsentscheidungen.

Gelegenheit macht Geschäfte

Oftmals werden die Entscheidungen allerdings nicht gezielt oder langfristig geplant, sondern ein Entscheidungsprozess beginne in vielen Fällen erst dann, wenn sich eine Geschäftschance eröffne. Dennoch würden Entscheidungen oft noch zu defensiv getroffen, die Daten immer noch zu wenig genutzt.

Die häufigste Hürde: Gerade Führungskräfte der obersten Hierarchieebene („C-Level“) seien nicht immer sicher in der Auswertung von Big Data. Mehr als die Hälfte gab in der Untersuchung an, dass sie Daten unberücksichtigt ließ, weil sie diese nicht verstand. Rund ein Drittel kritisiert, dass die Daten zu spät vorliegen.

Die Untersuchung gibt es hier zum Download.

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