21. Oktober 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

IT-Gipfel: Industrie 4.0 ist in aller Munde

In Hamburg wurde der 8. Nationale IT-Gipfel von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel eröffnet. Er betonte die Bedeutung der Informationstechnologie und forderte, Deutschland müsse die Führerschaft in der vierten, der digitalen industriellen Revolution übernehmen. Die Digitalisierung sei eine riesige Chance für Deutschland.

Höttges

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG

Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender Deutsche Telekom AG, erklärte bei der Eröffnung, Deutschland habe „die erste Halbzeit der Digitalisierung verloren. Jetzt kommt die zweite Halbzeit: Industrie 4.0.“ Und die wolle man gewinnen.

Bis zum Jahr 2017 wird die Bundesregierung deshalb fast eine halbe Milliarde Euro an Fördermitteln für die Digitalwirtschaft bereitstellen. Das Zukunftsprojekt „Smart Service Welt“ soll dabei mit 50 Millionen Euro unterstützt werden.

Gabriel sieht keinen Widerspruch zwischen traditioneller und digitaler Wirtschaft. Vielmehr müsse Deutschland nun bei der vierten, der digitalen industriellen Revolution eine führende Rolle übernehmen.

Industrie 4.0: Fünf Zentren für Mittelständler

Das Wirtschaftsministerium richte außerdem fünf Zentren zur Information über „Industrie 4.0“ ein.

Diese Zentren würden sich vor allem an Mittelständler richten, die ihr Wissen über Digitalisierung der Produktion und Unternehmensabläufe erweitern möchten. „Wenn 70 Prozent des Mittelstands bei einer Umfrage sagen, IT betrifft sie nicht vorrangig, ist das besorgniserregend“, meinte Gabriel.

Außerdem befinde man sich in Gesprächen mit der deutschen Börse, um eine Börse 2.0 für diese aufstrebenden Unternehmen zu gründen.

Industrie 4.0 sei auch ein Hoffnungsträger bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels. „Ich wünsche mir, dass die digitale Kompetenz ganz oben auf den Lehrplänen in den Schulen und Universitäten steht“, sagte Gabriel.

Im zweiten Themenblock ging es um „Transparenz, Sicherheit, Vertrauen – digitale Zukunft gestalten“. Dabei erklärte Bitkom-Präsident Dieter Kempf, dass Datenschutz zeitgemäßer als Datensouveränität zu definieren sei. Jeder Netznutzer müsse souverän entscheiden können, wem er seine Daten gebe.

Und last but not least befindet sich Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar schon so tief im Neuland, dass ihr bei ihrer Rede das gute alte Wort „Festnetz“ nicht mehr einfiel. Wenn das nicht zukunftsweisend ist in Sachen Digitalisierung…

Hier schreibt Heide Witte für Sie

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