24. November 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Fachbereiche bekommen mehr IT-Hoheit

Fachbereiche dürfen bei der Wahl und Gestaltung von mobilen Businessanwendungen immer mehr mitreden und erhalten ihr eigenes Budget. Kommunikation bekommt einen neuen Stellenwert. 

Notebooks, Tablets oder Smartphones – künftig wird es noch mehr mobile Endgeräte in Unternehmen geben. Drei Viertel der Unternehmen wollen in den nächsten zwölf Monaten den Einsatz von Smart Devices ausweiten. Das ist nur ein Ergebnis einer Untersuchung zum Thema Enterprise Mobility in Deutschland 2014/15, die IDC jetzt vorstellte. Für seine neueste Studie befragte das Forschungsunternehmen die IT- und Fachbereiche in 251 deutschen Unternehmen.

mobility IDC

Die wichtigsten Mobility-Initiativen in den nächsten zwölf Monaten. Quelle: IDC.

Immer mehr Unternehmen erkennen heute, dass Business-Anwendungen genauso intuitiv sind, wie die Apps, die sie zuhause benutzen. Axel Simon, Business Development Manager von HP, brachte das deutlich zum Ausdruck: „Dass sich die Hersteller, Fachabteilungen und IT an einen Tisch setzen, beginnt zu funktionieren und ist in den letzten sechs Monaten vermehrt erkennbar. Wir müssen uns davon verabschieden, als Hersteller nur mit der IT zu reden.“

Eigenes Budget für Fachabteilungen

Die Bedürfnisse der Benutzer bekommen einen neuen Stellenwert. Anstelle ihnen eine Anwendung einfach nur vorzusetzen, müssen sie daher vermehrt in die Entscheidungen miteinbezogen werden. Kommunikation wird daher immer wichtiger, und Plattformen, auf denen sich Fachbereiche, IT-Entscheider und Hersteller austauschen können, bekommen einen neuen Stellenwert.

Die Ergebnisse der IDC-Studie sprechen die gleiche Sprache: Während die Fachbereiche bei IT-Entscheidungen früher überhaupt nicht berücksichtigt wurden, soll bereits 2015 jeder zweite Fachbereich über ein eigenes Mobility-Budget verfügen.

Doch mobile Sicherheit steht weiterhin für Unternehmen ganz oben auf der Liste. Das stellt die IT-Abteilungen vor neue Herausforderungen. Für die IT wird es hingegen noch wichtiger, eine einheitliche Bedienung von Anwendungen geräteübergreifend herzustellen. Sie muss noch flexibler werden und den Spagat zwischen Sicherheit und Usability schaffen. So soll der Markt für Enterprise-Mobility-Management-Lösungen bis 2018 um elf Prozent jährlich wachsen.

Die Qual der Wahl

Dass die Fachbereiche selbst immer mehr Mitbestimmungsrecht bekommen, wird auch daran deutlich, dass die Anwender selbst vermehrt wählen dürfen, auf welches OS sie setzen. Zwei Konzepte dominieren:

Bring Your Own Device (BYOD) ist keine neue Sache. Mitarbeiter dürfen private mobile Endgeräte wie Laptops oder Smartphones in das Firmennetzwerk integrieren. Dieses Modell ist sehr verbreitet und erfreut Mitarbeiter, da sie sich nicht in eine neue Oberfläche eingewöhnen müssen. 40 Prozent der Unternehmen setzten bereits auf dieses Konzept.

Schenkt man den Ergebnissen von IDC Glauben, dominiert aber ein anderes Modell unsere Unternehmen: Choose Your Own Device (CYOD). Hier können Mitarbeiter aus einer Liste freigegebener Geräte wählen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten entgegenkommen. 49 Prozent der Unternehmen nutzen schon heute dieses Konzept; 26 Prozent planen es in den nächsten zwei Jahren einzuführen.

Ein vielversprechender Ansatz. Denn die Wahlfreiheit kommt den Usability-Wünschen der Mitarbeiter entgegen und der Unternehmen. Zugleich behält aber das Unternehmen die Kontrollhoheit der Inhalte. Auch die OS-Vielfalt bekommen Unternehmen so besser in den Griff.

Das Thema Mobility wird in den kommenden zwei Jahren noch wichtiger. Trotzdem wollen Unternehmen keine Kompromisse bei der Sicherheit eingehen. Neue Software und eine erfolgreiche Kommunikation zwischen allen Beteiligten ist daher künftig unabdingbar.

Quelle Header-Bild: Evernine.

Hier schreibt Wolfgang Emmer für Sie

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