14. November 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren
Weiterbildung am Arbeitsplatz:

Kfz-Techniker lernen per App

christoph_rensing_elearning_spezialistDer Autor dieses Artikels ist Christoph Rensing. Er leitet den Forschunsgbereich Knowledge and Edcuational Technologies am Fachgebiet Multimedia Kommunikation an der Technischen Universität Darmstadt, sowie den Bereich Telemedia Learning im httc e.V. Innerhalb des eBusiness-Lotsen Darmstadt-Dieburg vertritt er das Themengebiet E-Learning. Christoph Rensing hat seit mehr als 12 Jahren Erfahrungen im Themenfeld E-Learning aus unterschiedlichen Perspektiven von der Forschung bis zur Anwendung gesammelt. Seine derzeitigen Forschungsinteressen sind die Erstellung und das Management von Wissens- und Lernressourcen in formellen und informellen Lernszenarien sowie die Gestaltung der Szenarien. Dabei betrachtet er insbesondere auch den Einsatz mobiler Endgeräte.  

Elektromobilität soll auch dabei helfen, die Luftverschmutzung durch Kohlendioxid zu reduzieren. Dabei muss sich die gesamte Kfz-Branche auf diese neue Technologie einstellen, insbesondere die Kfz-Werkstätten. Eine Lern-App soll nun Kfz-Service-Techniker unterstützen.

Die Wissenschaftler am Fachgebiet Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt entwerfen gemeinsam mit weiteren Projektpartnern die mobile Lern-App MOLEM, die auf die jeweils aktuellen Bedürfnisse der Kfz-Service-Techniker zugeschnitten ist und über Smartphones oder Tablets den Lernprozess dann direkt in die Arbeit integriert.

Die große Herausforderung dabei ist die unmittelbare Integration des Lernens in den Arbeitsprozess. Mobiles Lernen bietet erst dann Mehrwert, wenn der Lernprozess direkt in den Kontext vor Ort eingebunden ist.

Der Knackpunkt dabei: Das richtige Wissen zum passenden Zeitpunkt bereitzustellen. Diese Aufgabe soll über eine automatische Erkennung des aktuellen Arbeitskontextes der Mitarbeiter mittels der zahlreichen Sensoren gelöst werden, die mittlerweile in jedem Tablet und Smartphone integriert sind.

Kontexterkennung mittels Sensoren

Kamera, Gyroskop, Kompass, Barometer, Bewegungs- und Geschwindigkeitssensoren, Helligkeitssensor, Infrarot, GPS – das ist nur eine Auswahl der Sensoren, die in modernen Smartphones und teilweise auch Tablet-PCs bereits Standard sind.

Und in Zukunft kommen noch mehr dazu, beispielsweise, um den Herzschlag oder den Hautwiderstand zu messen, wodurch Rückschlüsse auf den Stresslevel des Kollegen möglich werden.

screen-answerSo soll die MOLEM-App die individuelle Situation des Servicetechnikers erkennen, also den aktuell zu bearbeitenden Schaden und den Fahrzeugtyp. In einem Modell des Lerners wird der Kenntnisstand des Mitarbeiters bezüglich verschiedener Aufgaben dokumentiert.

Basierend auf diesen Daten können dann zielgenau Informationen oder Lernmaterialien, die im Reparaturprozess helfen, am Arbeitsplatz bereitgestellt werden. Eventuell aufkommende Fragen werden so direkt beantwortet. Die App hält so immer genau das Wissen bereit, was der Mechaniker gerade braucht.

Kfz-Mechaniker unterstützen sich gegenseitig

Doch woher kommt das gesammelte Wissen? Die App setzt dabei unter anderem auf ein Crowd-Sourcing-Prinzip – Mechaniker können Fragen stellen, die dann von anderen Mechanikern beantwortet werden. Vorzugsweise mit Bildern oder kurzen Videos, die als besonders hilfreich eingeschätzt werden.

Eine erste Umfrage unter mehr als 150 Kfz-Mechanikern zeigt, dass sowohl der Bedarf nach Wissen als auch die Bereitschaft, Wissen zu teilen, groß sind. Über 40 Prozent der Mechaniker geben an, dass im Arbeitsalltag regelmäßig Fragen aufkommen – und über 80 Prozent der Mechaniker sind gerne dazu bereit, weiterzuhelfen. In dringenden Fällen sogar in der Freizeit.

Die Laufzeit des Projekts MOLEM beträgt 3 Jahre. Das Projekt wird gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und durch den Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF). Weitere Projektpartner sind die Infoman AG, die DEKRA Akademie GmbH,die EvoBus GmbH sowie das Autohaus Anders GmbH und die SternPartner GmbH & Co. KG.

Mehr Informationen zur Umfrage gibt es im Blog des Fachgebiets Multimedia Kommunikation der TU Darmstadt.

Bildquelle: Andreas Portner / pixelio.de

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