20. November 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren

Internet der Dinge: In 7 Schritten zu neuen Geschäftsmodellen

Das Internet der Dinge und vor allem der Trend zu „Everything as a Service“ führt zu tiefgreifenden Veränderungen in den Geschäftsmodellen. Die digitale Anschlussfähigkeit von Produkten, Kunden und Partnern wird für viele klassische Unternehmen künftig zum wettbewerbsentscheidenden Kriterium.

In seinem Report „Driving Unconventional Growth Through the Industrial Internet of Things“, hat der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture sieben Schritte identifiziert, mit denen sich im Internet der Dinge neue Geschäftsmodelle erschließen lassen.

1. In alle Richtungen denken: Am Anfang dürfen ruhig wilde Spekulationen stehen. Unternehmen sollten sich fragen, welche Services rund um welche Produkte ihren Kunden nutzen könnten. Weitergedacht, können sie sich fragen, was den Kunden ihrer Kunden nutzen könnte. Dazu gehört auch eine sachliche Bestandsaufnahme dessen, wie weit das Unternehmen auf diesem Weg schon ist und wie es die nötigen Skills entwickeln kann.

2. Das Umfeld der Partner beobachten: Weil der eigene Erfolg auch von Partnern und Zulieferern abhängt, muss deren Umfeld beobachtet werden. Zum einen können über dieses Umfeld neue Kunden erreicht werden, zum anderen könnten Partner der Partner im eigenen Umfeld wildern.

3. Design und Entwicklung der Plattform angehen: Von der technologischen Seite her ist zu prüfen, welche Plattform das Unternehmen braucht. Entscheider müssen festlegen, ob und welche Zugriffsmöglichkeiten Externe (Entwickler, Zulieferer, Kunden) haben sollen. Eine weitere Frage lautet, welche Services man über welche Kanäle anbieten will.

4. Die finanzielle Seite betrachten: In den finanziellen Fragen geht es statt wilder Spekulationen um möglichst realistische Betrachtungen künftiger neuer Umsätze. Die Kosten des Transformationsprozesses gehören in diese Betrachtung ebenso wie die Gestaltung von Preisen und Margen.

5. Die neuen Angebote verkaufen: Unternehmen müssen ihre Vertriebspartner von den Vorteilen der neuen Angebote überzeugen. Konflikte können entstehen, wenn das Unternehmen Services jetzt online anbieten will, die zuvor über einen Vertriebspartner gelaufen sind.

6. Sich in Rechts- und Datenschutzfragen auf den neuesten Stand bringen: Wer seine haptischen Produkte um digitale Services erweitert, betritt in Rechtsfragen möglicherweise Neuland. Gesetzliche Vorgaben und Datenschutzbestimmungen sind zu beachten.

7. Den Menschen nicht vergessen: Wer bisher handfeste Maschinen produziert hat und diese nun um digitale Dienstleistungen erweitert, mutet den Mitarbeitern erhebliche Umstellungen zu. Sie dürfen nicht auf der Strecke bleiben. Schließlich soll die Produktivität steigen.

Das Stichwort lautet ‚Smart Services‘. Diese basieren auf der Auswertung von digitalen Daten aus intelligenten Produkten und verlängern damit die Wertschöpfungskette des Herstellers. Bisher endet diese, wenn etwa eine Landmaschine oder eine Flugzeugturbine die Fabrik verlässt.

Zukünftig werden die Hersteller aber Zugriff auf die digitalen Nutzungsdaten aus den vernetzten Produkten haben. Das ermöglicht Geschäftsmodelle, die den gesamten Lebenszyklus abdecken. Die Hersteller können basierend auf der Analyse dieser Daten zum Beispiel neue Wartungsmodelle entwickeln, den Betrieb der Maschinen und Geräte beim Kunden optimieren oder auch branchenübergreifend neue Angebote entwickeln.

„Entscheidend ist, dass die deutschen Leitbranchen die großen Potenziale des Internet der Dinge nutzen, denn hier liegen erhebliche Wachstumschancen“, sagt Frank Riemensperger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Accenture Deutschland und Mitglied im Vorstand von Bitkom. „Wer zwar ein tolles Produkt herstellt, aber dazu keine digitalen Services anbietet, muss schnellstens umdenken“.

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