19. Dezember 2014 | pArtikel drucken | kKommentieren
E-Payment in der Praxis

Die Pfalz als Vorreiter: Ab jetzt Strafzettel per Smartphone bezahlen

E-Payment als Zahlungsmethode setzt sich immer mehr durch. In Kaiserslautern können Falschparker jetzt Knöllchen direkt per QR-Code und Paypal bezahlen.

Wer in Kaiserslautern falsch parkt und einen Strafzettel an seinem Auto findet, kann diesen ab sofort per Smartphone bezahlen. Falschparker scannen lediglich den aufgedruckten QR-Code per Smartphone zahlen dann direkt via Paypal. Diese Möglichkeit bietet die Stadt bereits seit Anfang August 2014 den Parksündern an. „Das Internet und Smartphones sind längst Teil der Lebensrealität der Menschen, auch beim Bezahlen“, so die Bürgermeisterin der Stadt, Frau Dr. Wimmer-Leonhardt.

Die Stadtverwaltung kommt damit nicht nur den modernen Gewohnheiten entgegen, sondern hat auch selbst Vorteile durch das Dienstleistungsangebot, wie sie bekannt gab. Sie hat dafür die gesamte Zahlungskette angepasst. Beim Umstieg auf E-Payment sollten übrigens auch Unternehmen das gesamte System in den Blick nehmen. Das lohnt sich  für Kunden und den Anbieter selbst, wie sich am Beispiel von Kaiserslautern zeigen lässt:

Vorteile für Falschparksünder

Die Verkehrssünder haben alle Informationen auf dem Bildschirm und müssen nur noch die Zahlung bestätigen. Das ist praktisch und spart Geld:

✦ Durch die Möglichkeit des direkten Bezahlens ist es weniger wahrscheinlich, dass eine Überweisung einfach vergessen und somit eine Mahnung fällig wird.

✦ Tippfehler oder Zahlendreher beim manuellen Eingeben von Überweisungsdaten gehören der Vergangenheit an.

✦ Das E-Payment ist lediglich eine Alternative zu den gewohnten Bezahlmöglichkeiten, wie Banküberweisung, sodass der Bürger die freie Wahl hat.

Vorteile für die Stadt

Für die Stadt Kaiserslautern bedeutet das vereinfachte und zeitgemäße Zahlungsverfahren eine erhebliche Einsparmöglichkeit.

✦ Zum einen können die Zahlungsbestätigung deutlich schneller erfolgen, was den Verwaltungsaufwand und auch den Zinsvorteil bringt.

✦ Zum anderen sinke das Risiko falsch übertragener Aktenzeichen, IBANs oder anderer Kennziffern auf konventionellen Überweisungsträgern.

✦ Außerdem könnten internationale Zahlungen problemlos akzeptiert werden, wie die Stadt betont.

✦ Nicht zuletzt verspricht sich die Stadt eine bessere Zahlungsmoral der Falschparker.

Print

Das Smartphone kann in Zukunft Platz in Geldbeutel und Handtasche schaffen. Es ersetzt Schlüssel, speichert Tickets und Fahrkarten (Quelle Deutsche Telekom).

Der Umstieg für Unternehmen

Die Einführung von elektronischen Zahlungssystemen ist sicherlich nicht nur für Kommunen sinnvoll, sondern auch für Unternehmen, die moderne Dienstleistungen erbringen wollen. Bei der Umsetzung gilt es allerdings die gesamten Prozesse zu analysieren, die mit der Zahlung direkt zusammenhängen oder dadurch beeinflusst werden. Die Stadt hat daher unter anderem die Einbindung der neuen Zahlungsmethode in Zusammenarbeit mit der Firma PayPal und einem weiteren Branchenspezialisten umgesetzt.

In der Tat ist es sinnvoll, sich bei der Einführung von spezialisierten IT-Dienstleistern unterstützen zu lassen. Damit alles reibungslos läuft und es nicht gar zu Medienbrüchen kommt, muss das Ganze bis hin zum Warenwirtschaftssystem in den Blick genommen werden. Dreht man in einem stark verzweigten System an einer Stellschraube, ist das oft nicht ohne Folgen für das gesamte Zusammenspiel. E-Payment kann Ihr gesamtes Geschäftsleben umkrempeln.

Übrigens: Wie so oft in der IT war es wieder einmal die USA, die die fortschrittliche Entscheidung der Stadt auslöste. Wie die Stadtverwaltung betont, leben über 50.000 US-Brüger (bedingt durch Stationierungen) in Kaiserslautern und Umgebung. Diesen wolle man mit dem Schritt entgegenkommen, wie die Bürgermeisterin berichtet.

 

Quelle Header-Bild:  Pixabay

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info