23. Januar 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

So sieht das digitale Leben in 30 Jahren aus

Vor rund 30 Jahren hielt der PC Einzug in den Alltag. Seitdem hat er unser Leben und die Gesellschaft entscheidend verändert. Doch wohin führt die digitale Transformation und wie wird sich die digitale Realität in weiteren 30 Jahren darstellen? Die Experten von Kaspersky Lab haben eine Prognose für das Jahr 2045 gewagt.

Roboter sind allgegenwärtig

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich zu den Milliarden von Menschen auf der Erde bald auch Milliarden von Robotern gesellen, die uns lästige und schwere Arbeiten abnehmen. Die Menschheit wird sich darauf konzentrieren, die Software für die Roboter weiter zu verbessern. Wo heute in der IT-Industrie noch Apps entwickelt werden, kümmern sich morgen Unternehmen um Robotersoftware.

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Roboter sollen in 30 Jahren unsere ständigen Begleiter sein. Bildquelle: http://bostondynamics.com/

Mensch und Maschine verschmelzen

Gleichzeitig werde vor allem in der Medizin die Grenze zwischen Mensch und Maschine durchlässig. So sollen 2045 wohl elektronisch gesteuerte künstliche Organe und Prothesen hergestellt und transplantiert werden. Winzige Nano-Roboter geben dann in unserem Körper gezielt Medikamente ab oder führen selbstständig kleinere Eingriffe durch. Unser Gesundheitszustand werde von implantierten Sensoren überwacht, welche die Werte in einem Cloud-basierten Speicher ablegen, auf den die Mediziner Zugriff haben. Das alles soll die Lebenserwartung deutlich weiter erhöhen.

Smart Homes erledigen Routineaufgaben

Auch das häusliche Umfeld wird sich verändern. Smart Homes kümmern sich automatisch um die alltäglichen Pflichten, sei es die Versorgung mit Wasser und Energie, sei es, dass der Kühlschrank nicht leer wird. Die Bewohner könnten sich darauf konzentrieren, auf ihrem Bankkonto immer genügend Geld für die Begleichung der Rechnungen zu haben.

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Schon heute lassen sich Hausgeräte remote per App steuern. Bildquelle: Miele

Hyper Intelligence

Unsere digitalen Alter Egos sind 2045 komplett ausgeprägt und in einer selbstregulierten weltweiten Infrastruktur miteinander vernetzt. Dieses System kümmere sich um die Lebensgrundlagen auf der Erde und die Verteilung der Ressourcen. Es schütze vor bewaffneten Konflikten und organisiere humanitäre Aktionen. Moderatorenrechte und damit den meisten Einfluss auf das System hätten die aktivsten und erfolgreichsten Nutzer. Dieses System soll ein wenig wie das TOR-Netzwerk arbeiten.

3D-Drucker – schnell und günstig

Vorbei sei die Zeit langweiliger, industrieller Massenware. Ob Geschirr oder Kleidung, mit 3D-Druckern könne jeder seine Haushaltsgegenstände oder Kleidungsstücke selbst gestalten und herstellen. Das werde auch für die Baumaterialien unserer Häuser gelten.

PC wird von smarten Geräte abgelöst

Der PC als Vater des IT-Booms, der vor 30 Jahren begann, habe in weiteren 30 Jahren ausgedient und sei nur noch im Museum zu besichtigen. Er werde abgelöst von einer Vielzahl hochspezialisierter smarter Geräte, die seine jetzigen Funktionen übernehmen. Das gelte zum Beispiel auch für Unternehmen: An Stelle der Angestellten, die heute am PC die Bücher führen, sollen morgen spezialisierte, von den Firmen kontrollierte Server treten, die entsprechende elektronische Dokumente selbstständig auswerten können.

Gegenbewegung möglich

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Alexander Gostev von Kaspersky Lab

Nicht jeder werde von der neuen, digitalen Welt begeistert sein. So erwarten die Experten von Kaspersky Lab auch, dass sich eine Gegenbewegung von Technikfeinden formieren wird. Sie werden sich der Entwicklung von Robotern, smarten Geräten und digitalen Identitäten entgegenstellen.

„Die rasante Entwicklung der IT macht es nicht einfach, genau vorherzusagen, wie die Welt in drei Jahrzehnten aussehen wird. Und doch zeigt sich, dass unsere Technologien jedes Jahr noch smarter werden und die Menschen mit dieser Entwicklung Schritt halten müssen. Diese Entwicklungen dürften aber auch Cyberkriminelle auf den Plan rufen – mit dem Ziel, jeglichen neuen IT-Fortschritt für ihre kriminellen Machenschaften auszunutzen“, sagt Alexander Gostev, Chief Security Expert bei Kaspersky Lab.

Quelle Header-Bild: Kaspersky

Hier schreibt Heide Witte für Sie

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