20. Januar 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Facebook – das neue Firmenintranet?

Auf einen Blick alle Facts zur Plattform „Facebook at Work“. Bislang lag der Fokus von Facebook hauptsächlich auf dem privaten Austausch. Hier finden Sie die Antworten, ob sich das ändern wird.

In der Geschäftswelt wird viel über „Facebook at Work gesprochen“. Doch worum handelt es sich dabei, macht es für deutsche Firmen überhaupt Sinn und wie sieht es in Fragen Datenschutz und Internetverhalten aus? Wir klären auf.

1) Was leistet die Plattform?

Ziel von Facebook at Work ist, auch Unternehmenskommunikation über die gewohnten Strukturen des sozialen Netzwerks laufen zu lassen und so den internen aber auch externen Kommunikationsfluss zu vereinfachen. Dazu richtet sich eine Firma gegen Gebühr einen eigenen Account inklusive einem Kontingent an Mitarbeiterzugängen ein. Die Nutzer loggen sich dann nicht über ihr privates Profil auf Facebook ein, sondern richten sich im Rahmen des Firmenkontingents einen separaten Account ein, der sich übrigens parallel zum eigenen nutzen lässt. Inwieweit sich beide Accounts überhaupt verbinden lassen, ist noch unklar.

Facebook at Work liefert alle bekannten Funktionen: Messenger und Newsstream sollen E-Mails überflüssig machen, so die Idee von Facebook – oder zumindest den Posteingang für unternehmensinterne Kommunikation entlasten. Gruppen und Veranstaltungen übernehmen zum Teil die Funktion des Intranets. Über einen Intranetersatz geht Facebooks Tool aber klar hinaus: Auch Partner, Kunden und andere Geschäftskontakte lassen sich dazu einladen, etwa in bestimmte Gruppen, sofern sie auf Facebook at Work sind.

Dokumente werden sich teilen lassen, aber ob die Bearbeitung wie bei Google Drive direkt auf der Plattform möglich sein wird, ist noch unklar. Bislang ist das wohl noch nicht der Fall.

2) Was kann „Facebook at Work“ mehr als das „normale Facebook?“

public Q&A in Bogotá, Colombia where he answered questions from people around Latin AmericaQuelle: Facebook.

Mark Zuckerberg stand neulich in Kolumbien Rede und Antwort und will Latein Amerika vom Netzwerk überzeugen. Facebook feilt auch mit neuen Produkten stets an der eigenen Beliebtheit. Quelle: Facebook.

Der Funktionsumfang macht es möglich: Wenn Unternehmen aktuell Facebook für die Firmenkommunikation nutzen, können Mitarbeiter das nur im Rahmen des privaten Chats oder im Funktionsumfang von eindimensionalen Gruppen oder Unternehmens-Feeds tun. Facebook at Work schafft dagegen mehrere Ebenen im Rahmen einer geschlossenen Umgebung, etwa lassen sich eigene Gruppen für Abteilungen, für Projekte oder auch Workflows schaffen, bei denen mehrere Departements involviert sind. Dazu kommt die Möglichkeit, externe Mitarbeiter und Vertreter von Partnerunternehmen beispielsweise in bestimmte Gruppen einzuladen, sofern diese auch registriert sind. Und das alles, ohne durch private Angelegenheiten abgelenkt zu werden. Zudem lassen sich für alle Vorgänge Zugriffsberechtigungen einführen.

3) Gibt es eine App?

Ja. Facebook hat bereits die Einführung einer entsprechenden App des gleichen Namens für Android und iOS angekündigt. Diese soll wohl noch im Januar auf den Markt kommen, eine Beta-Version ist sogar bereits erhältlich. Angeblich soll diese frei von Werbung sein und ein ähnliches Gesicht wie das klassische Facebook haben.

4) Was ist der Unterschied zu anderen sozialen Netzen mit ähnlichen Diensten?

Natürlich geht der Internetriese damit auf volle Konfrontation gegenüber den großen Wettbewerbern, die im sozialen Firmenumfeld bereits eine Menge bieten. Xing und LinkedIn werden etwa zu Wettbewerbern im Umfeld B2B-Kontakte und Karriere, da sich auch externe Verbindungen herstellen lassen (unter der Voraussetzung, dass die andere Person ebenfalls für Facebook at Work registriert ist). Klar sind auch die sozialen Business-Lösungen von IBM, Microsoft oder SAP im Visier. Und nicht zuletzt eignet sich die Plattform für Mailings, als Datenablage und mehr, womit auch hier entsprechende Business-Angebote Druck bekommen könnten.

5) Was kostet die Nutzung?

Hieraus macht Facebook noch ein Geheimnis. Es ist aber denkbar und wohl auch sehr wahrscheinlich, dass es zwei Versionen gibt: Eine kostenfreie (oder sehr günstige), die Facebook wohl dann über Werbung finanzieren würde und eine Premium-Version, die werbefrei ist, deren Nutzung aber Geld kostet und vielleicht auch einen höheren Funktionsumfang bereithält. Facebook wäre allerdings schlecht beraten, die Einstiegshürde zu hoch zu halten.

6) Wann kommt die Plattform auf den Markt?

Die Testversion ist auf dem Markt – das genaue Releasedatum hält Facebook noch zurück. Lange wird es vermutlich nicht mehr dauern.

7) Für welche Firmengrößen eignet sich das Tool?

Facebook at Work eignet sich für alle Firmengrößen, da es das alltägliche Kommunikations-Instrumentarium ersetzt. Die Möglichkeit, mehrere Ebenen über die Einführung mehrerer Gruppen einzuführen, macht es auch für größere Unternehmen interessant.

8) Was passiert mit meinen Firmendaten?

Bei der Datensicherheit werden manche Unternehmen Bedenken haben, denn fest steht: Alleine durch die Möglichkeit der Datenablage werden die Unternehmensdaten, aber auch Mitarbeiterinformationen, im Web liegen. Die Sicherheit des Datenverkehrs möchte Facebook über zusätzliche HTTPS-Verschlüsselungstechnologien gewährleisten. Es empfiehlt sich Firmen aber, Social Guidelines einzuführen und Nutzer in Bezug auf Webverhalten zu schulen. Das ist eigentlich eine übergeordnete Aufgabe, mit der sich jedes Unternehmen konfrontiert sieht.

9) Wo liegen die Schwächen?

Neben den Sicherheitsfragen – eine Alternative wäre beispielsweise eine Collaborations-Plattform auf Basis einer Private Cloud – wäre es natürlich vor allem die Abhängigkeit gegenüber Facebook. Was, wenn man das Tool eingeführt hat und Facebook plötzlich beschließt, Werbung im großen Stile einzuführen? Natürlich gibt es hier Verträge, aber man kennt Facebooks Gewandtheit, mit solchen Fragen kreativ umzugehen. Ein weiterer Punkt ist die wohl noch fehlende Editierfunktion von Dateien, sowie die Frage nach Schnittstellen zu anderen Businessanwendungen wie Office 365 oder SAP-Systemen. Desweiteren fehlt natürlich eine branchenspezifische Anpassbarkeit.

10) Was sollte ich bei der Einführung beachten?

Firmen, die sich mit dem Thema befassen, sollten sich darüber im Klaren sein, was die Nutzung von Cloud-Diensten immer mit sich bringt: Chancen und Gefahren des neuen Tools. Wie in den meisten Fällen überwiegen auch hier tendenziell die Chancen, die allerdings erst dann ausgespielt werden können, wenn die Einführung überlegt stattfindet. Der Markt bietet eine breite Palette an Alternativen und ein Vergleich mehrerer Tools und Optionen macht sicherlich Sinn.

Quelle Header-Bild: iTunes.

Hier schreibt Alexander Roth für Sie

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