13. Januar 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Intel-Computer für die Hosentasche

Intel präsentiert mit dem Compute Stick auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas einen Computer für die Hosentasche. USB-Sticks mit eigener Rechenleistung gibt es zwar schon einige Zeit, doch sind diese bisher eher auf TV-Streams ausgelegt. Wird mit Intels Modell der PC-Stick businesstauglich?

Flachbildschirme stehen heute in vielen Wohnungen und Büros. Anstatt den Laptop auf den Knien zu balancieren, um ein Video zu streamen oder online Musik zu hören, kann man dafür einen Rechenstick in den HDMI-Port des Flats stecken. Google, Apple und Amazon bieten dafür bereits seit längerem TV-Sticks an. Um weitere Anwendungen wie auf dem gewohnten PC zu nutzen, gibt es bereits Sticks mit größerer Rechenleistung. Bekannt ist vielen im Businessumfeld auch der Stick „Windows-to-go“, ein mobiles Angebot von Microsoft, mit dem Mitarbeiter Windows 8 inklusive der persönlichen Arbeitsumgebung auf beliebigen Rechnern einsetzen können.

Zum zentralen Thema wird es also, Cloudanwendungen und -Plattformen mit mobilen Geräten zu kombinieren, um eine businesstaugliche Lösung zu finden.

Quelle: Intel

Der kleine Stick ist mit Windows 8 auch direkt an Geschäftskunden gerichtet. Quelle: Intel.

Intels Prototyp eines besonders rechenstarken Compute Sticks wurde auf der CES 2015 in Las Vegas vorgestellt. Dabei denkt der Hersteller nicht mehr nur an Konsumenten, die auf ihren TV-Bildschirmen einfache Anwendungen nutzen oder im Netz und Socialmedia unterwegs sein möchten. Auch Business Kunden stehen auf der Liste des Herstellers. Daher gibt es eine Version des Sticks, der März oder April 2015 herauskommen soll, mit vorinstalliertem Windows 8.1.

Der Compute Stick im Überblick

Der portable Stick streamt ohne Probleme überall in HD Qualität. Das sind die Voraussetzungen im Innern des Sticks, den es in mindestens zwei Versionen geben soll:

▹ 1, 3 GHz Atom-Prozesser mit quad-core Technologie, also vier Kernen

▹ Version 1: Windoes 8.1. mit Bing, 2 GB Arbeitsspeicher und 32 GB Flashspeicher, 159 US-Dollar

▹ Version 2: Linux, 1 GB Arbeitsspeicher und 8 GB Flaschspeicher, 89 US-Dollar

▹ Extras: WLAN, Bluetooth, SD-Kartenschacht zur Speichererweiterung

Ersetzt das wirklich den Business-Rechner?

Intels Stick ist sicher praktisch, um bei kurzen Geschäftsreisen auf den Laptop zu verzichten, der viel Platz im Handgepäck wegnimmt. Ein Bildschirm ist schnell gefunden – in vielen Hotels ist er standardmäßig auf dem Zimmer. An jedem Bildschirm lassen sich damit Mails checken, kurz ins Internet gehen oder Nachrichten schreiben. Will man bei seinen Vorträgen nicht auf die eigenen Anwendungen verzichten, ist ein PC-Stick, im Gegensatz zu einem reinen USB-Stick, im Vorteil.

Der Arbeitsspeicher ist für die Größe des Geräts zwar schon recht beachtlich, doch ist der Stick allein kein vollständiger Ersatz für PCs. Für anspruchsvolle und rechenintensive Aufgaben eignet er sich nicht. Zudem fehlen weitere USB-Anschlüsse, die in der Regel noch benötigt werden, beispielsweise als Mausanschluss. Als Ersatz für einen Desktop-PC hat Intel allerdings Minirechner der NUC-Reihe im Angebot, mit einer höheren Rechenkapazität und mehr Anschlüssen.

Connecten mit der Cloud

Klar funktioniert das Konzept vor allem in Verbindung mit der Cloud. Inhalte werden auf cloudbasierten Plattformen, wie Dropbox, OneDrive oder auch ihren Business-Brüdern abgelegt und über das WLAN abgerufen. Der Speicherplatz des eigenen PCs wird damit erweitert.

Wenn das eigentliche Problem die Rechenleistung ist, wie bei den PC-Sticks, kann die Cloud ebenfalls helfen. In der Cloud kann auch eine größere Infrastruktur, wie Datenbanken und Rechenleistung, bereitgestellt werden. Das kann in letzter Konsequenz den Firmenserver ersetzen und erhält die Power aus externen Rechenzentren aufrecht.

Kombiniert man Cloud-Lösungen zusammen mit den PC-Sticks, haben sie immenses Potential. Indem die Mini-Computer sich über das Internet mit der Cloud verbinden, offenbaren sie den Weg zu deutlich mehr Rechenleistung, als die Hardware allein verspricht.

Im Grunde könnte man sich das Arbeiten mit den Sticks so vorstellen: Anwender machen auch bei komplexen und speicherintensiven Aufgaben nichts anderes mehr, als „Fernschauen“ – die Power und Rechenleistung steht woanders.

Weitere Infos zu Intels Stick finden Sie hier.

Headerbild Quelle: Pixabay

 

 

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

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