20. Februar 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Volvo bringt selbstfahrende Autos auf normale Straßen

Volvo will in zwei Jahren 100 selbstfahrende Autos auf ausgewählten Straßen rund um Göteborg einsetzen. Die Systemlösung „Drive Me“ binde diese Fahrzeuge in den normalen Straßenverkehr ein.

„Wir betreten Neuland auf dem Gebiet des autonomen Fahrens“, erklärt Dr. Peter Mertens, Senior Vice President Research & Development der Volvo Car Group. „Ein solches Pilotprojekt auf öffentlichen Straßen, bei dem ganz normale Menschen, keine Ingenieure oder Techniker, hinter dem Lenkrad sitzen sollen – das hat es bisher noch nicht gegeben.“

In Zukunft habe man als Autofahrer die Wahl zwischen autonomem oder aktivem Fahren. Damit werde das alltägliche Pendeln zur ‚Quality Time‘, die man für neue Möglichkeiten wie Arbeiten oder Erholung nutzen könne.

Verlässlich und widerstandsfähig

selbstfahrende Autos

Dr. Erik Coelingh, Technical Specialist bei Volvo

Das Volvo Autopilot System soll jeden Bereich des Fahrens selbstständig übernehmen können. Die zentrale Herausforderung dabei: Das System muss in verschiedenen Verkehrsszenarien und bei einem möglichen technischen Defekt gleichermaßen zuverlässig funktionieren. Es kann nicht vorausgesetzt werden, dass der Fahrer in einer kritischen Situation rechtzeitig einschreitet.

„99 Prozent Zuverlässigkeit sind für uns nicht gut genug. Wir müssen viel näher an die 100 Prozent kommen, ehe wir selbstfahrende Autos gemeinsam mit anderen Verkehrsteilnehmern auf öffentliche Straßen lassen“, sagt Dr. Erik Coelingh, Technical Specialist bei Volvo. „Wir verfolgen hier einen ähnlichen Ansatz wie in der Luftfahrtindustrie. Unsere redundante Fail-Operational-Architektur sorgt mit Hilfe von Backup-Systemen dafür, dass der Autopilot auch bei einem Ausfall eines Systemelements weiterhin sicher funktioniert.“

Beherrscht auch komplizierte Szenarien

Unterwegs werde die komplette Techniklösung selbst die kompliziertesten Szenarien bewältigen können – vom problemlosen Pendeln über dichten Verkehr bis hin zu Notfallsituationen. Möglich werde dies durch ein komplexes Netzwerk von Sensoren, cloud-basierten Systemen zur Positionsbestimmung sowie intelligenten Brems- und Lenksystemen der selbstfahrenden Autos.

selbstfahrende Autos

Kameras und Sensoren überwachen Verkehrssituationen. Quelle: Volvo

„So wie ein guter Fahrer, nähert sich auch das selbstfahrende Auto einer möglicherweise gefährlichen Situation mit der gebotenen Vorsicht. Und in einer echten Notsituation reagiert das Auto sogar schneller als die meisten Menschen“, erklärt Coelingh.

Sei das autonome Fahren beispielsweise aufgrund außergewöhnlicher Wetterbedingungen oder einer technischen Fehlfunktion nicht länger möglich, fordere das System den Fahrer auf, wieder die Kontrolle des Fahrzeugs zu übernehmen. Falls dieser aus irgendeinem Grund dazu nicht in der Lage ist und die Kontrolle nicht rechtzeitig übernimmt, steuere das Fahrzeug selbstständig einen sicheren Halt an.

„Eine Komplettlösung für selbstfahrende Autos zu entwickeln, ist ein großer Schritt. Wenn das öffentliche Pilotprojekt gestartet ist und läuft, wird es uns mit wertvollem Wissen über die Einbindung autonom fahrender Autos im Verkehrsgeschehen versorgen. Und wir werden erfahren, wie wir damit zu nachhaltiger Mobilität beitragen können“, fasst Coelingh zusammen.

Quelle Header-Bild: Volvo

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