20. März 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Mehr Absatz, weniger Kosten

Zukunftstechnik Beacons – So profitieren Industrie und Handel

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Tablets und Smartphones mit ihren integrierten Sensoren ermöglichen ganz neue Geschäftsmodelle und spielen eine wichtige Rolle bei der Digitalisierung. Mit der Beacon-Technologie erhält die Industrie beispielsweise innovative Möglichkeiten der Prozessoptimierung und der stationäre Handel optimiert Kundenbindung und Datenanalyse.

„Der Begriff Beacons steht im Englischen für Leuchtfeuer. Und genau wie diese senden die kleinen Hardware-Module via Bluetooth Signale an Smartphones oder Tablets, die sich in der Nähe befinden.“, erklärt Marlon Kirchhoff, Business Architekt bei CANCOM.

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Die Beacons gibt es in verschiedenen Varianten. Quelle: Marlon Kirchhoff/Glanzkinder.

 

 

Damit lässt sich nicht nur der Standort des Besitzers eines mobilen Geräts exakt bestimmen, sondern es können auch kontextbasierte Interaktionen ausgelöst werden. Die Funktionsweise: Sobald ein Mobile Device in Reichweite eines iBeacons kommt, werden über eine mobile Anwendung der Kontext, in dem der Anwender sich befindet, ermittelt und entsprechende Funktionen, Aktionen und Angebote bereitgestellt.

Dabei können die Beacon-fähigen Apps Events in drei definierbaren Reichweiten auslösen:
Immediate: im Radius einiger Zentimeter,
Near: im Radius einiger Meter,
Far: im Radius weiter als 10 Meter.

Dementsprechend vielseitig sind die Einsatzmöglichkeiten der iBeacons. Genutzt werden sie beispielsweise bereits im Dienstleistungssektor und in den Bereichen Industrie, Health Care, Smarter City, Sport, Events und im Handel.

Prozessoptimierung im industriellen Bereich

„Gerade im industriellen Bereich kommen die Beacons zunehmend zum Einsatz“, sagt Kirchhoff. Sie werden hier beispielsweise genutzt, um die Standorte von Maschinen oder Werkzeugen zu ermitteln oder um Daten bzw. Dokumente je nach Kontext für den benötigten Anwendungsfall bereitzustellen.

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In Echtzeit können auch Remote Experts befragt werden. Quelle: Marlon Kirchhoff/Glanzkinder.

So können Service-Techniker Reparaturanleitungen, Wartungsaufträge oder Protokolle aufrufen, ohne dafür die jeweilige Maschine zu ermitteln. Alles geschieht vollkommen automatisch über den iBeacon und die jeweilige App. Darüber hinaus können durch die Integration von Videolösungen wie Jabber Guest von Cisco auch Remote Service-Lösungen eingebunden werden.

Bei Wartungen oder auch im Falle eines Defektes einer Maschine lässt sich dieser dann direkt aus der App per Video-Call anrufen. Er erhält via Service-Schnittstelle alle Daten, die er zur Behebung der Störung benötigt. Auch hier dient wieder der iBeacon als Identifikation für die Maschine.

„Nearables“ mit Sensoren

Der Mehrwert für die Industrie: Der Einsatz von mobilen Apps und iBeacon-Lösungen optimiert in erster Linie Arbeitsprozesse. Mitarbeiter gelangen schneller an den Einsatzort und bekommen kontextbezogen direkt die Informationen, die sie benötigen, um ihre Arbeit auszuführen. Die Suche nach Werkzeugen, Standorten von Maschinen, Dokumenten wie Wartungsaufträge, Handbücher oder Umrüstaufträge von Maschinen entfallen durch die automatische Bereitstellung.

Laut Kirchhoff sind die Einsatzszenarien von Geräten auf Basis der Beacon-Technologie fast unbegrenzt: „Beispielsweise können Nearables – mit integrierten Temperatur – oder Bewegungssensoren – eingesetzt werden, um das Einhalten von Kühlketten zu protokollieren oder andere Temperatur-abhängigen Produktionsprozesse zu überwachen. Oder Bewegungssensoren können Informationen und Meldungen auslösen, wenn Bauteile oder Maschinen bewegt werden.“

Kundenbindung funktioniert nur, wenn der Nutzen stimmt

Kirchhoff erklärt das Potenzial der Technologie auch am Beispiel eines stationären Ladenlokals. „Schon beim Betreten eines Geschäfts können Kunden begrüßt und über aktuelle Angebote informiert werden.“ Abhängig von ihrem bisherigen Kaufverhalten oder von Produkten, die sich der Nutzer in der App oder im Geschäft zuletzt angesehen hat, lassen sich dann Produktwerbung oder Vorteilsangebote wie Coupons oder Rabatte gezielt an den Kunden senden.

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Per App und Beacon landen Sonderangebote auf dem Smartphone des Kunden. Quelle: Marlon Kirchhoff/Glanzkinder.

Und im Geschäft selbst ist es möglich, Kunden zu den von ihnen gesuchten Produkten oder Themen zu navigieren. „Damit kann die Kundenbindung enorm gesteigert werden – allerdings nur, wenn der Nutzen für den Kunden im Mittelpunkt steht“, postuliert der Beacon-Experte Kirchhoff. „Wer dagegen nur Werbung über Beacons verschickt, generiert keinen Mehrwert, sondern verärgert die potenziellen Shopper.“

Für den Shopbetreiber eröffnen sich durch die Beacon-Technologie ganz neue Möglichkeiten der Analyse von Kundendaten, so Kirchhoff. In stationären Ladengeschäften lassen sich damit Bewegungs- und Nutzerprofile sammeln und auswerten, wie das sonst nur in Online-Shops möglich ist.

Und dass es funktioniert, belegt eine aktuelle Untersuchung eines Location-Based-Service-Anbieters. Der Analyse zufolge betraten immerhin 50 Prozent angesprochener Beacon-Nutzer, die vor einem Ladengeschäft standen, anschließend den Shop.

Quelle Header-Bild: Marlon Kirchhoff/Glanzkinder.

Hier schreibt Heide Witte für Sie

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