23. März 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
IT im Krankenhaus

MedSense: Weniger Keime, mehr Effizienz

Antibiotikaresistenzen sind nicht nur schlecht für den Ruf von Krankenhäusern, sondern sie können für betroffene Patienten lebensbedrohend sein. Moderne IT erinnert das Klinikpersonal an Hygiene und verbessert nebenbei die Workflows in Krankenhäusern. Wie MedSense arbeitet, zeigt CANCOM.info.

MedSense MIT-General-Sensing-01

MedSense: Eine Mitarbeiterin im Krankenhaus nutzt einen Seifenspender, der mit via General Sensings monitored wird. Quelle: Courtesy of General Sensing

Vernetzte Fahrzeuge, vernetzte Sensoren und vernetzte Wearables – alle liefern den Unternehmen wertvolle Informationen, um beispielsweise in der Logistik die Arbeitsprozesse zu verbessern oder im Handel personalisierte Kundeninformationen heraus zu geben. (Auf CANCOM.info sehen Sie, wie DHL seine Logistik mittels virtueller Brillen noch effizienter gestalten will, oder sie können nachlesen, wie kleine Hardware-Module alle Abläufe von der Lagerhaltung bis hin zum Handel verbessern können.)

Im Bereich Health Care kann IT in Zukunft lebensrettend sein und der Verbreitung von Keimen und Infektionsrisiken vorbeugen.

Mit dem IT-System gegen Krankenhauskeime

Um zahlreiche Krankenhausinfektionen zu verhindern, gibt es ein einfaches Mittel: Händewaschen. Deshalb hat die WHO 2009 den Guide „Five Moments of Hand Hygiene“ herausgegeben, den das Krankenhauspersonal zum Händewaschen in den fünf entscheidenden Momenten im Kontakt mit den Patienten daher einhalten sollte. Doch die Einhaltung ist – auch angesichts der natürlichen Hektik in Krankenhäusern – nicht immer möglich. Noch schwieriger ist es herauszufinden, inwieweit diese Compliance-Vorgabe eingehalten wird.

MIT-General-Sensing-03

Mit MedSense kann beobachtet werden, ob die Hygiene Compliance eingehalten wird. Quelle: Courtesy of General Sensing.

Ein US-Start-Up hat dafür das System „MedSense“ rund um ein Wearable, das das Krankenhauspersonal wie einen Ausweis am Körper trägt, entwickelt. Die intelligente Dienstmarke misst, wenn sich der Mitarbeiter dem Patienten nähert oder das Zimmer verlässt. Gegebenenfalls wird das Pflegepersonal an das Händewaschen und Desinfizieren erinnert. Die Sensoren an den Desinfektionsstationen erfassen zudem, wann die Angestellten ihre Hände reinigen. Die akkumulierten Daten zeigen, dass die Hygiene-Compliance in Krankenhäusern damit innerhalb eines Monats bereits um 25 Prozent verbessert werden können, so das Resultat aus einem Test in einem Hospital mit sechzehn Betten in Baharain.

Nicht zur vernachlässigender Nebeneffekt: Workflows monitoren und effizienter gestalten

Mit sogenannten Beacons, die anzeigen, wenn ein Mitarbeiter in der Nähe eines Patienten ist, können außerdem weitere Arbeitsabläufe verbessert werden. Indem die gesamten Abläufe erfasst werden, lässt sich auch herausfinden, wie Zeit und Ressourcen unnötig verschwendet werden.

Zudem kann MedSense in Echtzeit das Personal lokalisieren und damit entdecken, wenn eine Krankenhauseinheit Personalnotstand hat. So reagiert die Verwaltung noch bevor jemand anrufen muss, um Hilfe anzufordern. Gerade im Krankenhausbetrieb geht es schließlich um Menschenleben und dabei zählt oft jede Sekunde.

MIT-General-Sensing-02

Das MedSense System beinhaltet ein Smart Badge, Beacons, Dispenser Monitors und eine Basis Station. Quelle: Courtesy of General Sensing.

 

Quelle Header-Bild: Illustration: Christine Daniloff/MIT

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

Mehr Artikel vom Autor

Lesen Sie weiter auf CANCOM.info