23. April 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Technologie-Trends E-Government, Analyse und Big Data

Zu spät für effiziente IT?

Effizienzsteigerung durch IT? Der öffentliche Sektor hat die Bedeutung moderner Informationstechnologien zwar spät erkannt, rüstet sich jetzt aber rasant für E-Government, Digitalisierung und Big Data. Das zeigt ein Branchendossier des Marktforschers Lünendonk. Noch später dran sind einige mittelständische Unternehmen und können jetzt sogar von der Verwaltung lernen.

Wie modern arbeitet die öffentliche Verwaltung? Viele mögen sie heute noch als rückständig und langsam betrachten, aber nicht zuletzt durch die digitale Agenda der Bundesregierung könnte der öffentliche Sektor bald einigen mittelständischen Unternehmen in Sachen Modernisierung voraus sein.

Laut des Branchendossiers „Öffentliche Verwaltung“ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Lünendonk hat der Staat jedenfalls die Notwendigkeit und die Vorteile durch die Möglichkeiten der sogenannten Digitalen Transformation erkannt. Das heißt soviel wie: Elektronische Archivierung, Dokumentenmanagement, Automatisierung oder Web-Portale für Bürgerinnen und Bürger – also der Einsatz effizienter IT –  gestaltet die Arbeit im öffentlichen Sektor produktiver und die Synergiepotenziale der vielfältigen Verwaltungsebenen werden deutlich besser genutzt.

Lesen sie hier, was die Verwaltung genau durch effiziente IT erreicht und welche modernen Technologien die größten Erfolge versprechen:

Das Potenzial effizienter IT

Die Herausforderungen im öffentlichen Sektor sind, im Vergleich zur Privatwirtschaft, enorm: Auf der einen Seite stehen hohe Verwaltungskosten und notwendige Investitionen in neue Technologien. Auf der anderen Seite sind die Kassen knapp und Bund, Länder und Kommunen stehen vor der großen Herausforderung, dem demografischen Wandel in Form der Alterung der Mitarbeiter bestmöglich zu begegnen. Kosteneinsparungen, mehr Service und bessere Workflows – das soll moderne und effiziente IT, lauf der Umfrage von Lünendonk, schaffen:

E-Government

E-Government: Eine Steigerung der Effizienz und Verbesserung der Kostenstruktur versprechen sich die öffentlichen Verwaltungen vom Einsatz moderner Technologien Quelle: Lünendonk.

 Die wichtigsten Technologien für die Umsetzung

1) E-Government: Mit der elektronischen Regierung sind vereinfachte Kommunikationswege bei der Datenübermittlung und verbesserte Arbeitsabläufe durch die Vernetzung von Staat, Bürgern und Wirtschaft, zum Beispiel über Webportale, gemeint.

Intern bedeutet E-Government: Die Verwaltung strafft und optimiert die IT-Infrastrukturen und -prozesse durch hochmoderne IT-Trends wie Servervirtualisierung, Zentralisierung der Rechenzentren, Kapazitätsmanagement und Standardisierung.

2) Verbesserte Abläufe durch Analysemethoden: Zum einen werden Abläufe durch Zentralisierung verschlankt, gedoppelte Abläufe so verhindert oder bestimmte Aufgaben outgesourced. Das erfordert die Analyse der Verwaltungsstrukturen und macht die Verwaltungsabläufe effizienter und damit günstiger, zum Beispiel dann, wenn Support-Funktionen wie HR oder Rechnungswesen/Controlling zusammengelegt werden.

3) Big Data: Die öffentliche Verwaltung hat zudem die Bedeutung von Big Data erkannt und nutzt die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten, wie die intelligente Vernetzung verschiedener Datenquellen, zum Beispiel Geo-, Umwelt-, Gesundheits- und Transportdaten. Die Analyse der Big Data kann außerdem ganz neue Angebote für die verschiedenen Anspruchsgruppen von Bürgern und Unternehmen bereitstellen.

Klar: Solche komplexen IT-Vorhaben übernimmt die Verwaltung nicht selbst, sondern lässt sich von externen IT-Dienstleistern beraten, die Abläufe analysieren und bei der Implementierung der neuen Lösung unterstützen.

E-Government-Index der UN. Quelle: Lünendonk.

Deutsche Verwaltungen in Sachen Digitalisierung aktuell noch im Mittelfeld

Ist die deutsche Verwaltung doch noch nicht voll im digitalen Zeitalter angekommen? Trotz hoher Investitionen und vieler Maßnahmen zur Verbesserung der E-Government-Prozesse ist Deutschland im renommierten E-Government-Ranking der Vereinten Nationen 2014 um 4 Plätze abgerutscht und belegt den 21. Platz, so die Studie von Lünendonk. Vor Deutschland liegen die Industrienationen wie USA (Platz 7), Frankreich (Platz 4) oder Japan (Platz 6). Im europäischen Vergleich liegt Deutschland auf Rang 12 (vgl. Abbildung).

Die Digitalisierung ist aber in Deutschland angekommen und soll Bürgerinnen und Bürger Services zur Verfügung stellen und intern die Kosten senken. Und letztlich steht es insgesamt betrachtet um den Fortschritt der deutschen Verwaltungen nicht schlecht: Deutschland zählt immerhin zu den Top 25 der 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen. Mit dem E-Government-Gesetz von 2013, das die öffentliche Verwaltung zur Digitalisierung anhält – (Man beachte: Gesetze sind im Vergleich zur Privatwirtschaft, wo der Fortschritt durch Wettbewerb befeuert wird, der größte Treiber der öffentlichen Verwaltung) – wird sich in nächster Zeit viel tun. Möglicherweise schneller, als in zahlreichen mittelständischen Unternehmen.

Das Dossier von Lünendonk steht hier kostenlos zum Download bereit.

Quelle: Pixabay

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

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