14. April 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Klartext: Das ist und kann SAP HANA

Alles was digital werden kann, wird in Zukunft auch digital. Doch damit steigen auch die Datenmengen, die verarbeitet werden müssen, um sie auswerten zu können. SAPs Antwort auf den Datentsunami heißt HANA: Eine Lösung für die Verarbeitung großer Mengen an Daten in Echtzeit. Was SAP HANA leistet und Tipps, für wen sich die Echtzeitdatenanalyse lohnt, finden Sie hier.

Detlev Sandel, Director Innovation Management beim Beratungsunternehmen Capgemini erklärt SAP HANA am Beispiel eines „Superflugzeugs“: „Stellen wir uns HANA als neues Superflugzeug vor. Wenn wir die Leistungsfähigkeit der Technologie übertragen, könnten Sie damit das Ladevolumen eines Containerschiffes in maximal zwei Minuten zu jedem Flughafen dieser Erde transportieren. Dieses Superflugzeug würde alle Wertschöpfungsnetzwerke, die auf den physischen Transport realer Güter angewiesen sind, komplett verändern. Von Zulieferern über Produzenten, Transporteuren bis hin zum Handel müssten sich alle auf die neuen Möglichkeiten einstellen. Standortentscheidungen würden neu bewertet, Transportwege geändert, Liefermengen neu berechnet, Absatzkanäle angepasst.

„Basis von SAP HANA ist eine „in memory-Architektur“: Transaktions- und Analyseverarbeitung aus SAP-Anwendungen erfolgen komplett in den schnellen Arbeitsspeichern der eingesetzten Hardware-Systeme. Der Abruf von Festplatten oder Flash-Speichermedien entfällt.

Der Vorteil: Ein einziges System kann klassische Architekturen, in denen die Daten aus den transaktionalen Systemen wie ERP und CRM zusammenfließen und dann in einem Data Warehouse für das Reporting analysiert werden, ersetzen. Dabei beschleunigt die Datenhaltung im Hauptspeicher laut SAP die Verarbeitung um den Faktor 1000 bis 10.000. HANA könne beispielsweise 500 Milliarden Point-of-Sale-(POS-) Datensätze in Sekunden scannen.

SAP HANA für KMU

Ist SAP HANA eine Nummer zu groß für den Mittelstand? Nein, sagt Geschäftsführer Georg Schukat. Sein Unternehmen Schukat electronic ist ein Familienbetrieb mit 140 Mitarbeitern in Monheim am Rhein. Der mittelständische Versandhändler von elektrischen Bauteilen nutzt SAP NetWeaver Business Warehouse powered by SAP HANA.

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Der Versandhändler Schukat electronic bündelt sämtliche Prozessdaten auf einer Plattform. Quelle: Schukat

„SAP HANA ist auch für Mittelständler lohnend“, urteilt Schukat. Denn mit der In-Memory-Technologie könne der Betrieb Wettbewerbsvorteile erreichen. Schukat erläutert: „Wir sind erfolgreich, weil wir ganz nah am Kunden sind. Als Versandhändler können wir uns nur über einen optimalen Service und kurze Lieferzeiten auszeichnen.“ Ein Schlüssel zum Erfolg sei die schnelle Verfügbarkeit: Um möglichst jeden Auftrag innerhalb von 24 Stunden zu bedienen, hält der Betrieb rund 97 Prozent der über 20.000 vertriebenen Elektronikbauteile stets am Lager verfügbar.

Mithilfe der In-Memory-Datenbank bündelt der Versandhändler sämtliche Prozessdaten auf einer Plattform. Berichte und Analysen lassen sich so leicht erstellen, Kennzahlen und Frühwarnindikatoren gezielt und tagesaktuell prüfen. „So wird die Dienstgüte unseres Services besser gewährleistet und die Kundenzufriedenheit erhöht“, sagt Schukat.

Bereits 2009 hatte die Firma SAP Enterprise Resource Planning (SAP ERP) und SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) für seine Lagersysteme eingeführt. Die Berichte und Analysen für die Logistik und den Vertrieb hatten die Monheimer selbst entwickelt.

Mit den traditionellen Lösungen stieß das Unternehmen jedoch bald an seine Grenzen, denn auch Mittelständler haben heute große Datenmengen zu verarbeiten. Immer wenn eine große Analyse anstand, hatte das Auswirkungen auf die Prozesse: Sie verlangsamten sich und lähmten das Unternehmen. „Die Prozesse liefen zwar“, erinnert sich Schukat. „Aber es ähnelte einem Blindflug. Um optimale Geschäftsprozesse zu entwickeln, geht es heute nicht mehr ohne Business-Intelligence-System.”

Point-of-Sales-Berichte in vier Sekunden

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Daten werden mit SAP HANA im Arbeitsspeicher verarbeitet und analysiert. Quelle: SAP

Vor der Einführung von SAP HANA brauchte Schukat electronic vier Tage zur Erstellung des Point-of-Sales-Berichts, da viele manuelle Schritte bis zur Fertigstellung nötig waren. Nun konnte der Prozess mit SAP HANA automatisiert werden – und dauert nur noch vier Sekunden.

Und es ist nun auch möglich komplexere Berichte mit Daten aus unterschiedlichen Systemen zu erstellen, etwa aus den SAP-Anwendungen ERP und EWM, sowie auch aus anderen Systemen wie dem Webshop oder dem Kundenbeziehungsmanagement – über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg.

Damit hat Schukat die volle Transparenz über seine Prozesse und kann Verbesserungsmöglichkeiten aufdecken: vom Auftragseingang bis zum Eingang der Ware beim Kunden. Da nun sämtliche Daten des Hauptprozesses in der HANA-Datenbank zusammengeführt werden, kann Schukat anhand dieser Daten Kennzahlen und Terminschwellen einrichten und so den Service für seine Kunden verbessern, etwa die Wartezeit bis zum Erhalt der Ware verkürzen.

Was kostet SAP HANA?

SAP Hana ist in zwei Varianten verfügbar:
– als On-Premise-Lösung in Form einer „Appliance“ – also einer Kombination aus Hard- und Software sowie
– als Cloud-basierter Plattform Service.

Gerade mittelständische Unternehmen können von der Cloud-basierten-Lösung profitieren, da keine hohen Einstiegsinvestitionen und zusätzliche Hardware nötig sind, sondern nutzungsabhängig abgerechnet wird. Speziell für mittelständische Firmen, die die In-Memory-Technologie evaluieren und testen wollen, bietet die Starter Edition der SAP HANA Cloud Platform mit Speicherzuteilungen von 32 und 64 GB einen kostengünstigen Einstieg. Die 64 GB-Version kostet im Monat etwas mehr als 500 Euro.

Partner sind wichtig

Einen wichtigen Part im HANA-Umfeld spielen zertifizierte SAP-Partner wie CANCOM. Denn „sie können und sollten Beratungsdienstleistungen anbieten, um Firmen den Nutzen, aber auch die Grenzen von HANA aufzeigen“, erklärt Frank Nieman, Analyst bei PAC.

SAP Hana_1Dazu Dr. Clemens Plieth, Managing Director Service Delivery bei der CANCOM-Tochter Pironet: „Der Betrieb einer SAP-Landschaft erfordert komplexes Know-how und langjährige Erfahrung. Da dieser IT-Betrieb jedoch nicht zum Kerngeschäft der meisten mittelständischen Unternehmen gehört, sind die wenigsten in der Lage, die wachsenden Anforderungen an einen SAP-Betrieb in Eigenregie sicherzustellen. Das ist vor allem deshalb problematisch, da Unternehmen oftmals einen Großteil ihrer Prozesse in SAP abbilden – von der Finanzbuchhaltung über das Controlling bis hin zur Produktionssteuerung.“ CANCOM und Pironet stellen bereits verschiedene Lösungen der SAP-Business-Suite auf Basis von SAP HANA in der Business Cloud bereit.

Und Capgemini-Experte Sandel gibt drei Tipps in Sachen SAP HANA:
1. Analysieren Sie Ihr Geschäftsmodell – wie kann SAP HANA Ihr Geschäft verbessern oder verändern?
2. Denken Sie ganzheitlich und mit Fokus auf die Prozesse.
3. Seien Sie kreativ und ein bisschen mutig. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Ein kurzes Video, wie SAP HANA funktioniert, finden Sie hier:

Headerbild Quelle: SAP

Hier schreibt Heide Witte für Sie

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