26. Mai 2015 | pArtikel drucken | k1 Kommentar
Marketing im Internet of Things

Marketing mit QR-Codes ist Schnee von gestern

Der QR-Code sollte das Marketing revolutionieren und die Brücke zwischen Werbung und Smartphone schlagen. Dieser Versuch scheint fehlgeschlagen. Eine neue LED-Maßnahme könnte das Ziel nun aber erreichen und viele weitere Möglichkeiten bei der Informationsdistribution offenbaren.

Gemeinsam mit dem Erfolgszug des Smartphones wurde der QR-Code als Instrument der Marketingabteilungen gefeiert. Oft falsch eingesetzt und physisch an reellen Flächen gebunden, hat sich die Werbemaßnahme mit dem zweidimensionalen Pixel-Code jedoch langfristig nicht durchgesetzt. Auch der Umfang an Funktionen und der durch den QR-Code generierte Informationsgewinn fiel zu gering aus, um wirklich als Werbemittel genutzt werden zu können.

Bestand – übertrieben gesprochen – jedes noch so kleine Unternehmen auf einen QR-Code in Werbeplakaten, auf Produkten oder Visitenkarten, so hat sich der Hype heute wieder beruhigt. Für Marketingabteilungen ist die erhoffte Werbemaßnahme innerhalb des Internet of Things damit aber auch gestorben.

Stattdessen könnten jetzt LED-Lampen als Marketing-Instrument eingesetzt werden – und damit den versprochenen Erfolg des QR-Codes erfüllen. Mit Licht einen Informationsgewinn für den Kunden zu generieren, mag schwierig vorzustellen sein. Doch genau an solch einem Projekt forscht aktuell der japanische Konzern Fujitsu Laboratories.

Das Smartphone erkennt Informationen anhand bestimmter Beleuchtung

Und grundsätzlich lässt sich die Idee des LED-Codes auch einfach erklären: Bestimmte Produkte, Plakate oder Schaufenster werden mit LED-Licht in Szene gesetzt. Der Konsument kann das beleuchtete Objekt scannen und erhält jede mögliche Information, die ihm das Unternehmen auf den Weg geben möchte.

Fujitsus Vorhaben bildlich dargestellt.

Fujitsus Vorhaben bildlich dargestellt. Quelle: Fujitsu.

Technisch wird dies durch die Farben Rot, Grün und Blau ermöglicht, die durch LED-Lampen ausgestrahlt werden. Für das menschliche Auge unsichtbar, können aber eben jene Farben je nach programmierter Wellenlänge auch Informationen übermitteln. Die Smartphone-Kamera kann solche Informationen sekundenschnell erfassen und für den Nutzer erkenntlich auf dem Display wiedergeben – so auch in einem Werbevideo zu sehen.

LED-Technologie verspricht ungeahntes Potential

Folgt man dem Gedanken des japanischen Herstellers, so könnte jeder Konsument mit Smartphone durch diese Werbemaßnahme angesprochen werden. Egal ob es sich um Produkte im Einzelhandel, Schaufenster, Werbetafeln oder gar Gebäude oder Autos handelt, sobald die Objekte mit programmierten LEDs beleuchtet werden, kann das mobile Endgerät die Daten auslesen. Der Kunde setzt sich interaktiv mit dem Produkt auseinander und entwickelt Neugierde, das Unternehmen kann Zusatzinformationen wie Preise, Kaufvorschläge, Hintergrundgeschichten und Co. platzieren.

Die Zukunft der LED-Technologie im Marketing: Werbung für den Einzelhandel, Informationsdistribution für Museen, öffentliche Einrichtungen und mehr.

Die Zukunft der LED-Technologie im Marketing: Werbung für den Einzelhandel, Informationsdistribution für Museen, öffentliche Einrichtungen und mehr. Quelle: Fujitsu.

Doch auch TV-Werbung und Product-Placement können von dieser Technologie profitieren. Ebenso wie im Retail könnten aber auch Forschungseinrichtungen, Live-Konzerte oder Museen auf die Info-Beleuchtung setzen und das (Kennen)lernen spielerisch zum Kunden tragen.

Aussichtsreiche Zukunft im Internet of Things

Sowohl das Smartphone als täglicher Begleiter als auch die LED als sparsames Leuchtmittel, werden uns die kommenden Jahre begleiten. Kombiniert mit immer besseren Kameras und Prozessoren in den mobilen Endgeräten, könnte sich die Werbemaßnahme aus Smartphone und LED zu einem vollkommen neuen Marketinginstrument entwickeln. Der Konsument bringt sein Werkzeug in Form des Smartphones eigenständig mit, LED-Leuchtmittel an den geeigneten Positionen bedeuten keine Mehrkosten für das Unternehmen.

Darf man Fujitsu Glauben schenken, so wird die LED-Technologie bereits ab Mitte 2016 für Werbetreibende verfügbar sein.

Quelle zum Titelbild: Fujitsu

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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