7. August 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Diese Cloud-Services sind bei Firmen unbeliebt

Office, ERP und Big Data-Analysen aus der Cloud – diese Lösungen kommen bei Firmen noch nicht an, wie eine Bitkom-Studie zeigt. Sind bei den Unternehmen diese Cloud-Services zu Recht unbeliebt oder verschlafen sie so wichtige Chancen?

Eine Bitkom Studie zeigt: Unternehmen setzen heute am liebsten auf sogenannte Groupware-Lösungen wie E-Mail und Kalenderdienste aus der Wolke. Warum ziehen die Firmen einige Cloud-Services vor und scheinen dagegen andere (noch) vehement abzulehnen? Und: Verpassen Firmen durch ihre ablehnende Haltung gegenüber gewissen Cloud-Services wichtige Weiterentwicklungs-Chancen?

Public oder Private Cloud?

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Wohin gehen die Wege mit der Cloud? Bildquelle: Agentur Evernine.

Die Cloud wir immer beliebter in Unternehmen, soviel steht fest. Doch Cloud ist nicht gleich Cloud. Auf der einen Seite gibt es Modelle, die von den Providern via Internet der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden. Diese sogenannte Public Cloud wird immer begehrter (16 Prozent Marktanteil laut Bitkom).

Vom Unternehmen selbst verwaltete Private Clouds bleiben aber im Business-Umfeld das beliebtere Modell (39 Prozent). Hintergrund für den Vorzug der Private Cloud sind Ängste in Sachen Datensicherheit. Gerade bei ausländischen Cloud-Anbietern mit Rechenzentren in Deutschland, gestaltet sich die Rechtslage kritisch. Doch es gibt auch heimische Anbieter, die Public Clouds bieten, die in deutschen Rechenzentren gehosted werden.

Bei den beiden Modellen handelt es sich jedoch nicht nur um eine Glaubensfrage. Sie finden nämlich auch unterschiedlichen Einsatz: so ist die Private Cloud besonders in bestimmten Branchen das Mittel der Wahl. Dagegen gibt es einige Nutzungsfelder und spezielle Services in denen die Public Cloud dominiert.

ITK-Branche setzt auf die Private Cloud

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Auszüge aus dem Bitkom Cloud Monitor 2015. Quelle: Bitkom Cloud Monitor.

Laut dem Bitkom Cloud Monitor 2015 ist die öffentliche Cloud besonders in der ITK-Branche beliebt. So setzen rund 31 Prozent der befragten Unternehmen aus dieser Branche auf diese Variante.

Aber auch in der Verkehrs- und Logistikbranche (25 Prozent) und Chemie- und Pharmaindustrie steigt das Interesse an der Public Cloud, wohingegen sich der Maschinenbau (14 Prozent) und Versicherungen (14 Prozent) aktuell zurückhalten.

Der Grund scheint hier offensichtlich: Es sind äußerst sensible Daten im Spiel. Diese Branchen legen ihre Produktions-, Kunden-, und Firmendaten lieber in einem dediziert abgesicherten Bereich in die Private Cloud.

Das sind dagegen die Einsatzfelder für die Public Cloud:

Der geräteübergreifend synchrone Kalender oder das altbekannte E-Mailing, Groupware also, gehören zu den beliebtesten Public Cloud-Services von Unternehmen. Aber auch im Bereich des Kundenmanagements erkennen Unternehmen zunehmend die Vorteile der Cloud (36 Prozent), um ihren Mitarbeitern Kundendaten noch einfacher zugänglich zu machen. Auch Cloud-Telefonie kommt aus der Public Cloud: Bereits 35 Prozent setzen Voice over IP beziehungsweise eine Telefonanlage aus der Cloud ein. Über ein Drittel überlegen sich, auf die Technologie umzusteigen.

Die Interpretation macht auch hier kaum Mühe: Die Public-SaaS-Lösungen werden bei relativ einfachen Geschäftsprozessen eingesetzt. Das Praktische daran ist, dass Services aus der öffentlichen Cloud sehr schnell einsatzbereit sind.

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SaaS Anwendungen und ihre geplante Nutzung. Quelle: Bitkom Cloud Monitor.

Drei Services, die nicht aus der Public Cloud kommen

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Bei den Unternehmen scheint immer noch hauptsächlich lokale Bürosoftware im Einsatz zu sein. Office365 oder andere Bürosoftware, setzten laut den Umfrageergebnissen lediglich 15 Prozent aus der Public Cloud ein. Ob den Firmen hier etwas entgeht? Flexibel und bruchfrei auf allen Geräten nutzbare Anwendungen sind etwa die Voraussetzung für das mobile Arbeiten. Lesen Sie hier acht Fakten zum mobilen Arbeiten.

Noch uninteressanter für Unternehmen sind SaaS-ERP-Lösungen (9 Prozent) und Big Data (6 Prozent). Obwohl besonders der Einsatz des letztgenannten Cloud-Services von einem Viertel der deutschen Unternehmen heiß diskutiert wird und sich die Experten vieler Branchen, wie der Gesundheitsbranche, großes Geschäftspotenzial davon versprechen, sind Big-Data-Services noch Zukunftsmusik. Das könnte sich allerdings rasant wandeln, wenn die Firmen die Geschäftsrelevanz von Big Data erst erkannt haben und für sich nutzen.

Quelle Titelbild: https://pixabay.com/de/users/stokpic-692575/

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

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