21. September 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Der Ratgeber für Unternehmer und IT-Entscheider

Endlich einfach erklärt: So geht Cloud Computing

Sie sind Geschäftsführer einer Firma und suchen schon länger einen Beitrag, der Ihnen modernes Cloud Computing erklärt? Dann sind Sie hier richtig. CANCOM.info liefert den knackigen Ratgeber für Firmenchefs, auf den Sie gewartet haben.

Quelle: BITKOM.

Unternehmen setzen auf Cloud Computing. Quelle: BITKOM Cloud Monitor 2015.

Cloud Computing wird immer mehr zum Wachstumstreiber für Unternehmen. Es steigert nachweislich die Effizienz und senkt die Kosten. Und auch wenn es unwahrscheinlich klingt: Richtig gemacht, steigert der Einsatz von Cloud Computing auch die Sicherheit. Dazu kommen eine erhöhte Flexiblität, mehr Innovation, mehr Vernetzung, bessere Workflows und eine bessere Informationsauswertung und -nutzung für die Entscheidergruppen in Firmen. Der renommierte Marktforscher Experton Group nennt Cloud Computing sogar den „Klebstoff von morgen und Fundamentalkraft jeglicher Wirtschaftsaktivitäten“ und schätzt den Anstieg des Cloud-Marktvolumens in 2015 auf 9,2 Mrd. Euro in Deutschland.

Doch Cloud ist nicht gleich Cloud. Unternehmen sehen sich einer Vielzahl an verschiedenen Modellen gegenüber. Laut einer Studie eines großen Analystenhauses zu der IT-Entscheider befragt wurden, waren Private Cloud-Umgebungen zu zwei Dritteln im vergangenen Jahr noch die mit Abstand bevorzugte Cloud-Variante, rund ein Drittel nutzte eine Hosted Private Cloud, während ein Viertel der befragten IT Lösungen aus der Public Cloud bezogen.

DIE Cloud gibt es also nicht. So unterschiedlich, wie die Anforderungen der Unternehmen sind, so unterschiedlich ist die Auswahl an Services für den Cloud Way of Computing und den Anbietern, die auf den Markt drängen. Wir helfen Ihnen dabei, den Überblick zu behalten.

Die Welle schwappt in deutsche Rechenzentren

Der Markt ist komplex: Denn längst beschränkt sich die Auswahl für deutsche Unternehmen nicht mehr nur allein auf deutsche Anbieter. US Cloud-Service-Provider haben den Standort Deutschland für ihre Rechenzentren entdeckt. So machte letzten Herbst Amazon mit der Meldung der Eröffnung eines Rechenzentrums in Frankfurt am Main von sich reden. Der hiesige Standort von Amazon Web Services (AWS) soll Datensicherheit garantieren, die Daten verlassen den EU-Rechtsraum nach Angaben der Betreiber nicht. Mit dem deutschen Standort kommt AWS IT-Entscheidern in Sachen Informationssicherheit und Compliance stark entgegen.

Und Amazon ist mit diesem Angebot bei weitem nicht der einzige Provider am Markt, sondern laut den Analysten von Gartner nur ein Teil einer ganzen Welle von Cloud-Anbietern, die nun den europäischen Rechtsraum als Standort für ihre Rechenzentren für sich entdecken. Die Frage für Unternehmen lautet 2015 also nicht mehr, ob der Weg in die Cloud führt, sondern welcher Weg der geeignetste dafür ist.

1. Welche Modelle gibt es?

Wie bereits erwähnt, gibt es im Markt für Cloud Computing eine Vielzahl verschiedener Angebote. IT-Entscheider müssen abwägen, welches Computing Modell sich am besten für ihr Unternehmen eignet.

➤ Public Clouds sind, wie es der Name bereits verrät, offen für jeden. Unternehmen können von überall auf ihre Daten zugreifen, die der Anbieter, genau wie Rechenkapazität, Speicherplatz oder Software-Anwendungen, über das Internet bereit stellt. Die Vorteile der Flexibilität und der Kosteneinsparung liegen auf der Hand, jedoch genauso die Frage nach der Datensicherheit. Gerade bei ausländischen Cloud-Anbietern mit Rechenzentren in Deutschland, gestaltet sich die Rechtslage kritisch.

Private Cloud gefragt_Quelle_BITKOM Cloud Monitor 2015

Die Private Cloud ist in deutschen Unternehmen weiterhin die gefragte Variante. Quelle: BITKOM Cloud Monitor 2015

➤ Private Clouds bieten den Kunden mehr Individualität und damit einhergehend mehr Exklusivität. Der Provider betreut zum Beispiel die Server seines Kunden in hochsicheren Rechenzentren. Die Zugänge zu diesen Servern sind ausschließlich den jeweiligen Kunden vorbehalten, oft via doppelter Authentifizierung. Dies bringt mehr Sicherheit mit sich, da die Server in den meisten Fällen sogar physikalisch voneinander getrennt gehalten werden. So sind sensible Firmendaten und Unternehmensanwendungen besser vor dem Zugriff Dritter geschützt.

➤ Hybride Clouds kombinieren Public und Private Clouds sowie unternehmensinterne IT. Die Anwender haben die Wahlfreiheit, welche Daten in welchem System gespeichert werden sollen. Fragen der Kosten und Sicherheitsaspekte werden hier miteinander verknüpft. Diese Variante setzt sich aktuell am Markt durch, da es an vielen Stellen durchaus Sinn macht, zu einer Kombination zu greifen. Beispielsweise können Unternehmen Office-Lösungen standardisiert verwenden, während sie sensible Firmendaten via Private Cloud gesondert sichern.



Lesen Sie hier mehr über CANCOMs Cloud Portfolio.



2. Welche Services gibt es?

Zu den unterschiedlichen Cloud-Modellen gesellen sich verschiedene Services, aus denen IT-Entscheider wählen können.

➤ Infrastructure-as-a-Service (IaaS) ist ein Service für die bedarfsabhängige Bereitstellung virtueller Infrastruktur-Komponenten. Hier werden dem Anwender alle Komponenten wie die Server, Rechenleistung, Netzkapazitäten, Kommunikationsgeräte, Speicher, Archivierungs- und Backup-Systeme und andere Komponenten der Rechenzentrums- und Netzinfrastruktur von einem Cloud-Service-Provider zur Verfügung gestellt. IaaS bietet den Vorteil, dass Unternehmen sich nicht selbst um die Wartung ihrer Systeme kümmern müssen und dennoch alle Sicherheits-Updates und modernste Tools zur Verfügung haben.

➤ Platform-as-a-Service (PaaS) ist ein Dienst, bei dem der jeweilige Provider dem User eine Entwicklungsumgebung in Form eines sogenannten Frameworks bereitstellt. Über standardisierte Schnittstellen kann der Nutzer in der Cloud auf das entsprechende Framework zugreifen und mit geringem administrativen Aufwand und ohne Anschaffung der darunterliegenden Hardware und Software nutzen. Nachteil hierbei ist allerdings, dass ein Unternehmen sehr abhängig von seinem Provider ist. Oft wird proprietäre, also individuelle Software ohne Schnittstellen verwendet, die einen Wechsel schwierig und eventuell sehr teuer macht, falls beispielsweise der Anbieter insolvent geht.

➤ Software-as-a-Service (SaaS) basiert darauf, dass der Kunde seine Software nach Bedarf als Software on Demand herunterlädt. Da bei SaaS keine Lizenzgebühren anfallen und die Kosten für die Einführung, den Betrieb, die Pflege von Applikationen und den Unterhalt entfallen, senken sich die Kosten im ITK-Bereich. Ein weiterer Aspekt ist die Skalierbarkeit von SaaS-Lösungen und die damit verbundene hohe Flexibilität.

3. Welcher Provider passt zu mir?

Unternehmen müssen sorgfältig abwägen, welcher Provider am besten geeignet ist.

Hat man sich erst einmal einen groben Überblick über die verschiedenen Modelle und Services verschafft, steht immer noch die Frage im Raum, welcher Provider am besten zum jeweiligen Unternehmen passt. René Büst von Crisp Research sieht vor allem in der Bereitstellung von erweiterten Funktionen für die Unternehmens-IT, das heißt End-to-End Sicherheit, Governance oder Compliance, eine Herausforderung für den Cloud Markt. Insbesondere gibt es hier signifikante Unterschiede im Portfolio deutscher Cloud-Anbieter zu dem der bekannten US Anbieter – gerade für Mittelständler. Romi Randhawa, CEO bei der US-amerikanischen CANCOM Tochter HPM Networks, dazu: „Auf dem US Markt gibt es zahlreiche Public VDI Hosting Anbieter. Diese sind für einige Unternehmen allerdings zu kostspielig. Zudem bieten US Provider keinen Gesamtlösungsansatz, der beispielsweise IT-Automation oder Release und Change Management für die Einhaltung von Compliance Anforderungen beinhaltet. Hier ist die deutsche BusinessCloud von CANCOM klar im Vorteil“, so Randhawa.

Unterschiede, die IT-Entscheider zu beachten haben, bestehen insbesondere bei folgenden drei Punkten:

➤ Datensicherheit ist eines der wichtigsten Fokusthemen, die bei der Entscheidung für einen Cloud Anbieter eine Rolle spielen. Viele Unternehmen sind durch diverse Hackerangriffe und Spionageskandale verunsichert und geben sensible Unternehmensdaten nur ungern beziehungsweise gar nicht in die Hände von Providern. Mit den deutschen Standorten ihrer Rechenzentren versuchen US Anbieter wie Amazon Web Services, Microsoft oder Salesforce ihren Kunden die Angst vor der Weitergabe vertraulicher Daten zu nehmen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn nur wenn der Cloud-Provider auch seinen Sitz in Deutschland hat und ausschließlich hier seine Rechenzentren betreibt, greift uneingeschränkt das deutsche Datenschutzrecht BDSG.

Quelle: Evernine

Neue Mobilität in der Arbeitswelt dank Cloud Computing.

Ein US Anbieter unterliegt weiterhin der amerikanischen Gesetzgebung und somit dem PATRIOT Act. Dessen Bestimmungen erlauben es US-Behörden wie dem FBI, der NSA oder der CIA, nicht nur ohne richterliche Anordnung auf die Server von US-Unternehmen zuzugreifen, sondern auch ausländische Tochterfirmen sind nach dem US-Gesetz verpflichtet, Zugriff auf ihre Server zu gewähren – selbst dann, wenn lokale Gesetze dies untersagen. Cloud-Provider, die ihre Kompetenz in puncto IT-Sicherheit darlegen wollen, lassen ihre Rechenzentren zudem nach der internationalen Norm ISO/IEC 27001 zertifizieren. Auch darauf sollten potentielle Kunden achten, um ihrem Cloud-Anbieter vertrauen zu können.

➤ Flexibilität garantiert Firmen einen klaren Wettbewerbsvorteil. Unternehmen sollten sich deshalb darüber im Klaren sein, wie flexibel sie in ihren Anwendungen sein möchten beziehungsweise müssen, um beispielsweise auf kurzfristige Anforderungen reagieren zu können. US Clouds sind oft standardisiert und für deutsche, mittelständische Unternehmen mit meist zahlreichen Spezial-Applikationen nicht individuell genug. Darüber hinaus bieten US Provider die Cloud in der Regel im Hosted Modell an, das heißt in deren Rechenzentren. Deutsche Anbieter, wie beispielsweise CANCOM, können Unternehmen auf Wunsch auch eine Cloud Umgebung im Kundenrechenzentrum aufbauen. Somit bleibt die Cloud sogar physisch in Sicht und Reichweite des Unternehmens.

➤ Ein ganzheitlicher Ansatz gegenüber Einzel- oder Teillösungen ist für Unternehmen ein zentraler Vorteil. So können sie die IT-Gesamtbetriebsverantwortung einem Provider übertragen und zwar mit gutem Gewissen. Solche individuellen Gesamtlösungen auf Basis von sogenannten End-to-End Service Level Agreements (SLAs) bieten US Provider bis jetzt noch nicht. AWS bietet beispielsweise 22 Consulting-Partner, die auch entsprechend Consulting- und Integrations-Services anbieten – das ist zu wenig. Gerade für ein ganzheitliches Cloud Portfolio, welches Bereitstellung und Betrieb beinhaltet, wünschen sich IT-Verantwortliche einen kompetenten Ansprechpartner sowie Zuverlässigkeit und Stabilität. Weiterer Vorteil dieser individuellen, ganzheitlichen Lösungen ist die Vermeidung von „Wildwuchs“ und Schatten-IT, die oft bei historisch gewachsenen IT-Umgebungen die Folge sind. Deutsche Cloud Provider sind hier mit entsprechendem Integrations-Know-How klar im Vorteil.

Deutsche Unternehmen wünschen sich IT-Partner auf Augenhöhe

Die Cloud ist das Computing Modell der Zukunft. Transformation und Verfügbarkeit ermöglichen den Unternehmen die Konzentration auf das jeweilige Kerngeschäft. Hierfür bieten deutsche Cloud-Provider flexible Komplettlösungen an und genießen zudem das Vertrauen der Kunden.

Rudolf Hotter, Vorstand bei CANCOM, hat zu den US-Anbietern in Punkto deutscher Mittelstand eine entspannte Haltung: „Den Hyperscalers wie Google oder Amazon fehlt das Wissen über komplexe Zusammenhänge oft historisch gewachsener IT-Strukturen. Deshalb brauchen sie einen Partner wie uns. Denn wir haben das Know How und mit unserer Cloud Architektur ein Werkzeug, um quasi als Klebstoff zwischen den Lösungen des Markts zu agieren .“ US Anbieter sollten daher nicht als reine Konkurrenten gesehen werden. Denn die Zukunft gehört der Hybrid oder Multi Cloud.

Zukunft liegt in der Hybrid Cloud

Unternehmen sehen längst die Vorteile dieser hybriden Lösungen, beispielsweise die Möglichkeit, Private und Public Clouds zu integrieren, Arbeitslasten in die jeweils passende Cloud zu transferieren, diese auf mehrere Public Clouds zu verteilen und je nach Bedarf zu skalieren. Das Unternehmen und IT-Entscheider den Weg in diese Kombination gehen wollen, zeigt die Cloud-Umfrage 2014 von Gartner: Drei Viertel der Unternehmen gaben an, eine Hybrid-Cloud-Strategie bis 2015 verfolgen zu wollen. Dank dieser Dynamik bleibt es also weiterhin spannend auf dem Cloud-Markt.



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Quelle Headerbild: Agentur Evernine

Hier schreibt Stefanie Langhans für Sie

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