20. Oktober 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Studie der Personalberatung Rochus Mummert

Chefs bekommen schlechte Noten in Sachen Digitalisierung

Die Chefetagen in Deutschland sind nicht gerade der Klassenprimus, wenn es um Themen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 geht. Eine Studie der Personalberatung Rochus Mummert zeigt, wie fit Arbeitnehmer ihre Vorgesetzten auf diesem Gebiet wirklich einschätzen. Diese Bewertung ist nicht gerade im Sinne der Vorstände und Geschäftsführer ausgefallen; es gibt viel Raum für Verbesserungen.

Welche Noten würden Sie Ihren Chefs geben, wenn es um das Know-How zum Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 geht? Sind Ihre Arbeitgeber up-to-date was die Entwicklungen des digitalen Zeitalters oder die Optimierung des Arbeitsumfeldes betrifft? 57 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland zweifeln daran, ob ihre Chefs beim Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 sattelfest sind, so das Ergebnis einer Studie der Personalberatung Rochus Mummert. Lediglich zehn Prozent halten ihre Vorgesetzten diesbezüglich für wirklich fit. Ein weiteres Drittel (33 Prozent) sieht die Führungskräfte auf dem Gebiet der digitalen Transformation immerhin auf einem guten Weg. Die Personalberatung Rochus Mummert hat dazu HR- Führungskräfte sowie 1.000 Arbeitnehmer befragt.

Wo liegt der Grund der Bewertung?

Dass die Bereitschaft in Unternehmen da ist, sich für neue und innovative Möglichkeiten der Digitalisierung zu begeistern und diese dann auch zu nutzen, ist unbestritten. Diese Bereitschaft zieht sich oft durch das ganze Unternehmen, scheint aber den Einlass zur Chefetage häufig nicht gewährt zu bekommen. Die Vorgesetzten erhalten hier laut der Studie von ihren Mitarbeitern ein zu geringes Interesse daran bescheinigt, sich weiterzuentwickeln und sich in Fortbildungen über die neuesten Möglichkeiten zu informieren.

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Chefs bleiben vielen Weiterbildungen zum Thema Digitalisierung fern. Quelle: Pixabay.

Denn wer eine Neuerung ins Unternehmen bringen möchte, muss auch das nötige Know-How darüber haben. Das zeigt ein Ergebnis aus der Befragung: Fast 40 Prozent halten ihre Chefs nicht fit genug, ihnen einen Sachverhalt im Zusammenhang mit der Digitalisierung oder dem Thema Industrie 4.0 erklären zu können. In der Regel werden Mitarbeiter zu Schulungen geschickt – im Glücksfall für die Mitarbeiter begleitet sie auch mal ein Teamleiter dorthin. In nur 16 Prozent der Fälle werden überhaupt Schulungen zur Digitalisierung angeboten.

Gemeinsam mehr erreichen

Grundlegend finden Angestellte, dass sie gemeinsam mit der Geschäftsführung den Weg der digitalen Transformation beschreiten sollten. Um die generelle Zufriedenheit der Arbeitnehmer mit ihren Arbeitgebern geht es hier nicht. Das besagt ein Wert von gut 75 Prozent, der bestätigt, dass eine allgemeine Zufriedenheit über den eigenen Chef besteht. Es geht viel mehr darum, die eigenen Mitarbeiter in Richtung Digitalisierung zu führen und zu begleiten, denn 35 Prozent der Befragten sieht inzwischen mehr Vor- als Nachteile in der digitalen Transformation.

Fazit

Arbeitnehmer sind zwar insgesamt mit ihren Vorgesetzten zufrieden, doch fühlen sie sich, wenn es um Weiterbildungen und Schulungen im Bereich Digitalisierung geht, allein gelassen. Chefs müssen erkennen, dass nicht ihre Mitarbeiter den ersten Schritt in Richtung digitales Arbeitsumfeld machen müssen, sondern sie selbst mit gutem Beispiel voran gehen sollten.

Titelbild Quelle: Pixabay.

Hier schreibt Marko Andricevic für Sie

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