2. Oktober 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Automotive

Neue Technologien im Auto locken Hacker

Das Auto der Zukunft will autonom fahren, smart handeln und die größtmögliche Entspannung für den Fahrer bieten. Doch Sicherheitslücken der neuen Technologien erweisen sich als einladender Spielplatz für Hacker und Autodiebe.

Autohersteller legen ihren Fokus in den letzten Jahren verstärkt auf Konnektivität. Das Auto der Zukunft wird mehr und mehr zum Auto der Gegenwart. Fahrassistenten halten den Abstand zu anderen Autos, einige Fahrpiloten können gar den ganzen Prozess des Fahrens übernehmen, einschließlich Spurwechsel.

Aber nicht nur die Fortbewegung soll durch Technik komfortabler gestaltet werden. Viele Hersteller verwandeln ihre Fahrzeuge in Multimedia-Kutschen. Autos werden internetfähig und auch Spotify, Facebook, Whatsapp und Co. sind mit an Bord. Sprachassistenz zur Navigation gibt es per Knopfdruck über echte Menschen in einem Callcenter. Der schönste Rastplatz der Region ist nur noch ein freundliches Gespräch weit entfernt.

Technische Lücken werden lebensgefährlich

Doch all der Zauber rund um das Connected Car hat einen großen Nachteil, denn das Auto wird angreifbar für Kriminelle und Hacker. Als häufig aufgeführter Punkt findet sich das Argument, dass Autos als Fortbewegungsmittel entwickelt wurden. Die Erweiterung dieser Kernfunktion um technische Features wie ein Infotainmentsystem stellt die Hersteller hingegen vor vollkommen neue Herausforderungen. Letztendlich ist es demnach verhältnismäßig einfach die Technik zu implementieren, sie aber sicher zu gestalten birgt viele, für Autohersteller noch unbekannte, Probleme.

Der neue Jeep Cherokee lässt sich binnen Minuten unter fremde Kontrolle bringen. (Bild via YouTube)

Der neue Jeep Cherokee lässt sich binnen Minuten unter fremde Kontrolle bringen. (Bild via YouTube)

Und tatsächlich treten vermehrt Schlagzeilen rund um gehackte Fahrzeuge auf. Hier findet sich ein BMW, dessen Türschlösser über den Computer geöffnet werden können. Einige Modelle von Fiat lassen sich gar über tausende von Kilometer fernsteuern.

Doch das kritischste Beispiel für Gefahren bei Connected Cars ereignete sich bei Chryslers Jeep Cherokee. In einer Testfahrt mit zwei Hackern wurde die neueste Generation des Cherokee Stück für Stück von den Computerprofis übernommen. Erste Versuche mit dem Radio, dem Bordcomputer oder dem Scheibenwischer gelangen laut Wired in wenigen Minuten. Letztendlich war es dann auch ohne Mühe möglich die Bremsen und das Gaspedal des Autos zu übernehmen.

Wenige Autohersteller arbeiten an Sicherheitssystemen

Die Beispiele mögen nach einem grausamen Science-Fiction Film aus Hollywood klingen, zeigen jedoch die unverblümte Realität.

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Denn Unternehmen aus der Automobilbranche scheinen sich nicht genügend auf solche Cyberangriffe vorbereitet zu haben. In den USA will man deshalb nun einen Gesetzesentwurf verabschieden, der feste Sicherheitsbestimmungen für Smart Cars vorgibt.

Besitzer bereits erhältlicher Smart Cars sind aktuell hingegen noch vollkommen ungeschützt. Regelmäßige Updates der Auto-Software sind letztendlich der einzige Schutz, den Verbraucher zur Zeit hätten. Einen wirklichen Schutz vor Hackern bedeutet dies aber nicht. Vielmehr sollte man auf Autohersteller setzen, die ihre Sicherheitsbestimmungen transparent offenlegen und sukzessive verbessern.

Quelle Titelbild: Daimler.com

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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