6. November 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Checkliste: Wo steht Ihr Unternehmen im digitalen Wandel?

Die Kaffeemaschine kommuniziert mit dem Heimnetzwerk, der nächste Zahnarzttermin wird inzwischen meist per App reserviert. Im Privatbereich regiert bereits die Digitale Tranformation, oft ohne dass es uns auffällt. Hier finden Sie vier Schritte, wie Sie kontrollieren, wo Ihr Unternehmen in diesen Zeiten steht.

Heute werden Kundendaten massenhaft online gespeichert, Smartphones müssen in Echtzeit Dokumente aller Art vom Arbeitsplatz bearbeiten können und der Lagerbestand kann weltweit über ein Tablet abgerufen werden – Massendaten, auch Big Data, werden der Motor der sich wandelnden Wirtschaft.

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Unternehmen ohne Kundenprofile verlieren ihre Konsumenten an eine Vielzahl frischer Wettbewerber.

Und so sind auch Dienstleister wie der Arzt in das Thema involviert. Die Digitale Transformation betrifft die ganze Wirtschaft und macht keinen Halt vor kleinen und mittelständischen Unternehmen. Findet sich ein Zahnarzt unter zehn, der nicht den Luxus App-Reservierung anbietet, so wird er auf Dauer untergehen.

Deshalb muss die Frage gestellt werden, wie sich die Digitale Transformation bewerkstelligen lässt. Was kommt mit Big Data überhaupt auf ein Unternehmen zu und brauchen KMUs wirklich einen Mitarbeiter, der sich mit IT auskennt?

CANCOM.info stellt Ihnen heute vier Schritte vor, die Sie vor einem möglichen Datenkoller der Digitalen Transformation bewahren sollen. Und das erwartet Sie in diesem Beitrag:



❯ Der digitale Wandel als Chefsache

❯ Die Macht der Kunden ist so stark wie nie

❯ Neue Geschäftsmodelle müssen erprobt werden

❯ IT als zentraler Anker



1. Die eigene Überzeugung motiviert die Mitarbeiter

Bei der Digitalen Transformation zeichnet sich ab, dass es sich nicht um ein Phänomen handelt, welches irgendwann wieder verschwinden wird. Die Cloud ist bereits ein relevanter Bestandteil der IT, Online-Shopping überholt den Einzelhandel und Smartphones bestimmen die Unternehmenswelt und den Privatbereich.

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Der digitale Wandel gelingt nur, wenn das gesamte Unternehmen eingebunden ist. (Werner Schwarz, Vice President Competence Center Security, Netzwerk & Communication bei CANCOM)

Die Digitale Transformation sollte zur Chefsache werden und nicht als Modethema abgewehrt werden. Denn vor allem neue Wettbewerber und Start-Ups wittern das Geschäft in der digitalen Welt. Damit diese nicht schneller als die etablierten KMUs sind, muss gehandelt werden.

Gelingt die Überzeugung beim Führungsteam, klappt auch die Motivation der Mitarbeiter hin zum digitalen Wandel.

2. Berücksichtigen Sie die Macht der Kunden

Eine Kundenorientierung ist wohl für die meisten Unternehmen selbstverständlich. In Zeiten der digitalen Globalisierung werden Kunden jedoch von immer mehr Anbietern umworben. Unternehmen sammeln Daten über das Einkaufsverhalten und Vorlieben ihrer Kunden, erstellen Kundenprofile und platzieren gezielt das gewünschte Produkt oder die gewünschte Dienstleistung.

Start-Ups sind darauf spezialisiert (augenscheinliche) Innovationen zu kommunizieren (Quelle: pixabay.)

Der Kunde selbst weiß hingegen wo er suchen muss, wie er der Datenflut der Unternehmen entgeht und entscheidet letztendlich selbst, welchen der hundert Anbieter er auswählen wird. So ist es wichtig, den einzelnen Kunden dort abzuholen, wo er sucht. Die Aufmerksamkeit muss gewonnen werden, die Individualität muss im Vordergrund stehen.

Hilfreich ist dabei zu verstehen, wie der Kunde in der digitalen Welt sucht und wie sich die Vorlieben in der digitalen Welt geändert haben. Der Kunde will mit neuen Produkten und speziellen Dienstleistungen überrascht werden. Innovation wird groß geschrieben, was Start-Ups aus dem Effeff zu kommunizieren wissen.

„Einer der neuen Trends im Retailbereich ist das Thema Omnichannel, also das Thema Durchgängigkeit in der Kundenerfahrung zu schaffen, mit dem wir wirklich von zu Hause bis in den Shop ein durchgängiges Shopping-Erlebnis ermöglichen.“ (Werner Schwarz, Direktor Competence Center bei CANCOM)

Gelingt dieser Schritt, so werden die Filtermechanismen des umworbenen Kunden durchdrungen. Die Folge ist im Idealfall eine emotional basierte Kundenbindung, also eine Identifikation mit Unternehmen.

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Onlineshops schwächen vermehrt den Einzelhandel. (Quelle: Flickr: Jonas Bengtsson, CC BY 2.0)

3. Sammeln Sie Erfahrung über die Konzepte der neuen Wettbewerber

Die Digitale Transformation klingt im ersten Augenblick nach einem Hexenwerk. Sie stellt etablierte und jahrelang praktizierte Geschäftsmodelle in Frage. Dabei kann man leicht auf einem Auge blind werden und verpasst den Kunden, der sich bereits beim neuen Wettbewerber orientiert.

Als etabliertes Unternehmen sollte man frühzeitig mit neuen Geschäftsmodellen experimentieren. Zwar sind die Geschäftsmodelle der neuen digitalen Konkurrenz meist nicht weit vom eigenen System entfernt, doch eine Umstellung aus dem Nichts wird deshalb trotzdem nicht sofort gelingen.

So klappt das Einkaufserlebnis mit CANCOM

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Bevor das Unternehmen seine Kunden verliert, empfiehlt es sich, neue Keime zu pflanzen und frische Geschäftsansätze zu erproben. Geschieht dies zu spät, wird das Unternehmen den Datenmengen nicht gewachsen sein. Und das bietet den digitalisierten Wettbewerbern ein leichtes Spiel.

4. IT muss Grundstein und Baukran werden

Jede strategische Entscheidung wird von zentralen Akteuren begleitet. Sie planen und implementieren den gesamten Prozess. In Bezug auf die Digitale Transformation stellt vor allem die IT den zentralen Anker der Umgestaltung dar. Sie ist Grundstein und Baukran in Einem, sollen die betroffenen Prozess- und Kommunikationsebenen umstrukturiert werden.

Doch in vielerlei Hinsicht darf die deutsche IT-Landschaft bis heute als inflexibel bezeichnet werden. Wie das Führungsteam, welches die Digitale Transformation zur Chefsache macht, so muss auch die IT näher an Mitarbeiter und Kunden rücken.

Apps sind gefragt wie nie: 2015 werden in Deutschland voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro mit mobilen Anwendungen für Smartphones oder Tablets umgesetzt (Quelle: pixabay.)

Neue Architekturen wie Applikationen, ERP oder die allgegenwärtige Cloud müssen von der IT aufgenommen und auf das eigene Unternehmen angewandt werden. Denn Kunden nutzen den Mehrwert der Digitalen Transformation, ohne sich Gedanken über die Hintergründe machen zu müssen.

Der Konsument bestellt via App, lässt sich durch die Auswertung seines Kundenprofils beeinflussen und verlangt, dass der Mitarbeiter im Call-Center seine Vertragsdaten in der Cloud für ihn zugänglich macht.

Für neue Geschäftsmodelle und eine Realisierung der Digitalen Transformation fällt der IT-Abteilung also der Löwenanteil zu. Sie muss das bewerkstelligen, was das Führungsteam aus seinen Erfahrungen heraus umgesetzt haben möchte und muss Mitarbeitern und Kunden den erfolgreichen digitalen Wandel im Unternehmen signalisieren. „Die veränderten Parameter geben den Takt vor, wie sich die Welt im Data Center ändern muss. Die Lösung sitzt dazwischen und heißt Hybrid Cloud“, so Martin Mayr, Senior Vice President Marketing bei CANCOM.

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Wir müssen neues Denken zulassen. (Martin Mayr, Senior Vice President Marketing bei CANCOM)

It is your turn

Die Wirtschaft ist in ihrer Geschichte von Änderungen geprägt. Nach der industriellen Revolution und der fortschreitenden Automatisierung im 20. Jahrhundert sieht sich die Wirtschaft nun mit der Digitalen Transformation konfrontiert. Der neue Umgang mit Massendaten erfordert Wagnis und Unternehmergeist.

Wenn Sie das nächste Mal Begriffe wie Big Data oder Digitale Transformation lesen, dann denken Sie also an folgende Fragen:

❯ In welchen Unternehmensbereichen findet sich die Digitale Transformation?

❯ Wo steht Ihr Unternehmen im Vergleich zum Wettbewerb?

❯ Wie schätzen Sie die Fähigkeiten Ihres Unternehmens ein, dem Druck der Digitalisierung zu begegnen?

❯ Werden ihre Dienstleistungskanäle von der IT gestützt?

 



(Quelle Titelbild: flickr: Per-Olof Forsberg, CC BY 2.0)

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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