10. November 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Smart Home: Das müssen Sie beachten

Cyberkriminalität: Einfallstor Kaffeemaschine

Kunden erfreuen sich zunehmend vernetzter Elektrogeräte. Schließlich ist so ein Leben im Smart Home durchaus angenehm. Cyberangriffe bedenken jedoch die wenigsten – ein Fehler.

Es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen Baby-Kamera, Kaffeemaschine und Alarmanlage. Sie sind zunehmend vernetzt und damit Teil der neuen Smart Homes. Laut Kaspersky gibt es bei dem Thema Smart Home jedoch ein Problem, denn die Hersteller achten nur unregelmäßig auf Security.

„Allein die Kaffeemaschine sendet bereits so viele unverschlüsselte Informationen, dass Angreifer leicht an das Passwort für das komplette häusliche WLAN gelangen könnten.“

David Jacoby

David Jacoby, IT-Spezialist bei Kaspersky. (Bild: Kaspersky)

Extremfälle entdeckte David Jacoby, Sicherheitsexperte bei Kaspersky Lab, bei Home-Entertainment-Systemen, Alarmanlagen, WLAN-fähigen Kaffeemaschinen und IP-Baby-Kameras.

Während die Kamera gewaltige Sicherheitslücken aufweist und rasch Bild- und Tonübertragung preisgibt, verraten die Kaffeemaschine und das Home-Enterntainment WLAN-Passwörter und mehr.

Besonders ärgerlich seien zudem Alarmanlagen. Hier wären die Systeme zwar relativ sicher, ihre Sensoren an Türen, Fenstern und Co. würden sich aber leicht von Einbrechern knacken lassen. Denn werden diese im Normalfall geöffnet, wird das Magnetfeld unterbrochen und der Sensor gibt Alarm. Mit einem einfachen weiteren Magneten konnte Kaspersky Lab die Sensoren jedoch austricksen und Türen und Fenster unbemerkt öffnen.

Entwarnung vor Smart-Home-Hysterie

Smart Home-fähige Haushaltsgeräte werden als Zukunft gesehen. Sie bieten einen zeitgemäßen Mehrwert an Konnektivität. Alarmanlage, Kamera und Thermostate beruhigen den Urlauber via App über den Status seines Eigenheims. Kaffeemaschinen, Saugroboter, Kühlschränke oder Home-Entertainment-Systeme erleichtern den Alltag durch vorprogrammierbare und automatische Prozesse wie Reinigen, Nahrungsmittel nachbestellen oder die Lieblingsserie aus dem Büro aufzeichnen.

Die entdeckten Sicherheitslücken wären dabei aber ein primärer Fehler der Hersteller. Diese berücksichtigen zwar durchaus mögliche Sicherheitsrisiken, beachten aber häufig nicht die ausgetauschten Signale zwischen App am Smartphone und dem Produkt selbst. So traf Kaspersky Lab bei nahezu 100 Prozent der getesteten Geräte auf mindestens eine Cyberlücke, die sich in der Kommunikation zwischen App und Gerät fand.

Hersteller von Smart Home Produkten sollten sich also dringlichst darum bemühen einen einheitlichen Sicherheitsstandard einzuführen. Deshalb sind letztendlich aktuell nur jene Produkte zu empfehlen, die ausdrücklich einen Sicherheitsstandard ausweisen oder Teil eines Smart-Home-Netzwerkes – bestehend aus unterschiedlichen Herstellern – sind.

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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