25. November 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Richtig mit großen Datenmengen umgehen

Diese drei Branchen nutzen Big Data bereits erfolgreich

Bilder, Videos, Soziale Netzwerke, Smartphones und smarte Geräte generieren ungeheure Datenmengen – kein Wunder also, dass in den letzten zwei Jahren die meisten Daten der Menschheitsgeschichte generiert wurden. Big Data sorgt für neue Rekorde und Herausforderungen. CANCOM.info zeigt Ihnen drei Branchen, die bereits heute erfolgreich mit Big Data umgehen.

Sie erinnern sich: Vor rund zehn Jahren nutzten Sie ein Mobiltelefon nur für SMS und Telefonate, riefen Mails über den PC ab und Videos über den Browser. Heutzutage dienen Ihr Smartphone und Tablet als Tore zu jeder erwünschten Datei. Kundenprofile und Accounts für Onlineshops ermöglichen den raschen und personalisieten Einkauf, eine E-Mail Adresse speichert alle Ihre Kontakte und Apps, damit diese über jedes Endgerät abrufbar sind.


90 Prozent des weltweiten Datenvolumens stammen allein aus den letzten zwei Jahren


Heutzutage kommen Sie durch den digitalen Komfort im Durchschnitt auf 150 Mal, in denen Sie pro Tag Ihr Smartphone nutzen – pro Woche sind das etwa 22 Stunden.

Wer bis 2020 nicht mit Big Data umgehen kann, ist aus dem Rennen

(Bild: pixabay)

Big Data vernetzt das weltweite Wissen. Das bedeutet aber auch: Steigende Datenmengen benötigen neue Lösungen. (Bild: pixabay)

Die generierten Datenmengen müssen verwaltet werden. Big Data heißt das Stichwort, welches sich vom Public Sector bis in die Unternehmenswelt zieht. Und Big Data fängt gerade erst an zu wachsen. Während wir heute von etwa 8.500 Exabyte (EB) jährlichem Datenvolumen sprechen, soll dieses bis 2020 auf 40.000 EB anwachsen – zum Vergleich: 1 EB sind eine Million Terabyte.

Big Data wird noch wesentlich relevanter als es heute schon ist. Eine zukunftssichere Firmenstrategie, welche die Verarbeitung von Datenmengen beinhaltet, gehört zum Überlebenskriterium. Aus diesem Anlass zeigt Ihnen CANCOM.info heute drei Branchen, denen der Einstieg in Big Data bereits gelungen ist.

1. Healthcare: Big Data rettet Menschenleben

Egal ob Medikament-Entwicklung, wissenschaftliche Untersuchung oder Gesundheitszustands-Analyse, Big Data steckt heute in weiten Teilen des Gesundheitswesens. Hier arbeiten sowohl Ärzte und Krankenhäuser, aber auch Pharma-Unternehmen und wissenschaftliche Laboratorien mit der Auswertung großer Datenvolumina.


Ärzte verfügen auf Knopfdruck über wichtige, mitunter lebensrettende Informationen.


Healthcare-Event

Das Gesundheitswesen profitiert zweierlei von Big Data: Patienten werden gezielter und rascher betreut, Kosten für Forschung und Behandlung reduziert. Quelle: HP

Die Berliner Charité präsentierte im Sommer 2015 etwa eine neue Lösung zur optimalen Chemotherapie von Krebspatienten in kürzester Zeit. Dauert die Zusammenstellung der Therapie im Normalfall einige Wochen, kann die neue Big Data Analyse Ergebnisse innerhalb weniger Minuten liefern – eine nicht zu unterschätzende Verbesserung der Überlebenschancen.

So greift der „Drug Response Analyzer“ des Hasso Plattner Institutes auf große Datenbanken zurück, analysiert die vorhandenen Informationen des individuellen Patienten, weltweite Krebsberichte und mögliche Medikamente. Das Ergebnis ist eine personalisierte Behandlung, die optimal zum jeweiligen Krankheitsbild passt.

Die Anwendungsmöglichkeiten gehen jedoch noch viel weiter. Chronisch Erkrankte können über Wearables ihre Vitaldaten jederzeit an ihren Arzt senden, die permanente Überwachung von Frühgeborenen ermöglicht es, Infektionen rechtzeitig zu erkennen. Wie tiefgreifend sich Big Data mittlerweile auf Healthcare auswirkt, zeigen auch die folgenden Anwendungsgebiete:



❯ Früherkennung bei Erbkrankheiten

❯ Zustandsabhängige Betreuung von Senioren

❯ Blinde sehen wieder, durch Spezialbrillen mit Zugriff auf Big Data

❯ Auswertung anonymisierter Fitness-Apps für die Forschung von Krankheiten



2. Industrie 4.0: Wenn Fabriken selbstständig produzieren

Vorhersehende Unternehmen mit skalierbaren Prozessen liefern flexible Produkte und Dienstleistungen – so in etwa geht der Big-Data-Ansatz in der Industrie 4.0. Ausführlicher gesprochen, liefern Sensoren die Basis für erhöte Transparenz und erweiterte Planungsfähigkeit. Die Produktion vernetzt sich und kann flexibel geplant und gesteuert werden. Das Resultat sind Produkte, die auch nach dem Verkauf mit dem Hersteller in Verbindung stehen und neue Märkte für Dienstleistungen eröffnen.

Big Data kennt die Antwort: Halten Ihre Fahrer die Pausen ein? Kann die Route kurzfristig optimiert werden? (Quelle: pixabay)

Die vierte industrielle Revolution, oder auch Industrie 4.0, zielt auf eine Digitalisierung der Industrie ab. Maschinen, Mitarbeiter, Terminals und Co. sind vorhanden, Big Data macht sich die vorhandenen inhomogenen Datenmengen zu eigen.

Zu nennen ist etwa eine Produktionsstraße, die zwei unterschiedliche Produkte herstellen kann – nicht gestaffelt, sondern wie sie gerade kommen. Dabei erkennen spezielle Sensoren, um welche Werkstücke es sich handelt. Zudem lässt es die Produktionsstraße zu, dass über 16 verschiedene Varianten der Produkte erzeugt werden können. Den Echtzeit-Zugriff und die Entscheidungskraft kann dabei über jedes autorisierte Endgerät erfolgen.

Ein anderer Ansatz aus dem Internet der Dinge findet bereits erfolgreich bei Handels- und Konsumgüterunternehmen Anwendung. Hier werden Beacons, kleine vernetzte Sender, in der Logistik eingesetzt. Sie können grundlegend mit jeder beliebigen Funktion wie Licht ein-/ausschalten, Motoren starten oder eben der Erfassung von Lagerbestand und Transportrouten belegt werden. Bei Letzterem werden als Fallbeispiel in der Logistik die Daten gesammelt und für Entscheider fachgerecht aufbereitet.

Verbesserte Handelswege, Überwachung von Warenzustand und Kontrolle der Fahrer sind einige Möglichkeiten zur Optimierung. Big Data ermöglicht jedoch noch weitaus tiefgreifendere Möglichkeiten:



Fernwartung

❯ Optimierung von Lieferketten

❯ Garantie- und Qualitätsmanagement

Echtzeit-Überwachung von Daten, Infrastruktur und Anlagen

Hier erfahren Sie, wie Sie Big Data & Analytics mit einem CANCOM „Starter Kit“ einfach und sicher in Ihre Produktionsprozesse integrieren.



3. Retail: Den Kunden verstehen

(Bild: Flickr / Robbert Noordzij Online Shopping)

Der Konsument trägt das Werkzeug für Big Data immer mit sich. (Quelle: flickr: Robbert Noordzij, CC BY – 2.0)

(Online-)Händler bekommen das Werkzeug, den potentiellen Kunden mit zugeschnittenen Angeboten zu adressieren. Der maßgebliche Verdienst geht dabei an Big Data. Doch die Möglichkeiten sind im Retail damit nicht erschöpft. Ganz im Gegenteil, Big Data schafft es, Retouren auf ein Minimum zu reduzieren – offline und online – und kann über optimierte Kundenprofile die Bedürfnisse der Kunden verstehen, Services anbieten und Vertrauen generieren.

Das nötige Tool zur Analyse der Kunden – das Smartphone – tragen die Menschen heutzutage selbst. Wo man früher erst mit aufwändigen Zählungen und Umfragen über Kundenströme und die Positionierung von Werbebannern zu Ergebnissen kam, liefert Big Data sofortige Resultate.

CANCOM.info zeigt: Smart Retail – So kaufen wir in Zukunft ein (2:32min)

Über die Positionsdaten von Smartphones lässt sich die Anzahl von Konsumenten zu jeder Zeit bestimmen, die Verweildauer vor Plakaten wird gemessen und beliebte Wege durch Straßen und Malls werden auf Karten abgebildet. Die Retail Branche profitiert von vorhandenen Werkzeugen, der Kunde wird durch anonymisierte Daten dennoch geschützt.

Ganz nebenbei bietet der vernetzte Kunde aber noch viele weitere Möglichkeiten, die der händischen Zählung bisher vorenthalten waren:



❯ Informationen über kurzfristige Angebote

❯ Tagesaktuelle Analyse der meist verkauften Produkte

❯ Individuelle Orientierungshilfe in Einkaufszentren

Hier erfahren Sie, wie Sie mit Big Data und der CANCOM-Lösung für den Handel der Zukunft die Kundenzufriedenheit verbessern und Ihre Abläufe optimieren. 



Quelle Titelbild: Flickr: Matt BrownCC BY – 2.0  

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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