5. November 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren

Intelligente Bremsen: So werden Straßen sicherer

Dank des australischen Kängurus werden unsere Straßen sicherer. Ein neuer Bremsassistent von Volvo könnte in Zukunft auch hierzulande bei Wildtieren – und vielleicht auch irgendwann bei Menschen – eingreifen.

Gerade im späten Herbst geschehen viele Wildunfälle. Straßen werden glatt, die Dunkelheit erschwert das Fahren. Vor allem Außendienstler und Pendler sind von den schwierigen Fahrbedingungen betroffen. Im Jahr 2014 ereigneten sich so rund 250.000 Kollisionen mit Tieren in Deutschland.

Für seinen Stammmarkt Schweden hat Volo deshalb bereits das Verhalten von langsamen Tieren wie Elche, Kühe oder Rehe untersucht und bietet einen Bremsassistent gegen Zuzahlung in seinen Fahrzeugen an.

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Erprobt wurde die Technologie auf australischen Straßen. (Quelle: flickr: bluedeviation, CC BY 2.0)

Automatisches Bremsen auf der Autobahn

Die bisherige Technik im Bremsassistent greift aber nur bei langsamen Geschwindigkeiten von Mensch, Tier und Auto. Die Technologie wurde für den Fußgänger in der Stadt und das Wild auf dem Land konzipiert. Bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h reagiert das Notbremssystem aktuell.

Ein neues Frühwarnsystem soll in Zukunft aber auch Autobahnen sicherer machen. Denn der Bremsassistent versteht schnelle, unkontrollierte Bewegungen von potentiellen Gefahren und kann auch bei hoher Geschwindigkeit reagieren.

Als Testmodell dienen dem schwedischen Automobilhersteller daher Kängurus. Dank ihrer unvorhersehbaren Bewegung und der Ähnlichkeit zu menschlichen Maßen helfen die Beuteltiere bei der Entwicklung des Systems. So will der Hersteller auf lange Sicht die Straßen im australischen Outback sicherer machen und gleichzeitig das System auch in Europa übernehmen. Hier sind Notfälle mit Menschen und Wildtieren auf Autobahnen denkbar.

Volo plant Bremsassistent bis 2020

Hierfür dient ein Radarsensor im Kühlergrill des Fahrzeuges und eine hochauflösende Kamera, die im Rückspiegel integriert ist. Die aufgenommenen Daten werden in Echtzeit ausgewertet. Erkennt das System eine Gefahr auf der Fahrbahn, greift das automatische Notfallbremssystem automatisch ein. Bis 2020 will Volvo den Bremsassistenten serienmäßig anbieten.

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(Titelbild: Pixabay)

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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