23. November 2015 | pArtikel drucken | kKommentieren
Junge Start-Ups vereinfachen Straßenverkehr

Park-App kann in die Zukunft sehen

Parken in Großstädten kann zu Stoßzeiten fast unmöglich sein. Ein Start-Up will die Lösung mit einer Park-App haben und verspricht, bis zu fünf Minuten in die Zukunft sehen zu können.

Sie suchen einen Parkplatz zum Feierabend oder am Wochenende? Dann werden Sie wahrscheinlich in deutschen Großstädten viel Geduld mitbringen müssen. Denn Parkplätze sind rar und die Zulassungen für Autos wachsen jährlich.

Bei der Parkplatzsuche hilft meist nur Glück. Vielleicht wird eine Parklücke genau dann frei, wenn Sie in Ihrer Straße danach suchen. Andernfalls heißt es das komplette Viertel nach Stellplätzen abzufahren.

Das deutsche Start-Up des Jahres „ParkTag“ will sich dem Problem annehmen. Geworben wird gar mit einem Blick von fünf Minuten in die Zukunft. Das heißt: Die App will wissen, welche Parklücke in den kommenden Minuten frei wird.

Keine Magie, sondern fauler Zauber

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Mit der App einen Parkplatz finden? Das bleibt wohl Wunschdenken. (Quelle: flickr: Miguel Vaca, CC-BY 2.0)

ParkTag funktioniert nur, wenn genügen Nutzer angemeldet sind. Denn die App weiß nur von Autos, wenn deren Besitzer den jeweiligen Parkplatz als besetzt oder freiwerdend markieren.

Wer gerade einen Parkplatz gefunden hat, legt diesen als belegt fest. Will der Parker in absehbarer Zeit wieder wegfahren, so hinterlässt er einen passenden Zeitpunkt. Andere User können dann „in die Zukunft sehen“ und wissen, wann ein Stellplatz frei wird.

Die Idee klingt verlockend, verfügt man über eine ähnlich große Mitgliederzahl wie beispielsweise Facebook.

Doch das Berliner Start-Up ParkTag bemerkt selbst auf seiner Homepage, was das größte Problem an dem System ist: „Noch eine weitere Park-App?“ Und damit liegen die Anbieter leider bei der Wahrheit. Denn Applikationen zur Parkplatzsuche gibt es unzählige. Hier gibt es also keinen Grund eine weitere herunterzuladen. Somit werden ParkTag langfristig wohl die Mitglieder ausbleiben.

Theoretisch steckt die Lösung bereits im Auto

Statt auf eine Community für die Parkplatzsuche zu setzen, könnte die Park-App der Zukunft auf GPS basieren. Viele Neuwägen verfügen bereits jetzt über ein eingebautes GPS innerhalb ihres Infotainment-Systems. Nachrüstlösungen für ältere Fahrzeuge bieten mittlerweile zudem viele junge Start-Ups wie etwa Fleetize an.

Eine automatisierte App, welche besetze Parkplätze über GPS ortet, wäre demnach eine simple, nutzerfreundliche und zukunftssichere Alternative. Hierzu muss aber zunächst vorausgesetzt werden, dass Fahrzeugbesitzer freiwillig ihre GPS-Koordinaten für eine solche Nutzung freigeben würden.

(Titelbild: Screenshot via ParkTag)

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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