17. Februar 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Haltbar über Jahrtausende: Neue Datenträger aus Glas

Speichermedien und Big Data sind die großen Themen des 21. Jahrhunderts. Nach CDs, USB-Sticks und SSDs sorgt ein neuartiger Datenträger aus Glas für Sensationen.

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Rechenzentren entstehen aktuell wie am Fließband. Die Cloud macht es möglich, dass Menschen an jedem Ort und zu jeder Zeit auf ihre Daten zugreifen können.

Doch das größte Problem der Menschheit ist damit nicht gelöst. Denn jeder Datenträger ist irgendwann voll.

Und außerdem: Wie verwahrt man die digitalen Informationen für nachfolgende Generationen auf – erst recht in tausend Jahren?

Forscher entdecken neue Methode für Datenträger

Bild: University of Southampton

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte passt auf eine kleine Glasscheibe. (Bild: University of Southampton)

Eines der ältesten und wertvollsten Güter der Menschheitsgeschichte soll die Lösung für das Datenproblem des 21. Jahrhunderts sein. Forscher des Optoelectronics Research Centre (ORC) in Southampton haben einen Datenträger erschaffen, der vollständig aus Glas besteht.

Das sogenannte 5D-Glas bietet pro Mini-Glasscheibe Platz für bis zu 360 Terabyte.

Und so funktioniert das: Die Daten werden in dem Glas dreidimensional angeordnet. Beschrieben werden die Glas-Discs mit Lasern, welche die Struktur des Glases mit Lichtpulsen bestrahlen.

Die Daten sind dadurch zwar nicht mehr in elektronischer Form gespeichert, können aber anhand von fünf speziellen Merkmalen einfach digital ausgelesen werden. So ist auch der Name 5D-Glas zu begründen.

Für die Zukunft und Außerirdische

Der Vorteil des 5D-Glases liegt aber nicht nur in der hohen Datenkomprimierung. Denn die Glas-Discs mit 360 Terabyte sollen laut ORC bis zu 13,8 Milliarden Jahre überdauern können. Temperaturen um rund 1.000 Grad Celsius sind kein Problem.

Denkbar ist es, dass das 5D-Glas für das gesamte Wissen unserer Kultur genutzt werden könnte. Zukünftige Generationen könnten das Glas auch noch in tausenden von Jahren nutzen und die Daten auslesen. Ebenso ist es denkbar, dass das 5D-Glas in den Weltraum geschickt wird – in der Hoffnung auf Kontakt mit außerirdischem Leben.

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Quelle Titelbild: University of Southampton

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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