23. März 2016 | pArtikel drucken

An den Grenzen des Cloud Computings hilft der „Fog“

„In ein paar Jahren wird alles in der Cloud sein“ – dieser Satz wird zwar oft gesagt, stimmt aber nur bedingt. Der Trend geht nämlich parallel zur entfernten Wolke, hin zur Recheneinheit aus dem bodennahen Nebel. Hier erfahren Sie, was es mit „Fog Computing“ auf sich hat.

Daten werden mittlerweile fast überall gesammelt. Ihr Smartphone trackt mit Fittness-Apps alle Bewegungen, analysiert Ihr Klickverhalten und Ihr Auto speichert das Fahrverhalten, um Sie zum richtigen Zeitpunkt in die Werkstatt zu rufen – all diese Daten wandern direkt in die Cloud. Ebenso steht die Cloud dahinter, wenn Sie Informationen abrufen, egal ob Sie Reservierungen vornehmen oder spezielle Apps Ihr mobiles Verkaufsteam mit Geschäftsdaten versorgen sollen (Glossar –> Remote Expert). Das Nadelöhr all dieser vernetzten Technologien (Glossar –> Internet of Things) aus der Cloud kennen Sie aus Erfahrung, denn es heißt: Datenverbindung.

Nadelöhr Bandbreite

Kritisch bemerkbar macht sich fehlende Bandbreite besonders in der Industrie 4.0. Überall, wo enorme Datenmassen abgefragt werden, wird sie schnell zur Fortschrittsbremse für das Business. Dabei ist Big Data prinzipiell eine gute Idee: Jeder Sensor, jede Maschine, jedes Mitarbeiter-Device und sämtliche Fahrzeuge sammeln und verschicken ununterbrochen Daten, damit die Produktion noch schneller und individueller funktioniert. So ist es sogar möglich, in der eigentlichen Massenproduktion Einzelstücke ohne Zeiteinbußen anzufertigen.

Die Sammlung und Analyse der Big Data dient zudem dazu, die Prozesse weiter zu optimieren. Es lässt sich vorhersagen, wann eine Maschine gewartet werden muss und auch Fehler werden sofort erkannt. Um die Chancen, die die Daten der Industrie 4.0 bieten trotz der natürlichen Begrenzung durch die Datenverbindungen zu nutzen, gibt es ein Methode, die langsam am Markt erkannt wird: Fog Computing.



Der IT-Dienstleister CANCOM setzt seit Jahren erfolgreich Fog Computing für seine Kunden um. Lesen Sie hier mehr.



Was ist eigentlich Fog Computing?

Anstatt alle Daten an die weit entfernte Cloud zu senden, bleiben bestimmte Daten quasi auf dem Boden. Die Geräte oder dazwischenstehende Einheiten wie Router und Switches werden dafür selbst mit Rechenleistung ausgerüstet, um bestimmte Aufgaben direkt zu verarbeiten. So wird das Nadelöhr Bandbreite umgangen.

Der Fog (englisch für Nebel) setzt sich aus vielen kleinen und kleinsten Recheneinheiten zusammen, die wie die Tröfpchen des Nebels in Zukunft überall verstreut zu finden sein werden – vor allem überall dort, wo Entscheidungen schnell und direkt erfolgen sollen, ohne den Umweg über die Cloud zu gehen.



Beispiele für Fog Computing 

  • Smarte Ampeln übernehmen vor Ort die intelligente Verkehrssteuerung
  • Videokameras in Einsatzfahrzeugen schalten automatisch eine „grüne Welle“
  • Sensoren in Güterzügen erkennen ein Problem mit der Ladung und stoppen den Zug an der nächsten Station


Ein Statement zum Zukunftsthema Fog Computing liefert Dr. Bernd Heinrichs, Managing Director Cisco IoT Solutions EMEAR, in diesem Videointerview.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Quelle Titelbild: Pixabay.

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

Mehr Artikel vom Autor