27. Juni 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Brexit? Das muss die IT-Branche wissen

Politik und Wirtschaft zerreißen sich aktuell um die Auswirkungen des Brexit. Wir fassen für Sie die wichtigsten Pressestimmen zum Thema Brexit und IT zusammen.

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Die EU ohne Großbritannien? Das geht nicht, sagen die einen, muss gehen, sagen die anderen. Doch welche Auswirkungen hat der voraussichtliche Austritt Englands eigentlich auf die IT-Landschaft hierzulande? Über Chancen und Risiken berichtet die Presse gleichermaßen. CANCOM.info fasst die Stimmen der internationalen Medienlandschaft für Sie zusammen.

ZDNet.com – Keine Bedenken, trotzdem vorsichtig

Laut ZDNet stehen die größten IT-Firmen in England in engen Gesprächen mit unterschiedlichsten Vertretern der Politik. Sie wollen den offenen Umgang mit internationalen Unternehmen erhalten. Hier zählt auch der Aspekt hinzu, wie ausländische Mitarbeiter in Zukunft in England vertreten sein dürfen.

Im Interview mit Chip-Produzent ARM: „Der Brexit wird keine signifikanten Auswirkungen auf unsere Geschäfte haben, da fast unser gesamter Umsatz außerhalb der EU generiert wird. Wir werden dennoch die Verhandlungen sehr genau verfolgen, gerade in Hinblick auf Visa für Mitarbeiter, denn immerhin beschäftigen wir 200 Mitarbeiter, die nicht aus England sind.“

The Register – keine Cloud für UK?

Journalist Enrico Signoretti sieht in erster Linie ein Problem bei dem Speicherort von Daten in der Cloud:

„Die EU wird kleiner und Großbritannien rückt in die Ferne. Wie viele europäische Unternehmen werden ihre Daten jetzt noch in Großbritannien hosten? Ich bin mir sicher, dass es weniger sein werden, als heute. Auf der anderen Seite wird England in Zukunft aber auch nicht mehr durch die EU reguliert. Aspekte wie Datenschutz könnten nun US-freundlicher werden. Viele Länder der EU haben jedoch nach wie vor Ihre Bedenken in punkto Datensicherheit, Speicherort und Datenschutz. Kurzfristig wird der Brexit also keine Vorteile für England bedeuten.“

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Washington Post – England wird unattraktiv für Start-ups

Tech-Expertin Hayley Tsukayama von der Washington Post sieht vor allem Probleme bei der Finanzierung von Start-ups:

„Einer der größten Gründe, warum britische IT-Unternehmen gegen den Brexit waren, ist die Finanzierung. Gerade für Start-ups wird es in Zukunft schwer. Dabei hatte es Londons IT-Landschaft erst in den vergangenen Jahren geschafft, erfolgreicher zu werden.

41 Prozent der Finanzierung britischer IT-Firmen kam so etwa vom europäischen Investment Fond. Doch wenn Großbritannien nun kein Teil der EU mehr ist, trocknet diese Quelle ganz rasch aus und wirft die Frage auf, wie sich gerade junge Unternehmen aus etwa Health- und Finance-Tech in Zukunft finanzieren werden.“

Manager Magazin – Deutschland wird noch attraktiver

Richa Naidu vom Manager Magazin dreht den Spies um und sieht die Nachteile für England als maßgebliches Potential für Deutschland an:

„Wie in Europas Bankindustrie spielt auch bei den Fintechs die Musik hauptsächlich in London. Das könnte sich aber ändern, wenn sich die Briten im Referendum am 23. Juni entscheiden, der Europäischen Union den Rücken zu kehren. Zehn von Reuters befragte Fintechs aus London waren sich einig darin, dass ein EU-Austritt ernsthafte Konsequenzen für ihre Geschäfte hätte. Sieben gaben an, eine Verlegung ihres Hauptsitzes zu erwägen.“

Quelle Titelbild: Evernine

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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