14. Juni 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

CEOs sollten ihre IT nicht mit Big Data allein lassen

Geschäftsführer und CEOs überlassen das Thema Big Data zu oft allein ihren IT-Verantwortlichen. Kein Wunder, dass sich so die gewünschten Mehrwerte nicht einstellen.

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CIOs sind die Ansprechpartner in Unternehmen, wenn es um den Einsatz von Big Data geht. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie von Research Lab for Digital Business an der Hochschule Reutlingen. Befragt wurden 111 Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen. Demnach sind zu fast 44 Prozent die IT-Verantwortlichen zuständig für Big Data-Initiativen. Nur in knapp 23 Prozent der Fälle nehmen die CEOs das Thema selbst in die Hand.

Ist das ein Fehler? Weitere Ergebnisse der Studie deuten klar darauf hin, dass Big Data und Analytics auf die Agenda der Geschäftsentwicklung und damit der CEOs selbst kommen sollte.

Big Data

Big Data ist in der Regel Thema der CIOs. Quelle: Studie von Research Lab for Digital Business an der Hochschule Reutlingen.

IT-Executives verkennen den Wert von Big Data

Wer Big Data voll ausschöpft, kann sich am Markt einen wesentlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Mehr noch: Es ist wahrscheinlich, dass in Zukunft solche Firmen ins Hintertreffen geraten werden, die die Welt der Daten nicht für sich nutzen.

Doch genau hier – bei der Perspektive auf das Thema selbst – scheiden sich die Geister. Die Verantwortlichen – in der Regel also die IT-Abteilung – begreifen Big Data vorrangig als Datenbanken-Frage. Nur vier von zehn Unternehmen assoziieren mit dem Schlagwort Realtime (43,75%) oder Cloud Computing (41,67%).

Viel zu selten nannten Unternehmen in der Studie die Schlagworte:

➸  Internet der Dinge (35,42%)

➸  Sensornetzwerke (33,33%)

➸  Services (35,42%)

➸  Social Networks (37,50%)

➸  Mobile Apps & Location Based Services (22,92%)

Dass etwa „Apps“ kaum genannt werden, führten die Anaylsten darauf zurück, dass ihr Einsatz noch unklar oder gegebenenfalls noch kein Geschäftsmodell zur gewinnbringenden Nutzung bekannt sei.

Mehrwerte durch Big Data sind eine Frage des Business Developments

Big Data

Big Data sollte Teil des Business Developments werden. Bildquelle: Evernine.

Durch die Datenanalyse können Industrieprozesse wie beispielsweise die Maschinenwartung automatisiert werden oder der Handel seine Lieferzeiten in Echtzeit optimieren. Das bringt den Zeit- und Kostenvorsprung.

Wer Big Data nur als Datenmenge versteht, wird allerdings nicht die gewünschten Mehrwehrte daraus ziehen. Denn Daten alleine nur zu speichern ist teuer, bringt aber an sich noch nichts, wenn keine Auswertung erfolgt und daran keine Prozesse zur Weiterverarbeitung angeschlossen sind.

Wie die Daten aus Sensoren in der Industrie, im Marketing für Kundenwerbung oder allgemein für neue Produkte genutzt werden, sollte also als eine Frage der Unternehmensentwicklung betrachtet werden. Der Anstoß muss daher in der Regel von der Geschäftsleitung selbst ausgehen.

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Ist Big Data nur Datenmenge?

Längst haben sich in der Fachwelt die vier „V“s etabliert, um zu beschreiben, woraus sich Big Data zusammensetzt. Volume (Datenmenge), Variability (Datenvielfalt), Velocity (Geschwindigkeit) und Veracity (Richtigkeit) sind zusammengenommen der Schlüssel zur Welt der Daten. CANCOM.info erklärt hier die Begriffe ausführlicher.

Eins sei direkt verraten: In naher Zukunft wird es nicht mehr nur um die Auswertung der Daten gehen. Mit sogenannter Prescriptive Analytics wird nicht nur analysiert was passieren wird, sondern es werden direkt konkrete Handlungsanweisungen oder Lösungsvorschläge gegeben. Dabei können auch automatisierte Prozesse angeknüpft werden, sodass etwa Maschinen autonom entscheiden, welche Aktion passiert.

Quelle Titelbild: Pixabay.

 

Hier schreibt Doris Breitenreuter für Sie

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