29. Juni 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Das ist IoT pur – Schweden eröffnet elektrische Autobahn

Elektro-Autos genügen nicht für eine erfolgreiche Energiewende. Schweden macht die Straßen elektrisch. Und so wird der LKW zur Straßenbahn.

Schweden hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die Straßen immer stärker zu elektrisieren und testet dafür den eHighway. Einen entscheidenden Beitrag sollen Trucks leisten, die mit Strom betrieben werden.

Dazu ging im Juni 2016 der erste eHighway auf einer öffentlichen Straße in Betrieb. Auf einem zwei Kilometer langen Autobahnabschnitt der E16 nördlich von Stockholm wird für die nächsten zwei Jahre ein Oberleitungssystem eines deutschen Herstellers für Lkw getestet. Das ist also Internet Of Things (IoT) pur!

Vorteile des eHighway:

✔  Da die Energie von der Oberleitung direkt ins Fahrzeug übertragen wird, sei ein optimaler Wirkungsgrad der Übertragung von über 80 Prozent möglich.

✔  Weitere Vorteile: Bremsende und beschleunigende Lastwagen können die Energie untereinander über die Fahrleitung austauschen – beispielsweise auf Gefälle- und Steigungsabschnitten. Elektrische Bremsenergie kann angeblich sogar ins Energieversorgungsnetz rückgespeist werden.

✔  Durch den bestehenden Hybridantrieb bleibt der Lastwagen flexibel, beispielsweise bei Überholvorgängen oder auf nicht elektrifizierten Strecken.

✔  Sensorensysteme sorgen für weitere Vorteile.

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Hälfte des CO2-Austoßes stammt aus Güterverkehr

Der Verkehr verursacht insgesamt mehr als ein Drittel des schwedischen CO2-Ausstoßes, fast die Hälfte davon stammt aus dem Güterverkehr.

Aufgrund des erwarteten Wachstums des Güterverkehrs reiche es damit nicht, die Kapazitäten auf der Schiene auszubauen, wie berichtet wird. Stattdessen soll nun der Straßenverkehr modernisiert werden.


Sie wollen es technischer? So funktioniert der eHighway

eHighway

Siemens eHighway in der Übersicht. Quelle: www.siemens.com/presse

Kernelement des Systems ist ein intelligenter Stromabnehmer in Kombination mit einem Hybridantriebssystem. Ein Sensorsystem ermöglicht dem Stromabnehmer bei einer Geschwindigkeit bis 90 km/h den Kontakt zur Oberleitung herzustellen und zu unterbrechen. Entsprechend ausgerüstete Lastwagen versorgen sich während der Fahrt aus Oberleitungen mit elektrischer Energie und fahren dann effizient und lokal emissionsfrei.

Dank des Hybridsystems ist auch ein Betrieb ohne Oberleitung möglich und die die Flexibilität herkömmlicher Lkw bleibt erhalten. Die eHighway-Technologie verfügt über eine offene Konfiguration. So können neben dem in Schweden zum Einsatz kommenden Diesel-Hybrid-Antrieb alternativ beispielsweise Batterie- oder Erdgaslösungen realisiert werden. Das erlaubt eine flexible Anpassung des Systems an den spezifischen Anwendungsfall.

Spannend bleibt dabei, wie das gesamte Straßennetz auf die neue Technologie umgerüstet werden kann.


Quelle Titelbild: www.siemens.com/presse / Copyright: Scania CV AB

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