13. Juli 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Hochschulen haben Vorteile der Digitalisierung nicht erkannt

Der Einsatz digitaler Kommunikationswege an Hochschulen bleibt bisweilen auf der Strecke. Das ernüchternde Fazit: E-Learning, also unterstützende Online-Plattformen für Schüler und Studenten, sind eher ein Bremsklotz in der Lehre, als eine Unterstützung.

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Stellen Sie sich kurz vor: Sie gehen an den Arbeitsplatz und Sie finden die Dokumente für Ihre tägliche Arbeit nicht. Auch die Kommunikation mit Ihren Kollegen bleibt auf der Strecke, denn der Firmen-Chat geht plötzlich nicht mehr. Und zu allem Überfluss können Sie nur ab und zu auf die Website Ihres Unternehmens zugreifen, denn das Hosting erweist sich als wenig leistungsstark.

Genau mit solchen Problemen sehen sich deutsche Studenten konfrontiert. Wer sich heute an Hochschulen einschreibt, wird mit einem digitalen Rückschritt rechnen müssen. Denn deutsche Fachhochschulen und Universitäten weisen ein erhebliches Defizit in punkto digitale Kommunikationswege auf.


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Ganz vorne mit dabei: Online Lern-Plattformen, sogenanntes E-Learning. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Bundesbildungsministeriums und des „Hochschulforums Digitalisierung“ hervor. Demnach würde nur jede zehnte deutsche Hochschule überhaupt Wert auf E-Learning legen.

Digitalisierung an Hochschulen: Bisher nur Wille, aber kein Weg

Digitale Kommunikationsmöglichkeiten werden von den Hochschulen bereits erkannt – zumindest von den Entscheidern. Über drei Viertel der befragten Institutionen wollen Ihr Angebot um mögliche Lösungen „anreichern“. Doch bisher scheitert es an der Umsetzung. Hier die häufigsten Gründe laut Umfrage:

1) Mitarbeiter an Hochschulen sind bis heute überwiegend „digitalisierungsskeptisch“
2) Umsetzung, Wartung & Betrieb von Plattformen sei mit zu hohen Kosten verbunden
3) Zu wenig Personal, um die Online-Dienste zu pflegen.

Was unterm Strich bleibt, sind aktuell halbfertige E-Learning Angebote an deutschen Hochschulen. Statt den Studierenden mit weiterführenden Materialien und Zusatzangeboten unter die Arme zu greifen, wird die Mehrheit der bestehenden Plattformen zur Administration durch Dozenten genutzt. Ein erweitertes Lernangebot bleibt hier vollkommen aus.


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Ansage muss von oben kommen

Die Herausgeber des „Hochschulforums Digitalisierung“ gehen davon aus, dass sich am digitalen Angebot der Hochschulen in nächster Zeit nichts ändern wird. Größte Hürde: Alleine mit Eigeninitiative der einzelnen Hochschulen lässt sich nichts erreichen.

Ideen werden zwar aufgegriffen, aber nur halb zu Ende gebracht. Vielmehr sehen die Experten die Regierung unter Zugzwang. Denn die überwiegend staatlichen Einrichtungen müssen koordiniert werden, um einheitliche Angebote deutschlandweit schaffen zu können.

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Quelle Titelbild: Evernine

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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