22. Juli 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren
Anstoß für den Handel

Mercedes-Benz aus dem Onlineshop? Das sollte der Handel wissen

Autos im Internet verkaufen und das Ganze ohne Probefahrt oder Besichtigung? Daimler geht nun den ersten Schritt und vertreibt ganz offiziell Neuwagen über einen Onlineshop. Was das für die deutsche Retail-Landschaft bedeutet und welche anderen Vertriebslösungen es bereits gibt, erfahren Sie im Beitrag.

Lebensmittel kommen per Abo-Modell zum Konsumenten, Kleidung wird über Virtual Reality im Wohnzimmer anprobiert. Was bereits bei Konsumgütern funktioniert, soll nun auch den deutschen Autobauern zugute kommen. Daimler wagt hier den ersten Schritt und vertreibt seine Neufahrzeuge von Mercedes-Benz nun auch direkt im Online-Store.


Bild: Screenshot via Daimler

Vertraut: Produkt in den Warenkorb und anschließend bestellen. Was bei Kleidung, Technik und Co. bereits funktioniert, soll laut Daimler auch beim Auto klappen. (Bild: Screenshot via Daimler)

Die Key Facts im Überblick:

1) Der Mercedes-Benz Onlineshop wurde bereits gelauncht
2) Kunden können Fahrzeuge online konfigurieren
3) 3 Zahlungsoptionen können direkt ausgewählt werden
4) Anschließend wird direkt gekauft oder im Zweifelsfall eine Probefahrt gebucht

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Der Handel muss „Onlineshop“ neu definieren

Zu Daimlers sicherlich richtigen Entschluss könnte man auch sagen: Wenn ein Autobauer Fahrzeuge ab 32.000 Euro über das Internet vertreibt, dann sollte der stationäre Handel seine bisherigen Schritte beim Thema „Onlineshop“ überdenken. Denn längst ist der Einkauf via Internet nicht mehr nur ein spannender Zusatzverdienst, sondern hat vielmehr mit Themen wie Branding und Innovation zu tun.

Das meint auch Ola Källenius, Mitglied des Vorstands der Daimler AG: „Kunden möchten überall und jederzeit mit einer Premiummarke in Kontakt treten können. Sie erwarten immer mehr digitale Informationen und Interaktionsmöglichkeiten. Mit unserem bundesweiten Mercedes-Benz Online-Store erfüllen wir genau diese Kundenwünsche und gehen einen wichtigen Schritt in Richtung Vertrieb der Zukunft.“

Neue Vertriebsmodelle können darüber hinaus auch das Online-Geschäft maßgeblich optimieren. Das sagt auch Werner Schwarz, Vice President Competence Center Security, Network & Communication bei CANCOM. In einem kurzen Videointerview erklärt er, wie sich Smart Retail entwickelt:

Shops funktionieren nur mit dem richtigen Konzept

Gerade Multi-Channel Händler verzeichnen heute Erfolge. Hierbei reicht es jedoch nicht, einen konzeptlosen Webshop zu installieren – erforderlich ist vielmehr eine Änderung des Geschäftsmodells, die eine intelligente Vernetzung von Online und Offline vorsieht. Und hier sind Dienstleister mit IT-, Retail und Marketing-Know-how gefragt.

In Kooperation können so Shops wie der weShop realisiert werden. Hier gibt es „zum Anfassen“ viele technische Features an den verschiedenen Customer-Touchpoints, die auf die individuellen Bedürfnisse des Kunden eingehen und darüber hinaus weitere schaffen. „Auf die olfaktorischen Beigaben verzichten wir jedoch. Das ist ein schwieriges Thema. Denn was der eine mag, kann der Andere nicht riechen“, weiß Christian Rössler, Head of Connected Retail bei Serviceplan Sales. Dafür wird mit Lichteffekten gearbeitet, die die Atmosphäre im Shop verändern können.

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Und schon im Schaufenster und im Eingangsbereich passt sich die digitale Waren- und Preispräsentation dem Geschlecht des Kunden an. Im Shop kann der Kunde ausgesuchte Waren per App scannen und entsprechend seiner Größe und Wunschfarbe auswählen.

Virtuelle Realität als neues Retail-Tool

Auch die Umkleidekabine wechselt ihr Einsatzgebiet. Wer in Zukunft als Textilhandel den Trend erkennt, könnte unter anderem von Virtual Reality profitieren. Kleidungsstücke können hier etwa in jeder Größe anprobiert werden – das Ganze mit der Datenbrille auf den Augen in der „virtuellen Umkleidekabine“. Auf dem Bildschirm der Brillen könnten parallel Alternativen und passende Accessoires angeboten werden, die per Knopfdruck direkt am eigenen Körper begutachtet werden können.

Auch Schlangestehen an der Kasse war gestern: Bezahlt wird am Warentisch, der den Einkauf automatisch erkennt und bestätigt – und gleich einen individuellen Kundenrabatt abzieht. Und wer sich nicht mit Tütenschleppen abmühen will, der lässt ganz Amazon-like nach Hause liefern.

Ein weiterer Vorteil moderner Shop-Konzepte

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Händler können auf statische, großflächige Ladenkonzepte mit breiten Sortimenten verzichten und ein kleineres Sortiment vorhalten. Und die Lösung bietet neue Freiheit und Flexibilität: Shop-Design und die Warenpräsentation lässt sich ganz nach Wunsch gestalten – jederzeit, schnell und so oft wie gewünscht. Und so wird aus dem Klamotten-Laden in kurzer Zeit beispielsweise eine Bankfiliale.


Sie sind im Handel tätig? Erfahren Sie hier mehr über den weShop.


Quelle Titelbild: Evernine

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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