23. September 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Security Report 2016: Das sollten CIOs zur Cyberkriminalität wissen

Mittelständischen Unternehmen fehlt oft die nötige Zeit und die richtige Einschätzung von Gefahren, um sich vor moderner Cyberkriminalität zu schützen. Ein neuer Security Bericht zeigt nun: Kriminelle erbeuten über digitale Wege im Durchschnitt 100.000 US-Dollar pro Angriff. Alle Erkenntnisse gibt es hier.

Datenschutz wird groß geschrieben – zumindest, wenn es nach den Richtlinien und Vorgaben durch das BSI geht. Doch gerade im Gesundheitswesen fällt der Schutz vor Cyberangriffen bisher oftmals unzureichend aus. Patientenakten und medizinische Geräte können teilweise ohne Probleme von Hackern ausgelesen werden.

Doch nicht nur der Bereich Health Care ist von Cyberkriminalität betroffen, wie einmal mehr der neueste Security Report von Intel Security zeigt. Der Grund ist denkbar einfach: Informationen bringen viel Geld im digitalen Zeitalter. Das wissen auch die hochprofessionellen Hacker und Datendiebe, die sich teilweise sogar global vernetzen.

Ganze neue Branchen sind aus dem Geschäft mit den Daten von Unternehmen entstanden. Das zeigt der neueste Security Report von Herausgeber Intel Security eindrücklich. Im Security Briefing gab es für die CANCOM.info-Redaktion exklusive Einblicke in den neuesten Security Report.

Health Care im Fokus der Cyberkriminellen

hack

Im neuen Intel Security Report zeigt sich, dass neben Industrie und Vertrieb vor allem das Gesundheitswesen im Fokus der Cyberkriminalität steht. (Bild: Evernine)

Zu den Gründen des Anstiegs von IT-Angriffen speziell auf Krankenhäuser gehören deren veraltete IT-Systeme, medizinische Geräte mit schwachem oder gar nicht vorhandenem Schutz, Dienste von Drittanbietern sowie der von Krankenhäusern unmittelbar benötigte Zugang zu Informationen und Daten, um die bestmögliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Insgesamt identifizierte Intel Security Zahlungen von fast 100.000 US-Dollar, die Krankenhäuser nach Ransomware-Angriffen auf Bitcoin-Konten – eine digitale Währung – überwiesen haben.

Dennoch macht das Gesundheitswesen noch einen relativ kleinen Anteil des „Geschäfts“ mit Ransomware aus. Doch McAfee Labs, eine Tochter von Intel Security, sagt eine steigende Anzahl solcher Angriffe auf neue Industriezweige voraus.

intel

Cyberkriminalität wächst zu einem der bedeutendsten Geschäftszweigen, das weiß auch Intel und will seine Kunden darauf vorbereiten. (Bild: Evernine)

So haben die Untersuchungen einen Cyber-Kriminellen identifiziert, der durch das Geschäft mit Ransomware über 121 Millionen US-Dollar erhalten hat.

„Krankenhäuser stellen eine attraktive Kombination aus relativ schwacher Datensicherheit, komplexen Umgebungen und dem dringend notwendigen Zugriff auf Daten dar. Die neuen Erkenntnisse rund um das Ausmaß von Ransomware-Netzwerken und den sich abzeichnenden Fokus auf Krankenhäuser zeigen uns, dass Cyber-Kriminalität die Fähigkeit und die Motivation besitzt, neue Branchen gezielt auszubeuten“, kommentiert Vincent Weafer, Vice President von Intel Securitys McAfee Labs.

Hacker-Trends für 2016

Im zweiten Quartal 2016 hat das globale Bedrohungsinformationsnetzwerk von McAfee Labs 316 neue Gefahren pro Minute erkannt – mehr als fünf jede Sekunde – und einen Anstieg von Ransomware, Mobile und Macro-Malware registriert:

  1.  Ransomware: Mit 1,3 Millionen neuen Ransomware-Samples dokumentiert McAfee Labs die höchste je gemessene Anzahl. Die Gesamtzahl ist im Vergleich zum letzten Jahr um 128 Prozent angestiegen.
  2.  Mobile Malware: Die fast zwei Millionen neuen Mobile Malware-Samples waren die höchste Anzahl, die jemals von McAfee Labs dokumentiert wurde. Die Gesamtzahl von Mobile Malware ist um 151 Prozent angestiegen.
  3.  Macro-Malware: Neue Downloader-Trojaner wie Necrus sowie Dridex infizieren Computer mit Locky-Ransomware und sorgen für einen Anstieg von neuer Macro-Malware im zweiten Quartal 2016 von mehr als 200 Prozent.
  4.  Mac OS-Malware: Durch die verringerte Aktivität der sogenannten OSX.Trojan.Gen-Adware-Familie sank Mac OS-Malware im zweiten Quartal um 70 Prozent.
  5.  Netzwerkangriffe: Browser-Angriffe gingen, verglichen mit dem letzten Quartal, um acht Prozent zurück. Diese sehr verbreiteten Angriffstypen werden meist von Brute Force-, SSL-, DNS-, Scan-, Backdoor- und anderen Angriffen begleitet.

Videos von CANCOM.info

Quelle Titelbild: Evernine

Hier schreibt CANCOM.info Redaktion für Sie

Mehr Artikel vom Autor