11. November 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Wie Cloud Computing die Industrie 4.0 vorantreibt

Industrie 4.0 – so lautet das Zauberwort, das die Umstellung klassischer Produktionsbetriebe zu sogenannten Smart Factories beschreibt. Unternehmensprozesse werden automatisiert, Maschinen und Daten werden zunehmend vernetzt. CANCOM.info zeigt, wie Cloud Computing diesen Prozess forciert.

Deutschland, das Land der Ingenieure, steht derzeit vor einer großen Herausforderung. Denn der technische Know-how-Vorsprung, dessen sich viele deutsche Firmen erfreuen können, ist derzeit durch veraltete Technologien stark gefährdet.

Deutschland hinkt bei Digitaler Transformation hinterher

Schon jetzt benötigen Produktionsfirmen enorme Mengen an Speicherkapazität und Rechenleistung. Und der Bedarf nimmt mit immer weiter steigenden Datenmengen exponentiell  zu – sodass zwangsläufig jede rein intern organisierte Unternehmens-IT an ihre Grenzen gelangt.

An diesem Punkt haben es viele Firmen hierzulande bisher noch nicht geschafft, Anschluss an die neuesten Entwicklungen in Sachen IT-Infrastruktur zu finden. Sie stehen den Themen Digitale Transformation und Cloud Computing skeptisch gegenüber, da schlichtweg unternehmensintern das nötige IT-Verständnis fehlt.

Externe Experten ins Boot holen

Dabei muss der Weg in die Cloud nicht zwangsläufig ein schwerer sein. Wer selbst nicht über die nötige Expertise verfügt, greift ganz einfach auf externe Fachleute und Beratungshäuser zurück.

Diese analysieren den Jetzt-Zustand der Firmen-IT, ermitteln auf dieser Basis, welche Cloud-Lösungen zukünftig sinnvoll sind und begleiten das Unternehmen vollständig durch den Migrationsprozess. So wird Cloud Computing schließlich zum festen Bestandteil der Unternehmens-IT.

Dieser Prozess lohnt sich langfristig für jedes Unternehmen – egal ob Mittelständler oder Großkonzern – denn der Wandel zur intelligenten Firma ist nötig, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu bleiben. Mit den folgenden drei Gründen zeigen wir Ihnen deshalb, inwiefern Cloud Computing die Industrie 4.0 auch in Deutschland endlich vorantreiben kann.

1. Externe IT-Infrastruktur für individuelle Bedürfnisse

Es ist heute schlichtweg kaum noch möglich, die komplette IT-Infrastruktur einer Firma mit unternehmenseigenen, im Keller eingelagerten Servern zu bewältigen. Oft werden Daten als „der wichtigste Rohstoff“ unserer Zeit betitelt – und das nicht ohne Grund.

Die Datenmengen, die ein Unternehmen am Laufen halten, wachsen ständig weiter an. Dementsprechend benötigen Produktionsfirmen immer mehr Rechenleistung, um jene Daten verarbeiten und sinnvoll mit ihren Maschinen verknüpfen zu können.

Hier kommt die Cloud ins Spiel: Um bei kontinuierlich hoher Auslastung sowie bei Spitzenlasten immer noch genügend Rechenleistung und Speicherkapazität zur Verfügung zu haben, lohnt es sich, auf zusätzliche externe IT-Infrastrukturen zurückzugreifen.

Durch Cloud-Lösungen stehen Produktionsfirmen zu jeder Zeit die individuell notwendigen Leistungen zur Verfügung. Das garantiert nicht nur den reibungslosen Prozessablauf, sondern macht es zudem möglich, große Datenmengen problemlos zu verarbeiten, auszuwerten und so Produktionsprozesse erfolgreich zu optimieren und zu automatisieren.

Videos von CANCOM.info

2. Vernetzung dezentraler Produktionsumgebungen

Die intelligente Fabrik ist schon lange kein zentral verankertes Gebäude mehr, in dem alle Abläufe unter einem Dach stattfinden. Das Gegenteil ist der Fall: Sie besteht aus dezentral verteilten, miteinander vernetzten Produktionsumgebungen, die zwar über eigene Datenquellen verfügen, aber dennoch in enger Abstimmung miteinander agieren.

Für eine solch komplexes Gebilde ist eine statische Unternehmens-IT nicht nur eine enorme Einschränkung, sondern sogar ein echtes Hindernis. Dass die nötige Speicher- und Rechenleistung so nicht mehr gewährleistet werden kann, ist leicht nachvollziehbar.

Erschwerend kommt jedoch hinzu, dass die verteilten Produktionseinheiten in Smart Factories mit statischer Unternehmens-IT nicht ausreichend miteinander verbunden werden können. Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Umgebungen und Komponenten kann nicht mehr in dem Maße stattfinden, wie es die Firmenprozesse erfordern.

Mithilfe einer cloudbasierten IT-Infrastruktur gelingt es modernen Produktionsfirmen, jegliche Art von Datenaustausch und Kommunikation zwischen beliebig vielen dezentralen Produktionsstandorten zu etablieren. Prozesse können somit intelligent miteinander verknüpft werden und in enger Abstimmung zwischen verschiedensten Abteilungen ablaufen.


Wenn Sie sich für Industrie 4.0 interessieren,
finden Sie hier weitere interessante Beiträge zum Thema.


3. Hohe Sicherheitsstandards dank Cloud

Die Sicherheitsbedenken, die viele IT-Entscheider noch immer gegenüber der Cloud hegen, bremsen den Fortschritt in Richtung Industrie 4.0 nach wie vor stark aus. Zu unrecht, denn die Cloud ist heute so sicher wie nie.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Cloud für Smart Factories sich nicht mehr mit dem ursprünglichen Cloud-Verständnis deckt, bei dem noch von über das Internet offen zugänglicher, externer Hardware die Rede war.

Das Mittel der Wahl sind hier maßgeschneiderte und Unternehmens-individuelle Cloud-Lösungen, die ausschließlich auf dedizierten, abgesicherten Servern in deutschen oder europäischen Rechenzentren liegen.

Solche Modelle ermöglichen Firmen die vollständig abgesicherte Auslagerung von Daten und Anwendungen, die für heutige Firmenprozesse unbedingt notwendig ist. Wer bei der Migration auf diese Kriterien achtet, kann ohne Bauchschmerzen auf Cloud Computing setzen – und so einen entscheidenden Schritt in Richtung Industrie 4.0 machen.

 

Quelle Titelbild: CANCOM

Hier schreibt Carla Bösl für Sie

Mehr Artikel vom Autor