22. November 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Für IT-Entscheider: Drei Fakten zu Fog Computing

Das Internet der Dinge bereitet bereits jetzt Probleme: Die Datenmengen, die vernetzte Geräte weltweit produzieren, verstopfen buchstäblich die Leitungen in der Cloud. Fog Computing hilft. Erfahren Sie hier drei zentrale Fakten zum Verfahren.

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Vernetzte Maschinen melden sich bei jeder Unregelmäßigkeit, neue Adressen kommen stündlich in die Kundendatenbank – Cloud Computing hat für vernetzte Lösungen von ERP bis zur Wartung und Betrieb von Fertigungsstraßen eine ideale Basis geschaffen.

Doch die Cloud ist in vielen Unternehmen bereits so weit vorangeschritten, dass sich sprichwörtlich ganze Becken an unsortierten Daten sammeln, sogenannte Datalakes.

Denn nahezu sämtliche Informationen, die aus Sensoren, Chips und Lesegeräten ausgelesen werden, wandern in der Regel direkt in entfernte Datenspeicher, wo sie aufbewahrt werden. Das bringt Datenspeicher unter Umständen rasch an ihre Grenzen. Und: Unternehmen, die externe Speicher in Anspruch nehmen, müssen in vielen Situationen tief in die Tasche für das Hosting ihrer Daten greifen.

CANCOM.info gibt IT-Entscheidern drei Fakten an die Hand, die zeigen, warum Fog Computing eine sinnvolle Maßnahme gegen steigende Datenmengen sein kann.

Hintergrund: Was ist eigentlich Fog Computing?

Anstatt alle Daten an die weit entfernte Cloud zu senden, bleiben bestimmte Daten quasi auf dem Boden. Die Geräte oder dazwischenstehende Einheiten wie Router und Switches werden dafür selbst mit Rechenleistung ausgerüstet, um bestimmte Aufgaben direkt zu verarbeiten. So wird etwa das Nadelöhr Bandbreite umgangen, das bis heute trotz Glasfaserkabel nicht weltweit gelöst werden kann.

Der Fog (englisch für Nebel) setzt sich aus vielen kleinen und kleinsten Recheneinheiten zusammen, die wie die Tröfpchen des Nebels in Zukunft überall verstreut zu finden sein werden – vor allem überall dort, wo Entscheidungen schnell und direkt erfolgen sollen, ohne den Umweg über die Cloud zu gehen.

Übrigens: Fog Computing hat sich auch unter dem Namen „Edge Computing“ etabliert.


Drei Beispiele für Fog Computing

✔ Smarte Ampeln übernehmen vor Ort die intelligente Verkehrssteuerung.
✔ Videokameras in Einsatzfahrzeugen schalten automatisch eine „grüne Welle“.
✔ Sensoren in Güterzügen erkennen ein Problem mit der Ladung und stoppen den Zug an der nächsten Station.


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Drei Fakten zu Fog Computing

1. Der Fog benötigt spezielle Hardware

Während die Cloud eher als virtuelle Plattform für Anwendungen und Datenbanken gesehen werden kann, befindet sich der „Fog“ vielmehr in der realen Welt. Genauer: Dort, wo die Arbeit erledigt wird. Der Nebel besteht nicht aus leistungsfähigen Servern, sondern aus schwächeren und verteilten Computern.

Diese kleinen zentralen Rechner werden teilweise auch als „Herz der Industrie 4.0“ betitelt. Sie bieten lokalen Speicherplatz, analysieren in Echtzeit und filtern Prozesse, die als Handlungsempfehlung dann konzentriert ausgesprochen werden. So umgehen Unternehmen etwa auf direktem Weg die Hürde, dass ungefilterte Daten Speicherkapazität und Performance der Unternehmens-Cloud überlasten.

3. Nicht jede Analyse-Software versteht den Fog

Neben neuer Hardwareinfrastrukur sollten Unternehmen beim Thema Fog auch ihre bestehende Software zur Datenanalyse durchleuchten. Grundsätzlich können auch bestehende BI-Lösungen und Reporting-Tools für die Analyse der Daten im Fog herangezogen werden. Traditionelle BI-Software arbeitet jedoch häufig auf Basis einer Stapelverarbeitung und ist nicht für die Analyse von einzelnen Datenströmen in der Cloud ausgelegt.

Der Grund: Um maximalen Nutzen aus den erhobenen Sensordaten zu ziehen, sollten diese nicht erst im Nachgang über die Cloud analysiert, sondern ständig überwacht und in maschinellen Lernverfahren übertragen werden. So können die Analysen ein Reporting in Echtzeit über Anomalien gewährleisten und auch etwa Fehler vorhersagen.

2. Viele Speicherorte erfordern erhöhten Datenschutz

Aus Sicht des Datenschutzes erfordert Fog Computing eine klar definierte Kontrolle der Speicher- und Verarbeitungsorte. Ein Beispiel: Wenn die südamerikanische Fertigungsstraße eines Unternehmens ihre Daten vor Ort im Fog ausfiltert, dann muss dennoch der Datenschutz im südamerikanischen Land gewährleistet werden können.

Bevor also neue Konzepte wie Fog Computing im Unternehmen zum Einsatz kommen, sollte immer genau überlegt werden, was das für den Datenschutz bedeutet. Wie Unternehmen sich hier optimal vorbereiten können, erfahren Sie auch in der Themenwelt Security Solutions.


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Quelle Titelbild: fotolia

Hier schreibt Lenz Noelkel für Sie

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