20. Dezember 2016 | pArtikel drucken | kKommentieren

Zwei Drittel der Beschäftigten sind an Feiertagen online

Weihnachten steht vor der Tür und so auch bei vielen Arbeitstätigen der lang ersehnte Urlaub zwischen den Jahren. Warum dennoch immer mehr Berufstätige über die Weihnachtszeit auf Anrufe und Nachrichten reagieren, lesen Sie hier.

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Wer zwischen den Jahren etwas Zeit mit der Familie und Freunden verbringen möchte, für den bietet sich der Urlaub zwischen Weihnachten und Silvester geradezu an.

Laut einer repräsentativen Umfrage von Bitkom, die im November 2016 durchgeführt wurde, nehmen sich acht von zehn Beschäftigten während dieser Tage frei.

Ständige Verfügbarkeit trotz Urlaub

Doch wer dem Office fernbleibt, ist nicht automatisch völlig von der Bildfläche verschwunden. Über zwei Drittel der deutschen Berufstätigen geben an, auch während der Urlaubstage dienstlich erreichbar zu bleiben.

Ein paar Beispiele: Rund drei von fünf Befragten bestätigen, auf Textnachrichten von Kollegen oder Kunden zu reagieren. Gut die Hälfte beantwortet nach eigener Aussage sogar Anrufe. Auch die beruflichen Emails checkt in der freien Zeit knapp jeder zweite Arbeitnehmer.

Die Gründe für den beruflichen Einsatz während des Urlaubs sind dabei verschieden. Laut Umfrage ist der Hauptgrund jedoch, dass Vorgesetzte dies schlichtweg erwarten würden – so antworteten ganze 55 Prozent der Befragten. Mehr als ein Drittel gab an, sich den Kollegen gegenüber verpflichtet zu fühlen, ein Viertel müsse seinen Kunden durchgehend zur Verfügung stehen.

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Gegentendenz wächst merklich

Gegenüber dem hohen Anteil der dauerhaft erreichbaren Mitarbeitern, steigt jedoch auch als Gegenpol die Zahl derer, die während ihres Urlaubes komplett abschalten und nicht erreichbar sein möchten. Dieses Drittel der befragten Berufstätigen will so während der freien Tage dienstlich nicht erreichbar sein. Im Vorjahr wollten das nur 27 Prozent aller Teilnehmer, im Jahr 2014 sogar nur 24 Prozent.

Besonders jüngeren Arbeitnehmern ist es wichtig, während der Urlaubszeit nicht aus dienstlichen Gründen kontaktiert zu werden: Knapp die Hälfte der bis 29-Jährigen wird sich demnach zwischen den Jahren komplett ausklinken.

Dennoch: In Führungspositionen bleibt die Erreichbarkeit hoch. Hier sind, neben der Geschäftsführung, unter anderem auch IT-Leiter oder CDOs zu nennen. Diese müssen in vielen Unternehmen das ganze Jahr zumindest in Notfällen erreichbar sein und gegebenenfalls eingreifen können.


Interessant: IT-Lösungen wie Managed Services können die Arbeit der IT-Entscheider teilweise erheblich erleichtern und eine dauerhafte Erreichbarkeit einzelner Verantwortlicher vermeiden. Weitere Informationen bietet IT-Entscheidern diese Themenwelt.


Mehr Automatisierung, statt dauerhafte Erreichbarkeit

Ein wachsendes Bewusstsein für Erholungszeiten zeichnet sich laut Umfrage unabhängig von der Position im Unternehmen ab: Arbeitnehmer wie Arbeitgeber verstehen gleichermaßen immer mehr, dass es wichtig ist, die Urlaubszeiten konsequent einzuhalten.

Auch offiziell würde die vollkommene Funkstille während der Urlaubstage immer mehr Zuspruch finden. „Viele Unternehmen haben verbindliche interne Regelungen eingeführt, damit sich Angestellte während ihrer freien Tage nicht unter Druck gesetzt fühlen können, sich mit beruflichen Belangen auseinanderzusetzen“, sagt etwa Dr. Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Digitalverbands Bitkom.

Inwieweit sich das jedoch auf die steigende „freiwillige“ Erreichbarkeit während des Urlaubs auswirkt, das bleibt weiterhin spannend.

 

Quelle Titelbild: Evernine

Hier schreibt Carla Bösl für Sie

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